Migration (13.4.2011)

Ein gewisser Wandertrieb steckt im Menschen, er hat dazu geführt, daß der Mensch die ganze Erde besiedelt hat. Eltern produzieren einen Überschuß an Kindern, schließlich leben mehr Menschen an einem Ort, als dieser ernähren kann, folglich ziehen die Jungen davon und gründen in einigem Abstand eine neue Ansiedlung. Die Verbreitung verläuft exponentiell und dient der Erhaltung der Art, da Katastrophen nur einen Teil und eben nicht die ganze Menschheit auslöschen.

Dieses Ausbreitungsschema durchzieht die ganze Natur. Wir sehen es sehr gut in Katastrophengebieten, seien es Vulkanausbrüche, Waldbrände oder Erdrutsche - was heute wüst und leer erscheint, ist nächstes Jahr schon ergrünt und in zwanzig Jahren stehen dort Bäume. Nur wer genau hinsieht, entdeckt noch die Hinweise auf die weitgehend vergessene Katastrophe. Die Natur arbeitet außerdem mit "Stellenbeschreibungen". Es gibt den "Kleinpflanzenfresser", den "Großpflanzenfresser", den "Pflanzenbefruchter", den "Kleinräuber", den "Großräuber", den "Aasfresser", den "Insektenvertilger"... Die Stellen werden überall besetzt, und wenn die Stelle frei ist, wachsen Tierarten in sie hinein.

Nach dem Aussterben der Dinosaurier, die diese Stellen besetzt hatten, rückten die Säugetiere nach. Landsauerier, Meeressaurier, Flugsaurier - jetzt leben dort überall Säugetiere. Betrachten wir die deutsche Wirtschaft nach dem zweiten Weltkrieg, so finden wir dort dasselbe Prinzip: Die Großen waren ausgestorben oder zurechtgestutzt worden, jetzt gab es Platz für neue Mitspieler, für Kleine, die eine Chance bekamen. Grundig war eine solche Nachkriegsgründung, die Autofirma Borgward oder das Versandhaus Neckermann gehören dazu. Diese Firmen waren eine Zeitlang sehr erfolgreich, sie besetzten frei gewordene "Stellen".

In der Biologie gibt es das, was mit "Überleben des Stärkeren" fehlübersetzt wurde. Wörtlich hat Darwin das Überleben des Geeignetsten, des am besten Angepaßten gemeint. Einwanderungen in der Natur führen oft zu einer Umvolkung. Einheimische Populationen werden durch aggressivere Zuwanderer verdrängt, vor allem dann, wenn ein fein austariertes Gleichgewicht durch Zudringlinge gestört wird, für die es im Zuwanderungsgebiet noch keine Feinde gibt.

Überleben des Gehätschelten

Es gibt fünf großartige Beispiele einer gelungenen menschlichen Einwanderung: die nach Preußen geholten Hugenotten, die Wolgadeutschen, die Siebenbürger Sachsen, die Banater Schwaben und die Deutschen in den USA. Letztere brachten den USA nicht nur ihr Können, ihren Fleiß und ihr Geschick, sie haben sogar den einzigen Vertrag zwischen Weißen und Indianern abgeschlossen, der nie gebrochen wurde. Ich finde es bezeichnend, daß in allen fünf Fällen Deutsche beteiligt waren. Deutsche Zuwanderer haben trotz ihrer kulturellen Eigenheiten nirgendwo Probleme verursacht.

Das unterscheidet sie von einem anderen Volk, das sich seit zweieinhalb tausend Jahren unter andere Völker mischt und dort überall für Ärger sorgt. In jedem, wirklich jedem Land der Welt, wurden und werden zugewanderte Juden "verfolgt". Das läßt nur den Schluß zu, daß es am Rest der Menschheit liegen muß, die so unglaublich intolerant ist, wie - ja, wie die Juden in Israel gegen die einheimische Bevölkerung.

