Wann knallt es endlich? (6.2.2008)

"Was macht der Weltuntergang?" Ich habe es vermutlich verdient, daß es Leute gibt, die mir laufend diese Frage stellen, allerdings in der Hoffnung, daß ich immer resignierend abwinke. Natürlich ist diese Frage überflüssig - genau wie die Person, die stellt. Sie, lieber Leser, sind mit größter Sicherheit ebenfalls überflüssig - genau wie ich. Die Welt kommt ohne uns zurecht, insbesondere die "wichtigen" Leute dieser Welt. 80 bis 95% der Menschheit sind überflüssig.

Daß Sie zu diesen Überflüssigen gehören, erfahren Sie ständig. Gut, so direkt sagt Ihnen das niemand sonst, aber wer richtig hinhört, versteht die Andeutungen. Da gibt es das schöne Wort "Klimakatastrophe". Was will uns dieses Wort sagen? "Die Menschen" produzieren zu viele Treibhausgase, vor allem das böse, böse CO2. "Die Menschen", das sind Sie und ich - und natürlich jener Mann, der mich immer nach dem Weltuntergang fragt. Wegen Ihnen müssen die Kohlekraftwerke laufen, wegen Ihnen rollen Millionen Lkw, wegen Ihnen müssen unsere Politiker ständig um die Welt fliegen, um neue Klimaschutzprotokolle zu unterschreiben.

Und ohne Sie? Oder besser, ohne uns Überflüssige? Sehen Sie, kaum noch CO2. Niemand muß mehr den Regenwald abholzen, um Weideland für Rinder zu gewinnen, die, bevor sie vom überflüssigen Teil der Weltbevölkerung verzehrt werden, noch kräftig das noch viel schädlichere Methan aus ihren vier Mägen blasen.

Schlimm ist auch "Peak Oil". Damit wird das weltweite Fördermaximum an Erdöl bezeichnet, das je nach Experten schon eingetreten ist, kurz bevorsteht oder in den nächsten Jahren eintreten wird. Mit Peak Oil rechtfertigen die Ölkonzerne ihre ständigen Preiserhöhungen und reden Ihnen ein schlechtes Gewissen ein, weil Ihre Frau einen Drei-Tonnen-Geländewagen als "kleines Stadtauto" benutzt.

Peak Oil rechtfertigt Rapsplantagen und Bioethanol, es rechtfertigt den Weizenanbau zu Heizzwecken, während ein paar Millionen überflüssiger Kinder Jahr für Jahr verhungern. Damit rechtfertigen sich auch höhere Lebensmittelpreise, weil es für die Biodiesel-Scheichs lukrativer ist, solche Pflanzen anzubauen, als weiterhin wegen ihrer dicken Kartoffeln für dumme Bauern gehalten zu werden.

Das nicht überflüssige Zwanzigstel der Menschheit kann Peak Oil ignorieren. Für diese Privilegierten reichen die Erdölvorräte noch Jahrtausende, außerdem können diese eine Menge Felder vom überflüssigen Nahrungsanbau zu effektiver Spritgewinnung umstellen. Laufruhige Zwölfzylinder verhalten sich bei der neuen Richtgeschwindigkeit von 250 km/h auf den Autobahnen viel angenehmer, wenn einen nicht ständig die roststarrenden Kleinwagen der Überflüssigen am Vorwärtskommen hindern.

Wir kommen sogar mit viel weniger Amerikanern aus. Wenn so lästige Völker wie die Araber, Palästinenser, Ägypter, Libyer, Chinesen, Polen, Russen... nicht mehr vorhanden sind, genügen 30 Millionen Amerikaner vollkommen. Da kann man auf die Personalreserve für die Invasionstruppen verzichten, selbst Flugzeugträger braucht niemand mehr, weil niemand mehr übrig geblieben ist, der dringend zur Herbeiführung der Demokratie bombardiert werden möchte.

Ohne die ganzen Mexikaner kann man das ganze Land zu einem Themenpark umgestalten, der einem die aztekische Kultur nahebringt. Jedenfalls jenen Teil, in dem kein Öl gefördert wird. Oder stellen Sie sich vor, Sie könnten Paris oder Rom besichtigen, ohne Verkehrs- und Parkplatzprobleme, ohne das störende Geschnatter der Eingeborenen... Oh, Entschuldigung. Sie wurden ja im Zuge der wohnlicheren Ausgestaltung unserer Erde ebenfalls verüberflüssigt.

