Umkehrpunkt (12.8.2009)

Umgangssprachlich werden Umkehrpunkte und Wendepunkte gerne im selben Sinn gebraucht. Mathematisch ist der Umkehrpunkt ein Extremwert, bis dahin geht es abwärts und ab dann aufwärts - oder eben umgekehrt. Der Wendepunkt, von dem Politiker gerne reden, beschreibt das Krümmungsverhalten und damit eine Tendenzumkehr. Vor dem Wendepunkt geht es beispielsweise ständig stärker abwärts, danach weniger stark, aber eben immer noch abwärts.

Man sollte deshalb ganz genau hinhören, wenn Politiker "die Wende" versprechen. "Die Wende" gab es bei dem schlimmsten Kanzler des nachmaligen Merkel-Deutschlands gleich zweimal. Die erste Regierung Kohl hatte die Wende versprochen, und ja, es ging weiter abwärts, doch nicht mehr ganz so schnell wie zuvor unter Schmidt. Und auch das Ende der DDR (Version 1.0) wurde als "Wende" bezeichnet. Es wurde sogar zur doppelten Wende: Mit der Alt-BRD ging es schneller bergab, mit der Alt-DDR langsamer. Wenn heute in Merkel-Deutschland fast alle (außer Manager, Bankster und Politiker) mehr arbeiten und weniger verdienen bzw. gar nicht arbeiten und Hartz IV bekommen, dann zeigt das ganz deutlich, daß die heutige DDR (Modell 2.0) die Wende tatsächlich geschafft hat.

Wir leben heute in einem Staat, dessen letzter Konsens der "Kampf gegen Rechts" ist. Alles andere, was Sinn oder Einheit stiften kann, ist abgeschafft. Deutsche Kultur? Das ist rechts! D-Mark? Abgeschafft! Deutscher Fußball? Müde Millionäre, die über den Ball stolpern und den anderen beim Siegen zuschauen. Deutsche Geschichte? Das ist das, was das deutsche Volk zwischen 1933 und 45 den jüdischen Menschen angetan hat, deswegen sind wir schuldig, schuldig, schuldig! Deutsche Literatur? Die stammt von der Schottin Rosamunde Pilcher und flimmert im ZDF von der Mattscheibe.

Das, was heute die gefürchtete NPD vertritt, wären 1969 linksliberale Positionen gewesen. Alle Parteien, die 1949 den ersten Bundestag gebildet haben - einschließlich der KPD - wären nach heutigem Verständnis "rechts von der CSU".

Es gibt eine Frage, die mir immer wieder gestellt wird: Wie soll aus diesem heutigen Sauhaufen, der sich aus alter Gewohnheit "Deutschland" nennt, etwas werden, das diesen Namen tatsächlich verdient? Wie soll aus einem abgewirtschafteten und moralisch gebrochenen Volk von Duckmäusern und Denunzianten wieder eine Volksgemeinschaft werden, die voller Stolz auf die eigene Herkunft blickt? Die sich ihres eigenen Wertes bewußt ist, und es deshalb nicht nötig hat, auf andere Völker herabzusehen? Wie soll aus einer trägen Masse von Fernsehzuschauern, die Gottschalk für Unterhaltung und Harald Schmidt für intellektuelle Anregung halten, wieder ein Kulturvolk entstehen?

Eine "Wende" reicht dazu nicht aus, wir benötigen eine echte Umkehr. Vielleicht bin ich ein unverbesserlicher Optimist, weil ich glaube, daß es nach einer Umkehr recht schnell aufwärts gehen würde, mehr als meine Hoffnung kann ich nicht bieten. Ich kann nur den Weg zum Umkehrpunkt aufzeigen, was jenseits dieser Schwelle liegt, hängt von den "Randbedingungen" ab, von den Gegebenheiten zur Zeit der Umkehr.

Volksgemeinschaft

Das größte Verbrechen im Rahmen der "Umerziehung" durch die Siegermächte des zweiten Weltkriegs war und ist die Zerstörung der Volksgemeinschaft. Eine Gemeinschaft - und zwar jede Art von Gemeinschaft - basiert auf Zusammenarbeit und gegenseitigem Vertrauen. Eine Gruppe von Soldaten muß sich darauf verlassen können, daß die Nachtwache auch tatsächlich Wache hält und nicht schläft oder gar den Feind ins Lager führt. Eine belagerte Stadt muß sich darauf verlassen, daß niemand heimlich die Tore öffnet und den Feind durch die Mauern läßt.