Erwünschte Zuwanderer erfahren Förderung, um erfolgreich zu überleben. Die Mindestförderung, die jene fünf Gruppen erfahren haben, bestand darin, daß ihnen Land zur Bebauung überlassen wurde und die Behörden sich einige Zeit zurückgehalten haben. In den USA gab es diese Behörden nicht, in Preußen erlaubten sie den Hugenotten, in Ruhe Fuß zu fassen und ihre Existenz zu sichern. An der Wolga, im Banat und in Siebenbürgen lag das Vorgehen irgendwo dazwischen.

Es gibt jedoch noch eine andere Form der Hätschelung: die Bevorzugung des Zuwanderers, der damit in den Augen der Einheimischen zum unerwünschten Eindringling wird. Die Hugenotten und die Deutschen siedelten in Gebieten, die von den Einheimischen gar nicht oder zumindest nicht ausreichend bewirtschaftet wurden. Sie kamen nicht als Verdränger, sondern als Menschen, die einen weitgehend leeren Raum füllten. Mehr an Hätschelung war nicht erforderlich.

Wenn wir von Gastarbeitern in Deutschland sprechen, dann müssen wir mit der ersten Gastarbeiterwelle beginnen, der Zuwanderung im Kaiserreich, von Leuten, die gelegentlich als "polnischer Ruhradel" bezeichnet werden. Die Zechen und Fabriken des Ruhrgebiets benötigten mehr Arbeitskräfte, als die heimischen Geburten zur Verfügung stellen konnten. Jene Gastarbeiter kamen aus Polen, sie kamen mit ihren Familien - und sie wurden Deutsche, die sich in nichts von anderen Deutschen unterschieden. Höchstens Namen wie Kowalski, Kutzorra oder Morawietz geben noch einen Hinweis auf die Herkunft der Vorfahren.

Nach zwei Kriegen, in denen die ganze Welt über Deutschland hergefallen ist, änderte sich das Verhältnis zu den Gastarbeitern. Nachdem Deutsche, die Trümmerfrauen und die Überlebenden aus den Zwangsarbeitslagern der Sieger des zweiten Weltkriegs, das Land wieder aufgebaut und die Wirtschaft in Schwung gebracht hatten, wurde Deutschland auferlegt, andere Völker an dem wiedererlangten und dank harter Arbeit wachsenden Reichtum zu beteiligen.

Zuerst wurden Italiener ins Land gedrückt, außerdem Spanier und Portugiesen. Die Hauptsiegermacht USA wollte diese Länder in der NATO halten, ihre Wirtschaft stabilisieren. Die BRD-Regierung hatte zu gehorchen, und die BRD-Konzerne wurden mit dem Vorteil gelockt, mit diesen Fremdarbeitern die Löhne der Belegschaften im Zaum zu halten. Diese Gastarbeiter der ersten Stunde waren Europäer, aufgewachsen in den Traditionen des christlichen Abendlandes. Sie paßten sich der deutschen Gesellschaft an, und sie kehrten in ihre Heimatländer zurück, wenn ihre Verträge ausliefen. Damals gab es noch keinen Familiennachzug.

Dann wurde die Türkei begünstigt. Die USA brauchten ein islamisches Land in der NATO und Israel brauchte ein islamisches Land als vorzeigbaren Freund und Verbündeten. Diese Freundschaft wurde großzügig mit deutschem Geld erkauft. Inzwischen hatte die Regierung der BRD gewechselt, mit dem Vaterlandsverräter Herbert Frahm war ein noch unterwürfigerer Kanzler an die Macht gelangt. Die Regierung aus SPD und FDP wollten, ganz Gutmenschen, die Familien nicht mehr auseinanderreißen. Jetzt durften die Gastarbeiter ihre Familien nachholen, erst damit wurden sie zu Zuwanderern.