Jetzt ergibt sich nur das nebensächliche Problem, daß die meisten Leute nicht freiwillig bereit sind, sich naturverträglich ableben zu lassen. Das heißt, man muß den Abzulebenden diese Entscheidung abnehmen. So eine weltumfassende Aktion wie der Weltuntergang muß schließlich gut vorbereitet werden. Als erstes braucht man drei Listen. Auf der ersten Liste stehen die wirklich wichtigen Leute, also die keinesfalls Überflüssigen. Dazu gehören ein paar Milliardäre und eine größere Anzahl Leute, die hinter den Kulissen wirken. Auf dieser Liste stehen eine halbe oder eine ganze Million Namen, die absolute Elite, an den Schalthebeln der Macht.

Auf der zweiten Liste stehen jene Leute, die für die Personen auf der ersten Liste nötig sind. Dazu gehören deren Leibärzte, die Gespielinnen, die Leibwächter, ein paar Ingenieure und Wissenschaftler... Das ist die Gruppe Leute, die auch im totalen Krieg mit Volkssturm und Wehrwolf noch unabkömmlich sind und aus jeglicher Gefahr herausgehalten wird. 20 bis 50 Millionen Menschen, die Mechaniker und Maschinisten der Macht.

Die dritte Liste ist eine Art Belohnungsliste, für die treuen Hätschelhunde des Systems. Das sind nicht unbedingt Schoßhündchen, sondern durchaus aggressive Beißer. In diese Kategorie fallen die meisten Politiker. Sie sind in der künftigen, menschheitsreduzierten Welt vollkommen überflüssig, aber aus einer gewissen Dankbarkeit heraus läßt man die weiterleben, in untergeordneter Funktion.

Für die Liste Eins werden die Rettungsboote gebaut, für die Liste Zwei warten die Rettungsboote und kehren vielleicht sogar um - bei der Liste Drei ist es egal. Kommen die rechtzeitig, dürfen sie in die Rettungsboote, kommen sie zu spät, ist nichts verloren. Wird eine Angela Merkel mit ihrer Kanzlermaschine abgeschossen, sucht sich ihr Protektor eben eine andere Putzfrau. Die Liste Drei dient auch als Sündenböcke, wenn die Restüberlebenden nach Blut schreien.

Die größte Gruppe von 200 Millionen bis 1.000 Millionen Menschen steht auf keiner Liste. Für diese gilt das Prinzip der natürlichen Auslese. Dazu gehören Sie und ich, die Überflüssigen. Wenn das Plansoll an Reduzierungen rechtzeitig erreicht wird, dürfen wir überleben. Der Rest geht unter, so viele Sklaven braucht die Liste Eins nicht.

Das ist eine Planung, die irgendwann umgesetzt werden soll, allerdings sind die Vorgänge sehr schlecht zu kontrollieren. In früheren Zeiten war das mit den Rettungsbooten einfach: Man mußte sich nur eine Insel suchen, dann konnten die Leute im Hintergrund ruhig und sicher leben, während anderswo gestorben wurde. England war eine schöne Insel, zur Segelschiffzeit. Ein Rudel menschlicher Kampfhunde auf Schiffen, schon wurde die Oberschicht von niemandem belästigt. Und als Europa sich ausgeblutet hatte, wurden die Kampfhunde damit beschäftigt, ein Empire zu erobern.

Um so ein Empire effektiv zu verwalten, es also wie eine Zitrone auszupressen, bedarf es mehr Technologie, das hat das Spanische Weltreich deutlich gezeigt. Diese Technologie dient allerdings auch dazu, kleinere Wassergräben wie den Ärmelkanal zu überwinden. Einen Napoleon konnte die englische Raubflotte noch in Schach halten, schon für das Deutsche Kaiserreich brauchte England ein großes Bündnis mit früheren Gegnern, um eine Invasion zu verhindern.

Natürlich war das ein lösbares Problem. Die Weltreichtumselite wich auf eine andere, größere Insel mit viel breiteren Wassergräben aus, den USA. Den Reichtum der Welt riß man mit ein paar Weltkriegen und Börsenmanipulationen an sich, da ließ es sich im 20. Jahrhundert noch angenehmer leben, als auf den englischen Herrensitzen im 18. und 19. Jahrhundert.