Die Gemeinschaft beginnt auf der Ebene der Familie. Mann und Frau haben ihre Aufgaben und nur durch vertrauensvolle Zusammenarbeit werden diese vernünftig bewältigt. Niemand käme auf den irrsinnigen Gedanken, im Tierreich "Gleichberechtigung" zu fordern, wenn bei Raubvögeln Männchen und Weibchen unterschiedlich groß und auf unterschiedliche Beute ausgelegt sind. Nur die Menschen, der "westliche Kulturkreis", verlangt, daß Frauen zu Reservemännern werden und Männer ihre Eigenheiten aufzugeben hätten.

Wir sind keine Engel, Gewalt in den Familien gab es immer. Ich rede hier nicht davon, daß ein Mann die Peitsche nicht vergessen sollte, wenn er zum Weibe geht. Streit läßt sich nicht vermeiden, Übergriffe von beiden Seiten leider auch nicht. In früheren Zeiten, in intakten Familien, hat man danach immer wieder zueinander gefunden. Es gibt kein "friedliches" Geschlecht, genügend "Ehedrachen" haben ihren Männern das Leben zur Hölle gemacht, ähnlich wie wütende Trunkenbolde ihren Frauen. Doch solche Familien waren die Ausnahmen, während sie heute als Regel dargestellt werden, weswegen die Trennung vom Ehepartner immer mehr erleichtert worden ist. Ich muß ja nicht bei dem Kerl / der Schlampe bleiben, also haue ich ab. Ich versuche erst gar nicht, die Ehe zu retten, sondern nehme mir einen Anwalt und fertig.

Früher gab es ein gesundes Mißtrauen gegen Fremde. In einer Dorfgemeinschaft kannte jeder jeden, und jeder wußte, daß der andere sich keinen Betrug erlauben konnte. Wenn der Stoffel den Hannes betrogen hat, ließen sich Michel, Kurt und Sepp nicht mehr auf Geschäfte mit dem Stoffel ein. Die Gemeinschaft regulierte sich selbst. Die wichtigste Währung der damaligen Zeit war nicht in Gold und Silber geprägt, sondern in nicht greifbarem Vertrauen.

Die Volksgemeinschaft hat damals zu ihrem eigenen Schutz die Fremden ausgegrenzt. Der Ausländer, der Zuwanderer mußte sich erst einmal dieses Vertrauen erwerben, das der Einheimische als Geburtsrecht genoß. Das Vertrauen hing an der Mobilität: die alteingesessene Firma, der Handwerker, der in der fünften Generation hier werkelte, der würde auch morgen noch greifbar sein, um zur Rechenschaft gezogen zu werden. Der Fremdling, der durch sein Zuwandern bereits gezeigt hat, daß er heimatlos und jederzeit bereit war, die Örtlichkeit zu wechseln, der war verschwunden, über alle Berge, wenn sein Handeln ruchbar wurde.

Fremde, die sich nach und nach das Vertrauen erwarben, die sich assimilierten, wurden schließlich in die Gemeinschaft aufgenommen. Fremde, die sich ausgrenzten, die der Volksgemeinschaft zur Last fielen und ihr schadeten, wurden trotz Namensänderung aus geschäftlichen Gründen schließlich vertrieben.

Die frühen Industriestädte ahmten die Dorfgemeinschaft nach. Wer in der Arbeitersiedlung wohnte, arbeitete im gleichen Stahl- oder Maschinenwerk, fuhr in die gleiche Zeche ein, war von Gleichen umgeben, von den Leuten, denen er bei der Arbeit durchaus sein Leben anvertraute, mit denen er am Sonntag die gleiche Kirche besuchte, deren Frauen in den gleichen Läden einkauften. Wer "bei Krupp" angefangen hatte, schlug Wurzeln, arbeitete die nächsten 30 Jahre immer bei Krupp. Wenn ein Versicherungsvertreter es sich mit einem "Kruppianer" verdarb, brauchte er es bei den anderen gar nicht zu probieren.

Die moderne Industriegesellschaft hat diese Bindung aufgehoben. Der heutige Arbeiter hat flexibel zu sein, muß nach drei Jahren in Hamburg problemlos nach Bad Tölz umziehen können, später nach Aachen, schließlich nach Berlin und dann nach Frankfurt. Wurzeln sind unerwünscht, weder in Bezug auf eine örtliche Heimat, auf einen Arbeitgeber oder sogar auf den ausgeübten Beruf. Warum den Namen des Nachbarn kennen, wenn man in sechs oder zwölf Monaten doch wieder umzieht?