In dieser Phase sind zwei Dinge bemerkenswert: das Gutmenschentum benötigte keinerlei Grüne, deren heutige Spitzenleute damals zumeist eingeschriebene Kommunisten gewesen waren, wenn sie nicht gleich als Anarchisten Steine auf Polizisten geworfen hatten. Zum anderen verhielten sich diese Einwanderer der zweiten Generation, obwohl sie Türken und Muslime waren, nicht anders als der "polnische Ruhradel": unauffällig und angepaßt. Die Eltern haben Deutsch gelernt, die Kinder deutsche Schulen besucht. Damals wollte niemand das Land mit Moscheen ("Kasernen" laut dem Obertürken Erdogan) und Minaretten ("Bajonetten") zupflastern, damals sollten in Schulen keine Kreuze abgehängt und Gebetsräume eingerichtet werden, damals gab es keine derart gestiegene Ausländerkriminalität, daß sie in den Statistiken verschleiert werden mußte.

Das Problem eskalierte, wie so vieles andere, unter dem grauslichsten Kanzler aller Zeiten, unter Helmut Kohl. So, wie vor jenem Spielfilm, der 1979 im deutschen Fernsehen gezeigt wurde, niemand den Begriff Holocaust™ gekannt hatte, lernten wir durch den bleiernen Kanzler das Wort "Asylant" kennen. Aus dem großzügigen Artikel 16 "Politisch Verfolgte genießen Asyl" (alte Fassung) wurde das Recht auf Zudringlichkeit abgeleitet. Plötzlich war die halbe Welt politisch verfolgt, wobei eine Verfolgung jederzeit konstruiert werden konnte. Und wer nicht einmal das schaffte, der "verlor" seine Papiere und konnte sich nicht mehr erinnern, in welchem Land er gelebt hatte.

Mit ein wenig gutem Willen hätte man dieses Problem in den Griff bekommen können. Dank der intensiven Werbung mit erfundenen Gruselgeschichten hätte es durchaus abschreckend gewirkt, man die Asylbewerber in Lager konzentriert hätte, die an bekannten Orten wie Dachau, Bergen-Belsen oder Flossenbürg gebaut werden, mit Gesundheitsfürsorge durch Arbeit an frischer Luft. Doch jetzt gab es die Partei der Besserverdienenden und Gutmenschen, die Grünen.

Grüne Gutmenschen sind ein eigentümliches Völkchen: Sie wollen, daß ANDERE Gutes tun, und sie wollen, daß Großprojekte, deren Sinn sie durchaus einsehen, niemals am eigenen Wohnort errichtet werden. So sprechen sich grüne Gutmenschen für ein Bleibe-, Arbeits-, Einbürgerungs- und Wahlrecht von Scheinasylanten aus, soweit diese, bitteschön, im Nachbarort, Nachbarlandkreis oder der Nachbarstadt angesiedelt werden. Großmoscheen müssen sein, solange sie nicht die eigene Aussicht verschandeln.

Die Einwanderer der dritten Stufe, die niemand gerufen hatte, die Zudringlinge, brachten etwas mit, das den früheren Gastarbeitern fremd gewesen war. Ansprüche. Um den orientalischen Einfluß aufzuzeigen, wurde aus dem christlichen Abendland jetzt das "christlich-jüdische" Abendland, ein verwässertes Etwas, dem ein wenig Islam nicht schaden würde. Jetzt erschienen Moscheen und Kopftücher in unseren Städten, zuerst im Hinterhof und auf den Straßen der Türkenghettos, dann immer offener, protziger.

Damit dieses gewünschte Zudringen auch wirklich ein Erfolg wurde, wurden Polizisten angewiesen, nicht etwa die einheimische Bevölkerung und damit die Steuerzahler zu beschützen, sondern die Zuwanderer. Dank ein paar "zufällig" einschränkenden Gesetzen waren die Damen und Herren davor geschützt, bezahlte und damit überwachte Arbeit zu leisten. Statt dessen "mußten" sie vor Schulen Drogen verkaufen. Die Versorgung durch Sozialhilfe war zwar großzügiger, als das Leben, das ihnen eigene Arbeit im Heimatland verschafft hätte, aber so ein kleiner Nebenverdienst ist doch immer willkommen. Vor allem, wenn die Polizei kooperieren muß. Wird einer der Damen und Herren Drogenhändler wirklich einmal auf eine Polizeiwache gebracht, so werden die Damen und Herren Haftrichter die betreffenden entweder mit einer freundlichen Ermahnung, oder, falls diese das Wort "Nazi" fallen lassen, mit einer unterwürfigen Entschuldigung wieder freigelassen.