Gut, die Atomwaffen störten ein wenig die Idylle, aber da konnte man sich miteinander arrangieren. Ein bißchen Krach in der Öffentlichkeit, eine gut inszenierte Feindschaft, um die jeweiligen Völker in Knechtschaft zu halten und auszubeuten, das funktionierte prächtig.

Zumindest solange, bis die vielen Überflüssigen herangezogen worden waren.

Das ist auch eine Frage der Technologie. Ein römischer Senator benötigte Zehntausende von Sklaven, Plebejern und Soldaten, um im dekadenten Luxus des Weltreiches zu schwelgen. Ein britischer Lord benötigte sogar Hunderttausende Menschen, die für ihre Dienstbarkeit bereitwillig Steuern bezahlten. Heute reichen ein paar Tausend Menschen aus.

Senator und Lord hatten ihre persönlichen Bediensteten, ob nun Haussklaven oder "freie" Butler und Diener, ist nur ein gradueller Unterschied. Dazu kommen die Leute, die auf den Gütern des Herrn arbeiten, oder auch in dessen Fabriken. Die große Menge besteht jedoch aus Schuldsklaven. Weber und Schneider, Verwaltungsbeamte, Handelsschiffe, welche die Waren herbeischaffen, Kriegsschiffe und Soldaten, Forscher und Gelehrte - sie alle tragen mit ihrer Arbeit dazu bei, daß der Herr bequem leben kann. Sie haben keine Wahl, als sich selbst zu verkaufen, ihre Arbeitskraft, ihre Körper, ihr Wissen.

Die frühen Gesellschaften brauchten für ihren Erhalt "traumhafte" Beschäftigungszahlen. Die "Nebenbei-Hausfrau", die heute möglich ist, war früher undenkbar. Wer heute einen Liter Brühe braucht, nimmt zwei praktische Brühwürfel und binnen Minuten ist diese fertig. Das althergebrachte Verfahren nutzen heute nur noch Gourmets: Da brauchte man Markknochen, Wurzelgemüse, Gewürze und viel, viel Zeit. Außerdem drehte man damals nicht an einem Regler für die Kochplatte, sondern schleppte Holz für den Herde. Dieses Holz mußte zuvor im Wald geschlagen und vor dem Haus in handliche Scheite gehackt werden. So waren 80 bis 95% der Bevölkerung "erwerbstätig", also mit Arbeit für ihren Lebensunterhalt beschäftigt. Heute kommen wir offiziell auf etwa 35% der Bevölkerung; rechnen wir den Hausfrauenanteil dazu, landen wir bei 50 bis 60%.

Im Rahmen dieser Fortentwicklung werden Menschen überflüssig. Die Elite ist nicht angewachsen, ob in Rom, England oder heute. Die fünf Prozent, das sind die Leute auf den Listen Eins bis Drei. Um deren Lebensumstände zu sichern, reichen heute 60% der Bevölkerung, 35% sind mithin überflüssig. Die 60% ernähren aber auch die 35%, deshalb wird daraus ein progressiver Prozeß, wenn wir anfangen, die Menschheit zu reduzieren.

Eine von acht "Drohnen" gehört zur Elite, das heißt, ein Achtel der "Werktätigen" würde ausreichen, um diese zu erhalten - das macht 7,5 Prozent. Halbieren wir die Zahl der Elite-Drohnen, die allerdings das Dreifache an Ressourcen beanspruchen, wie "Normal-Drohnen", so kommen wir auf eine Restmenschheit zur Erhaltung der Privilegierten von etwa 15% des heutigen Standes.

Das ist allerdings das Verhältnis in Ländern, in denen die Maybachs und Bentleys der Elite zusammengeschraubt werden. Afrikanische Süßkartoffelpflanzer braucht man deutlich weniger. Kameltreiber und islamische Prediger braucht die neue Weltordnung überhaupt nicht. Ach ja - Investmentbanker sind ebenfalls unerwünscht, denn wenn die "sonstigen Überlebenden" sowieso in Dauerknechtschaft vegetieren, benötigt die Elite keine Komplizen mehr, die den Schuldsklaven das Geld aus den Taschen ziehen.

Wer ständig nach dem Weltuntergang fragt, sollte zumindest daran denken, daß die Wahrscheinlichkeit gegen ihn steht, diesen Weltuntergang zu überleben.