Stammlokal und Stammtisch sind Begriffe aus der Vergangenheit. Die Dame, die mir heute mein Bier hinstellt, werde ich vermutlich nie wieder treffen. Bis ich unter all den Kneipen der Stadt jene gefunden habe, die mir am besten gefällt, plane ich schon den nächsten Umzug. Mein Hausarzt kennt mich nicht und ich muß überlegen, wie er aussieht. Bevor mein Postbote weiß, wo ich wohne, ist er schon wieder versetzt.

Doch dies ist nur das Offensichtliche der Auflösung der Volksgemeinschaft. Wer früher etwas erfahren wollte, mußte die Gemeinschaft aufsuchen. Ob im Ortsverein einer Partei oder im Sportverein, Gesangsverein, Schachverein - jeder brauchte die Unterhaltung danach, um Bescheid zu wissen. Heute schaltet jeder für sich den Fernseher ein. Wer sich unterhalten wollte, besuchte das Theater oder das Kino, wer Musik hören wollte, ein Konzert - das wird heute alles ins Haus geliefert, keiner muß den anderen treffen. Wer sich erholen wollte, der traf am Fluß oder am See seine Nachbarn. Heute fliegt jeder für sich in den Urlaub - und tunlichst nicht dorthin, wo sich Bekannte aufhalten.

Früher halfen sich Nachbarn ganz selbstverständlich gegenseitig. Der eine hatte ein Zapfbesteck, der andere eine Bohrmaschine, der dritte einen großen Grill, der vierte eine Kreissäge - und jeder half, wenn er gebraucht wurde. Einen Nachbarn, den ich wegen Ruhestörung angezeigt habe, kann ich nicht mehr um seine Bohrmaschine bitten, da kaufe ich mir lieber selbst eine.

Deutsche, das sind heute diese lärmenden Trunkenbolde am Urlaubsort, über die man sich schämt und mit denen man nichts gemein hat. Deutsche, das sind die Verbrecher, welche die friedliebende Welt mit zwei großen Kriegen überfallen hat. Deutsche, das sind die Richter und Henker, die zu Recht bombardiert, vergewaltigt und vertrieben worden sind. Deutsche, das sind verhetzte Soldaten, die von einer bösartigen und unfähigen Führung ins Feuer fremdländischer Helden getrieben worden sind. Deutsche haben keine Helden hervorgebracht, Denkmäler verdienen nur deren Opfer.

Das ist das offizielle Bild, das uns in den Schulen und in den Massenmedien gelehrt wird. Wir Deutsche müssen froh sein, daß wir anderen Völkern dienen und ihnen Tribute zahlen dürfen. Wir Deutsche müssen froh sein, wenn Ausländer monatlich in Divisionsstärke zuwandern, um hier alimentiert zu werden. Wir Deutsche müssen froh sein, wenn ein zentraler Empörungsrat uns fortwährend maßregelt und zu noch intensiverem Sklavenbewußtsein erzieht.

Wir Deutsche haben die Umerziehung längst verinnerlicht. Die Dörfler haben früher Juden und Zigeunern mißtraut, ihnen Betrug und Diebstahl unterstellt. Diese brauchen wir heute nicht mehr. Ob Göttinger Gruppe oder Schrottimmobilien, die Betrüger sind allesamt gute Deutsche. Eine politische Justiz, unbeleckt von preußischer Beamtenehre, dient als Vollstrecker gegen alles und jeden, der es noch wagt, deutsch zu denken. Jede einzelne Straftat von Deutschen an Ausländern wird durch alle Medien gezerrt, die zahlreichen Verbrechen von Ausländern an Deutschen werden in der Statistik überdeckt.

Selbst die zerstrittenste Regierung der Weimarer Republik hat sich über die beste Art gestritten, das Wohl des Landes und des deutschen Volkes zu fördern. Den heutigen Parteifunktionären geht es nur um den Erhalt ihrer Dienstwagen, Regieren heißt heute: Handeln zum Nachteil des deutschen Volkes, um dessen Untergang und Verschwinden zu beschleunigen.

Die größten Feinde des deutschen Volkes sind weder Juden noch Amerikaner, sind keine Moslems oder Chinesen, sondern Menschen, die in den deutschen Landes-Hauptstädten "politische Verantwortung" tragen, ein Staatsgehalt einstreichen und das eigene Volk nicht nur für dumm, sondern für ein Butterbrot verkaufen. Der größte Sieg, denn man über ein anderes Volk erringen kann, ist es so zu demütigen, daß es sich willenlos einer Herrschaft von Verrätern fügt.