Der Asyl- und Nachzugswildwuchs wurde von staatlicher Stelle gezielt gefördert. Der türkische Arbeiter der zweiten Stufe holte Frau und Kinder aus der Heimat nach. Diese Kinder holten sich Ehepartner aus Anatolien, durch die wieder Schwägerinnen, Onkel, Urgroßmütter und Kindeskinder ins Land geholt wurden. Und wo es einem Ghanaer gutging, da war noch Platz für drei Somalier und acht Libanesen.

Unter dem späten Kohl, als viele Menschen in diesem Land schon begriffen hatten, daß "Birne" Politik gegen Deutschland betrieb, wurde ein wenig Kosmetik veranstaltet. Die folgende Regierung, Rot-Grün, schickte deutsche Soldaten in Auslandseinsätze, in die Kolonialkriege der Amerigauner. Da in dieser Zeit nicht nur Israel, sondern auch die USA und die NATO munter um sich schossen, gab es viele neue Kriege, dank derer "Flüchtlinge" nach Vierzonesien eindrangen, um sich hier aushalten zu lassen.

Abgeschoben werden immer nur die gut angepaßten, die wirklich Bürger dieses Landes werden wollten. Diese Leute werden gerne im Fernsehen vorgezeigt, Eltern, die gearbeitet haben, Schüler, die in deutschen Schulen gute Noten geschrieben haben. Mit anderen Worten: Menschen, die keinen Widerstand leisten. Die anderen, deren Kinder betteln oder klauen gehen, deren Jugendliche Gewalt- und Raubdelikte begehen, die als Erwachsene unsere Gefängnisse füllen, die schiebt keiner ab. Diese Bereicherer der Verbrechenskultur werden gehätschelt und von Grüninnen wie Trittin und Özedemir verteidigt.

Es ist so offensichtlich, daß es, würden Recht und Gesetz nicht beide Augen zudrücken und verkleben, längst offenkundig wäre: Hier wird keine Migration betrieben, sondern eine gezielte Umvolkung, eine Verdrängung der Einheimischen, der Versuch einer ethnischen Säuberung. Parallel zur Verhätschelung der Zudringlinge wird der Kampf gegen Deutsch betrieben. Natürlich nicht unter diesem Namen, denn sonst würden sogar die Bewohner von Oberdeppenheim merken, daß hier etwas nicht stimmt. Also nennt man es "Kampf gegen Rechts", erzählt fiktive Greuelmärchen, die in einer weit zurückliegenden Zeit ("vor '45") und in einem anderen Land ("Hitlerdeutschland") spielen, um das Volk gegen sich selbst und seine eigenen Werte aufzuhetzen. In Merkeldeutschland ist Oberdeppenheim folglich bunt statt braun, geschmacksneutrale identitätslose Wassersuppe statt in deutschen Traditionen und der eigenen Kultur verwurzelt.

Wirtschaftsflüchtlinge sind Vaterlandsverräter!

Nachdem ich die Situation im "Einwanderungsland" BRD betrachtet habe, möchte ich mich unter dieser provokanten Überschrift den Heimatländern zuwenden. Blicken wir zunächst in die "Stunde Null" unseres eigenen Landes, in die Besatzungszeit von 1945-49, vor der Gründung der trizonesischen Staatssimulation BRD. Schauen Sie sich Photos aus dieser Zeit an, aber bitte nicht die zurechtdrapierten KZ-Bilder der Propagandakompanien. Da sehen Sie Häuser, von denen nur noch die verbrannten Fassaden stehen, schmale Straßen zwischen Schuttbergen. Da sehen Sie Trümmerfrauen, die in diesem Schutt wühlen, noch brauchbare Steine herausklauben und davon den Mörtel abklopfen.