Die Weltkriege des 20. Jahrhunderts waren für die Elite schwerer zu gewinnen gewesen, als man es uns heute einreden möchte. Zur legal praktizierten Form der Volksverhetzung gehört es heute, den Deutschen einzureden, die jeweilige übergeschnappte Führung hätte damals nach "Weltherrschaft" gestrebt und deshalb unüberlegt Kriege vom Zaun gebrochen, die nicht zu gewinnen waren.

Tatsache ist, daß weder der Kaiser noch der Führer solche Pläne gehabt hatten. Auch wenn die kaiserlichen Armeen und die Wehrmacht hervorragend gedrillte und ausgerüstete Truppen gewesen waren - dem deutschen Generalstab war bewußt, daß diese nicht stark genug sind, um die "Weltherrschaft" zu erringen. Der inszenierte Mord von Sarajewo diente genauso dazu, Deutschland in den Krieg zu treiben, wie die Verhandlungen um den polnischen Korridor.

Beide Kriege kosteten die Kriegstreiber mehr Material und Todesopfer, als sie ursprünglich kalkuliert hatten. Aber aus beiden Kriegen erzielten diese Leute gigantische Gewinne und unermeßliche Kriegsbeute. Kein anderes Volk ist jemals so schamlos ausgeplündert worden wie das deutsche.

In beiden Kriegen konnte die Elite jedoch davon ausgehen, daß sie sich in einer sicheren Zone befindet, fernab vom Kanonendonner. Aber schon die V2 hat gezeigt, daß es diese Sicherheit nicht gibt. Heute fliegen die Raketen weltweit - und sie tragen atomare Gefechtsköpfe. Die Elite ist gezwungen, sich verborgen zu halten, die Zentren der Macht zu meiden.

Aber selbst dann ist das Spiel mit weitaus größerem Risiko verbunden als früher. Den ersten Weltkrieg konnte man im Wesentlichen auf ein Gebiet beschränken, außerhalb Europas ist nicht viel passiert. Der zweite Weltkrieg erforderte bereits zwei Schauplätze, noch mehr von Europa und den halben Pazifik. Der dritte Weltkrieg dürfte wirklich weltweit stattfinden, mit wenigen Ausnahmen. Aber selbst, wenn in Zentralafrika und Südamerika niemand direkt kämpft, werden diese Gebiete von den Auswirkungen schwer betroffen.

Ein Krieg ist nicht zu kalkulieren, das stellen die USA gerade fest. Oh, sie hätten es schon bei früheren Gelegenheiten lernen können, aber dazu hatte die Weltmacht keine Lust. Nach dem zweiten Golfkrieg - der erste wurde zwischen Iran und Irak herbeigeführt - hatten die Amerikaner angenommen, sich relativ leicht aus ihren Angriffskriegen zurückziehen zu können. In Afghanistan und im dritten Golfkrieg hatten die USA keine "Exit-Strategie", obwohl der oberste Warlord schon einen guten Ansatz gezeigt hat: "Mission accomplished" - aber das anschließende sofortige Abhauen nach dem eindeutig erklärten Sieg hat er versäumt.

Es hat nicht einmal bei der unendlich überlegenen israelischen Armee gegen die schlecht ausgerüsteten Hisbollah-Milizen im Libanon funktioniert. Zwar wurde das Land erfolgreich verwüstet, aber kein Sieg erzielt. Natürlich könnte man Regierungschef Olmert und den Feldherrn des Angriffskrieges Halutz zu Idioten erklären, aber in Israel muß man auch als Jude vorzeigbare Qualifikationen besitzen, um in ein Spitzenamt zu gelangen. Überheblich, ja, mangelnde Vorbereitung, ja, miserable Planung, ja - aber das Problem dabei war die Armee selbst, die für diesen Krieg falsch ausgerüstet gewesen war.

Die Beispiele zeigen, daß die "High-Tech"-Version des Krieges sich zwar wunderbar dazu eignet, Länder zu zerstören und Zivilisten abzuschlachten, es aber nicht schafft, ein Land zu befrieden. Eine Million Infanteristen mit der Ausrüstung von 1945 hätten den Irak nach dem "Sieg" unter Kontrolle bekommen, ihre mit vergleichbarer Feuerkraft ausgestatteten, aber in viel zu geringer Zahl auftretenden Kameraden von 2003 haben das bis heute nicht geschafft.