Umkehrpunkt

Wenn alles zum Schlechtesten steht, es unablässig abwärts geht, wie soll da eine Umkehr geschafft werden?

Wie soll ein Volk, das den Feind nicht nur im eigenen Land hat, sondern sogar im eigenen Blut, sich wieder reinigen? Es geht nicht darum, ein paar Volks- oder Rassenfremde aus dem Land zu jagen. Es geht darum, 65 Jahre unentwegter Gehirnwäsche zu beseitigen. Nicht zu beenden, sondern alle ihre Folgen zu tilgen, was wesentlich mehr Aufwand erfordert. Hitler konnte "das Böse" noch in den Juden verorten, heute brauchen wir keine Juden mehr als offensichtliche Sündenböcke, heute sind es Deutsche, die ihr Volk schädigen und dabei sind, es in den Untergang zu führen.

Der Morgenthau-Plan wird vorbildlich umgesetzt, nicht von den Besatzern, sondern von Verrätern im eigenen Volk. Keine Truppe kann bestehen, wenn jeder befürchten muß, daß der Mann, der neben ihm im Schützengraben liegt, bei nächster Gelegenheit den Dolch zückt und ihn gegen die eigenen Kameraden einsetzt. Deutsche Journalisten bekommen Preise dafür, daß sie die Ehre des eigenen Volkes in den Schmutz ziehen, im staatlichen deutschen Bezahlfernsehen werden unsere Vorväter als Verbrecher hingestellt, die Greueltaten am deutschen Volk als verdiente Strafe bezeichnet.

Ja, ich gebe zu, dieses Volk ist gebrochen, seiner Ehre und seiner Geschichte beraubt. Dieses Volk ist zu einer gesichtslosen Masse von Duckmäusern geworden, die wegschauen und dem die Füße küssen, der ihnen die Knute zu spüren gibt. Dieses Volk bezeichnet Entmündigung als Demokratie und Meinungsdiktatur als Freiheit. Dieses Volk hat hingenommen, daß Parteiideologen die Schulen in Kinderbewahranstalten umfunktionieren, die nebenbei auch noch eine rudimentäre Bildung vermitteln.

Wir haben uns eingemauert, in einer wahren Festung der Selbstverachtung, sind gefangen im Kerker der Selbstzerstörung, bewachen uns gegenseitig im brennenden Mißtrauen. Denunzianten und Blockwarte werden uns als Auswüchse einer Diktatur hingestellt, doch diese selbsternannte Demokratie bedient sich bereitwillig der Dienste dieser ehrlosen Subjekte. Deutsche Kinder werden nicht gezeugt oder schon im Mutterleib ermordet, weil deutschen Frauen eingeredet wurde, sie müßten um der Gleichheit willen die Berufe ihrer Männer ausüben. Zugleich werden fremde Kinder von außen ins Land geholt, gleichfalls entwurzelt, zum Treibgut der Geschichte verdammt, mit der Begründung, unser Land würde sonst entvölkert.

Männliche Römer hatten Sklavinnen als Gespielinnen für ihr Bett, weibliche Römerinnen trösteten sich mit gutgebauten Sklaven, am Ende gab es keine Römer und kein Rom mehr. Deutsche Männer fliegen für den Zeugungsakt gerne mal nach Bangkok, deutsche Frauen engagieren sich Liebhaber aus dem Senegal. Wie lange mag es noch Deutsche geben? Und wann heißt dieses Land Germanistan?

Auch die stärkste und mächtigste aller Festungen ist schließlich gefallen. Was uneinnehmbar für das Militär gewesen war, wurde Opfer der Zeit und der Elemente. Auf die Zeit brauchen wir nicht zu hoffen, denn die Zeit arbeitet gegen uns. Eine Umkehr ist also nur durch die Elemente möglich. Ein Erdbeben, ein kosmischer Einschlag, ein Blitz aus dem Himmel hinterläßt größere Zerstörungen, als die mächtigste von Menschen geschaffene Bombe.