Was wäre passiert, wenn die Menschen aus dieser Trümmerwüste abgehauen wären? Die überlebenden Ingenieure und Facharbeiter, die in den USA, in Kanada, in Argentinien oder in Australien gebraucht worden wären? Die erste Wahl, die Spitzenkönner, haben sich die Sieger West wie Ost ohnehin abgegriffen, ihnen die berühmten Angebote unterbreitet, die keiner dem Mafiapaten abschlagen konnte. Wernher von Braun, Manfred von Ardenne... Dafür sind Max Grundig, Josef Neckermann oder Heinrich Nixdorf im Land geblieben. Die Maschinenbauer im Ruhrgebiet sind nicht abgehauen, sondern haben das, was die alliierten Räuber demontiert haben, besser, moderner und leistungsfähiger wieder aufgebaut.

Ich bin 1957 geboren und habe die Stunde Null nicht miterlebt. Ich habe im vormals zu 90-95% zerstörten Würzburg nur noch ein paar wenige Narben des Krieges gesehen, und trotzdem habe ich das Glück gehabt, in einem Land aufzuwachsen, das damals noch deutsch gewesen war, in Schulen zu gehen, in denen Erziehung und Wissen vermittelt wurden, anstatt die Experimente von Ideologen zu erleiden und dort auf den "Kampf gegen Deutsch" vorbereitet zu werden.

Schauen wir uns den Krieg auf dem Balkan an, im ehemaligen Jugoslawien. Selbst der Kosovo-Krieg der NATO liegt schon 13 Jahre zurück, also ungefähr solange, wie bei meiner Geburt die Zerstörung Würzburgs. Aber haben die Kosovaren ihr Land aufgebaut? Das nicht, aber sie sind in hellen Scharen nach Vierzonesien geflüchtet, dorthin, wo das Leben leichter ist, anstatt für ihre Heimat zu arbeiten.

Gutmenschen in Deutschland verhalten sich zu Wirtschaftsflüchtlingen wie Hehler zum Stehler.

Aktuell findet die "Flucht" aus Tunesien statt. Im Fernsehen wurde ein Tunesier gezeigt, der erklärt hat: "Ich habe ein Diplom, ich kann als Informatiker, als Bäcker und als Friseur arbeiten." Natürlich ist das kein deutsches Universitätsdiplom, sind das keine deutschen Gesellenbriefe, doch gehen wir davon aus, daß dieser Mann nicht auf Wunsch der Journalisten gelogen hat, so verfügt er über Qualifikationen, die sein Land benötigt.

Max Grundig hat nicht mit einer Fabrik angefangen, sondern mit einem Radiobausatz. Fertige Radios waren teuer und selten, die Fabriken der etablierten Marken lagen in Trümmern. Ohne diese Zerstörung hätte sich niemand ein Radiogerät selbst gebastelt, ohne diese Zerstörung hätte es keine Firma Grundig gegeben. In Tunesien bieten sich jetzt vergleichbare Chancen. Statt Devisen für Microsoft, Oracle oder SAP auszugeben, wären im Lande entwickelte Programme, die sich auf die nötigen Funktionen beschränken, für kleine Handwerker nützlich. Bis dieses Geschäft richtig anläuft, könnte sich dieser Informatiker als Bäcker durchschlagen und sich als Friseur ein paar zusätzliche Groschen verdienen. In Europa hat er dazu keine Chance, da ist er nicht qualifiziert, da lebt er von Sozialhilfe. Wie Max Grundig in den damaligen USA...

Ask not, what your country can do for you, ask, what you can do for your country. (John F. Kennedy)

Passend übersetzt, lautet dies: Frage nicht, was das Land, in das du einwandern willst, für dich tun kann, sondern frage, was du für dieses Land tun kannst.

Hätten wir Probleme, wenn jeder Zuwanderer diese Frage ernsthaft beantworten würde? Auf diese Weise kämen Mitbürger, keine Zudringlinge. Hugenotten, Wolgadeutsche, Siebenbürger Sachsen, Banater Schwaben und die Deutschen in den USA haben ihrer neuen Heimat Nutzen erbracht, haben für dieses Land gearbeitet, anstatt dieses Land auszunutzen. Im Kleinen, im Einzelfall funktioniert das auch heute. Wer sich in Norwegen, in der Schweiz oder in Paraguay eine neue Existenz aufbauen möchte, sich sorgfältig auf seine Auswanderung vorbereitet, sich dort von hier aus um Arbeit bemüht oder Geld mitbringt, um dort eine Firma zu gründen oder einen Bauernhof zu kaufen, fällt nicht unter den Begriff Zudringling. Mag die erste Generation noch deutsch sein, die zweite ist schon deutschstämmig und die dritte ist Inländer mit deutschen Wurzeln, nicht anders als der "polnische Ruhradel".