Das wird auch das Problem der neuen Weltordnung. Deutschland ist relativ dicht besiedelt, also als "Rettungsboot" ungeeignet. Die Elite kann hier keine ausreichende Macht vorhalten, um nach der umfassenden Zerstörung die neue Weltordnung sicher durchzusetzen. Wenn das Zerstörungsziel erreicht worden ist, haben wir etwa zehn Millionen Überlebende im Land. Gut, diese zehn Millionen müssen erst einmal ihr eigenes Überleben sichern, also das Land aufbauen.

Was tut die neue Weltordnung in dieser Zeit? Auch die muß aufbauen, weil viele ihrer Kontrollmechanismen zerstört worden sind. Es genügt schließlich nicht, ein paar Verbotsschilder aufzustellen und niemand schießt Raketen auf Wisconsin. Auch wenn die israelische Armee im unaufhaltsamen Siegeszug die Ölfördergebiete besetzt hat - die Anlagen sind zerstört. Auch wenn sich irgendwo US-Truppen in den Rohstoff-Gebieten gehalten haben - ohne Nachschub sind die verloren.

Die entscheidende Phase des "Weltuntergangs", der Aufbau der neuen Welt, ist noch weitaus weniger planbar als der Krieg selbst. Gerade die europäische Bevölkerung war dreimal nacheinander Opfer der herbeimanipulierten Weltkriege - da dürften die Agenten der neuen Weltordnung einen schweren Stand haben, wenn sie nichts bieten können, was die Knechtschaft fortsetzt.

Es sind diese Unabwägbarkeiten, welche die Elite bislang davon abhält, es wirklich knallen zu lassen. Aber die Welt ist in einem Zustand, der auf eine ökologische Katastrophe zusteuert. Nicht so schnell, wie man es uns als "Klimakatastrophe" einreden möchte, doch eindeutig erkennbar. Ein solcher Zusammenbruch ist noch viel weniger zu steuern, als ein gezielt herbeigeführter Weltkrieg.

Es wird deshalb passieren. Es ist naiv anzunehmen, daß ein finanzieller Kollaps friedlich bewältigt würde. 10.000 Unzen Gold und 500.000 Unzen Silber, sicher und unauffindbar eingemauert, schützen nicht vor zehn Gramm Blei, die mit ballistischer Geschwindigkeit auf Ihren Kopf zufliegen.

Wenn wir die Hyperinflation von 1923 heranziehen, so war diese ein lokal begrenztes Ereignis. Damals konnten Schweden nach Deutschland reisen und auf dem Schwarzmarkt günstig einkaufen. Die große Depression der 30er Jahre traf zwar große Teile der Weltwirtschaft, aber sie betraf nur lokal vernetzte Systeme. In den "Hoovervilles", den Barackensiedlungen der Verarmten dieser Depression, trugen die Leute Kleider und Schuhe made in USA, sie hatten ein paar Möbel made in USA und sie verzehrten kärgliche Rationen made in USA. In den "Bushvilles" einer neuen Depression wäre sehr vieles made in China.

Wenn die Amerikaner nicht mehr kaufen können, schließen in China die Fabriken. Vielleicht sind wir in Deutschland dann immer noch Exportweltmeister, aber dann werden wir nicht mehr 33% des BIP verkaufen, sondern 3,3% eines deutlich kleineren Wirtschaftsvolumens. Wenn die Warenströme zusammenbrechen, explodiert bei uns die Arbeitslosigkeit. Dann werden irische Butter und französischer Käse zu Luxusgütern, weil die Transportkosten nicht mehr bezahlbar sind.

Heute ist es schick und "öko", direkt beim Erzeuger im Hofladen einzukaufen. In der Depression ist das die beste und vielleicht einzige Möglichkeit zu überleben. In einer völlig inhomogenen Bevölkerung führen solche Zustände zu Mord und Totschlag. Bürgerkriege bringen oft genug Regime hervor, welche die Aggressionen nach außen lenken...

Wenn es knallt, dann wird es richtig knallen - und zwar dann, wenn die verborgene Führung zur Ansicht kommt, jetzt handeln zu müssen. Für die ist Krieg ein Geschäft, das zu den günstigsten Bedingungen mit dem profitabelsten Ausgang abgewickelt werden muß. Trotz aller Vorsicht und sorgsamen Planung - ein Geschäft mit größtem Risiko.

Wann es knallt, ist unwichtig. Viel wichtiger sind Konzepte für die Zeit danach, denn dann gibt es die einmalige Gelegenheit, aus den Fängen der Geld- und Finanz-Eliten dauerhaft auszubrechen.

© Michael Winkler