Genau das ist die Umkehr, sie kommt zu einem hohen Preis. Ich habe einmal ein anderes Bild benutzt: Eine Schlackekugel, in deren Innerem noch die Glut steckt, das Feuer des reinen Erzes. Ein Hammerschlag zerbricht die Schlacke, legt das Eisen frei. Die neue Kugel ist kleiner, es geht um kubische Verhältnisse. Besitzt die innere Kugel den halben Durchmesser, so bleibt ihr nur ein Achtel des Volumens, ein geschätztes Drittel der Masse. Nach dem Dreißigjährigen Krieg waren zwei Drittel der damaligen Deutschen gestorben, hingemordet, Krankheiten erlegen oder schlicht verhungert. Von 80 Millionen würden noch 25 Millionen überleben...

Ein Weltkrieg, eine Weltkatastrophe beschränkt sich nicht darauf, daß in einer Revolution alle Volksverräter an die Laternen gehängt werden. Ob nun Kanzlerin oder Abgeordneter, ob Richterin oder Staatsanwalt, ob hochrangiger Beamter oder Bankmanager - wenn jeder Volksschädling bis hinunter zum kleinsten Denunzianten von einer Sekunde zur nächsten spurlos und umweltfreundlich verschwinden würde, es wäre nicht mehr als ein Wendepunkt. Gewiß, der Anteil an guten, brauchbaren Menschen würde dadurch signifikant erhöht, doch die Alberts in diesem Land, die Uninteressierten, die Schafsherde in der Bevölkerung würde dadurch nicht aufwachen. Vielleicht wäre es möglich, in Jahrzehnten eine Besserung zu erreichen, doch viel wahrscheinlicher ist, daß in diesen Jahrzehnten die neue Regierung den Versuchungen der Macht erliegt und davon korrumpiert wird.

Ein Umkehrpunkt setzt eine weitaus massivere Erschütterung voraus, eine neue Stunde Null. Prophezeiungen sprechen vom dritten Weltkrieg, von kosmischen Einschlägen, von einer dreitätigen Finsternis. Sie sprechen vom Überlebenskampf der Menschen. Das wird schließlich die Umkehr auslösen.

In den ersten Wochen und vielleicht sogar Monaten wird der Eigennutz dominieren. Plünderer ziehen übers Land, Bauern verteidigen ihre Ernte mit dem Jagdgewehr. Doch langsam setzt sich die Erkenntnis durch, daß nur das Miteinander das Überleben ermöglicht. Mißtrauen kostet Kraft und Mittel, die zum Überleben erforderlich sind. Vertrauen stärkt die Gemeinschaft. Mann und Frau ergänzen sich in ihren Aufgaben, sie sind keine Konkurrenten. Die Überlebenden brauchen Väter und Mütter, keine Gleichstellungsbeauftragten. Die Überlebenden brauchen Lehrer, die Wissen und Können vermitteln, keine Bildungsideologen. Ehre, Freiheit, Vaterland - das sind die Werte, die wir zum Überleben benötigen, nicht betrügerisches Papiergeld, obrigkeitliche Rundumüberwachung und multikulturelle Zersetzung der eigenen Geschichte.

Sind das "rechte" Werte, die eine Renaissance erleben werden? Nein, es ist nur ein konservativer Ansatz, bei dem das Erhaltenswerte auch erhalten wird, anstatt es aus einer Laune heraus in die Mülltonne zu werfen. In dieser Mülltonne wird hingegen Merkel-Deutschland landen, als großer Irrtum der Geschichte, als ein finsteres Zeitalter der Volksverdummung und des Aberglaubens. Der Preis dafür ist hoch, sehr hoch. Der Dreißigjährige Krieg hat das Mittelalter beendet, den Weg für die Aufklärung geebnet. Deutschland war danach verwüstet, ja entvölkert. Und doch wurde erst durch diese Katastrophe das geschaffen, was wir heute als Deutschland empfinden: Das Land der Dichter und Denker.

Mathematische Funktionen, zumindest jenseits des Nullpunktes, verlaufen zumeist ohne "Knick". Die Geschichte ist aber keine mathematische Funktion, hier gibt es Knicks und gelegentliche Sprünge. Ein Zusammenbruch und ein darauf folgender Neuanfang kosten immer Opfer. Wir dürfen auf eine bessere Zukunft hoffen, doch diese Zukunft hat ihren Preis. Wer für diese bessere Zukunft arbeitet, wird ausgegrenzt und erlebt die Härten der Gegenwart. Auf eine Belohnung in dieser heutigen Welt gibt es keine Garantie. Nach den Vorkämpfern mögen dereinst Straßen benannt werden - doch davon haben Tote noch nie etwas gehabt.

© Michael Winkler