Die moderne Migration im Rahmen der Globalisierung folgt nicht diesen Regeln. Sie folgt nicht einmal jenen Regeln, die einst für die Auswanderung nach Amerika gegolten haben. Wer damals an Bord der Segelschiffe oder der frühen Dampfer gegangen ist, hat seine Heimat hinter sich gelassen, um in der "Neuen Welt" durch harte Arbeit eine neue Existenz aufzubauen, um Amerikaner zu werden, nicht, um Deutscher zu bleiben oder die USA zum neuen Deutschland umzugestalten.

Die Zudringlinge wollen, daß sich Deutschland ihnen anpaßt. Anstatt ihr eigenes Land aufzubauen, dort gute Arbeit zu leisten, ziehen sie ins vermeintliche Schlaraffenland, um sich durch die Arbeit der dortigen Bewohner aushalten zu lassen. Sechs Kinder, Hartz IV, nie in Deutschland gearbeitet, dafür Freitags in die Moschee, tagsüber ins türkische Teehaus und abends das türkische Programm im Satelliten-Fernsehen - das ist angenehmer und einträglicher, als in Anatolien den Boden zu bestellen.

Die deutschen Auswanderer haben gewußt, daß Amerika eine Chance ist, kein Schlaraffenland. "Vom Tellerwäscher zum Millionär" war eine Verheißung, so, wie heute ein Lottogewinn eine Verheißung darstellt. Träume von der eigenen Farm endeten hin und wieder mit einem Indianerpfeil in der Brust. Es gab keine Gewißheiten, keine Garantien, nur eine Chance.

In Merkeldeutschland hingegen gibt es keine Chancen, dafür Garantien und Sicherheiten. Jeder wird untergebracht, ernährt und gekleidet. Abschiebungen sind selten, und, wie oben dargestellt, werden dafür fernsehwirksam die Falschen ausgewählt. Gerade die zudringlichsten der Zudringlichen, die hier ihre eigene Welt aufbauen, die uns mit Bandenkriminalität aus dem Libanon beglücken, an die wagt sich der sogenannte Staat nicht mehr heran. Sein Gewaltmonopol gilt nur gegen die eigenen Bürger, die willigen Schafe, die ihre eigene Abschaffung auch noch finanzieren sollen. Für die Zudringlinge ist Deutschland ein rechtsfreier, für die Einheimischen ein rechtloser Raum. Aber wenigstens ist Oberdeppenheim bunt statt braun.

Wir können am Beispiel des Iraks sehr viel lernen: 1991 hatten die Amerigauner keinerlei Interesse, diesem Land zu einer neuen, selbstbestimmten Regierung zu verhelfen. Die Kräfte im Inneren, die damals freigesetzt worden waren, hat Bush senior so kaltherzig geopfert, wie einst Roosevelt, Churchill und Truman die Kosaken oder die Völker Osteuropas. 2003 hat Bush junior dann das getan, was sein Vater versäumt hat, doch das gebrochene Land konnte sich nicht mehr selbst aufrichten. Heute herrscht dort noch immer Chaos, in dem Kollaborateure als Politiker sich die eigenen Taschen füllen.

Der Umbruch in Ägypten ist noch lange nicht abgeschlossen. Der "Pharao", Hosni Mubarak, ist zwar abgetreten, doch es sind noch immer seine Leute, die dort die Macht ausüben. Das alte Regime hat gerade einmal das Gesicht gewechselt, eine neue Regierung oder gar eine neue Staatsform hat sich noch nicht herausgebildet.

Ich möchte jetzt folgende Frage stellen: Wen soll die Welt aufnehmen? Wen wollen wir in diesem Land aufnehmen? 20 Millionen unzufriedene Ägypter oder 20 Millionen dankbare Japaner, die vor Atomstrahlung evakuiert werden müssen?

Abgesehen davon, daß die Grüninnen am liebsten alle 40 Millionen Flüchtlinge aufnehmen würden, sofern das nicht in ihrem eigenen Stadtteil bzw. Dorf stattfindet, ist die Antwort einfach: die Japaner sind in Not, die Ägypter wollen nur einfach mal weg. Die Natur hat eine scheinbar grausame Lösung gefunden, wenn in einer Region eine Überpopulation herrscht: die Population wird durch Aussterben reduziert. Auch wenn es ein paar Leute stören mag: Wir Menschen sind eine Tierart von vielen, mit ein paar Eigenheiten, wie den zweibeinigen Gang, das fehlende Fell und ein Gehirn, das ein höheres Bewußtsein beherbergt. Unsere lokalen Überpopulationen wurden - und werden - auf vergleichbare Art beseitigt: durch eine Hungersnot.

Wir haben uns ein Weltbild zugelegt, das auf der einen Seite das menschliche Leben über alles stellt, auf der anderen Seite Tote als bloße Statistik führt. Wir betreiben in der "zivilisierten" Welt einen irrsinnigen Aufwand, um behinderte und aus eigener Kraft lebensunfähige Kinder am Leben zu erhalten, während ein paar Flugstunden entfernt zahlreiche im Grunde gesunde Kinder an Hunger und leicht zu heilenden Krankheiten sterben. Wir treiben einen irrsinnigen Aufwand, um Todgeweihte mit einem gewaltigen Apparatepark am Leben zu erhalten, während in anderen Ländern junge Menschen, die ihr Leben noch vor sich hätten, aufeinander schießen, sich mit Bomben bewerfen oder anderweitig auslöschen. Wir trauern unendlich oft um sechs Millionen Tote, an die sich kein Mensch mehr wirklich erinnern kann, und zerstören die Lebensgrundlagen für Milliarden Menschen für "Profit" im wertlosen Papiergeld.

Wir Menschen unterliegen der natürlichen Auslese, wie jede andere Art auf diesem Planeten. Wir haben bestenfalls die Wahl, die Auslese auf ein lokales Gebiet zu begrenzen oder sie weltweit zu riskieren. Die Probleme Ägyptens können nicht in Deutschland gelöst werden, nicht in Washington und nicht in Tel Aviv. Wenn wir Menschen aus Problemländern wie Somalia zu uns lassen, sorgen wir auf der einen Seite dafür, daß diese Probleme fortbestehen, auf der anderen Seite holen wir diese Probleme zu uns, in unseren Vorgarten, in unser Wohnzimmer.

Es ist wie mit dem Rauchen: Ihr Arzt, Ihre Freunde, alle Leute können Ihnen sagen, daß Sie mit dem Rauchen aufhören sollen, können Ihnen begründen, daß das besser für Sie wäre, können Sie sogar in rauchfreie Umgebungen "entführen", doch aufhören, das Problem lösen - oder sich dafür entscheiden, das nicht als Problem anzusehen - können Sie nur ganz allein.

Wir können unseren hochverehrten Herrn Außenminister nach Tunesien schicken, wir können das Grundgesetz in Arabisch, Französisch und ein paar andere Sprachen übersetzen und über dem Land abwerfen, wir können denen sogar unsere noch höher verehrte Frau Bundeskanzlerin schenken, dadurch würde kein einziges Problem von Tunesien gelöst. Wir haben nur die Wahl, die Tunesier nach Tunesien zurückzuschicken, auf daß sie die Probleme Tunesiens selbst anpacken.

Wirtschaftsflüchtlinge, die ihr Heimatland verlassen, lassen dieses Land im Stich, sie lassen ihre Mitmenschen und ihre Familien im Stich. Deshalb nenne ich sie Vaterlandsverräter. Und wer nicht begreifen will, daß er damit, daß er diese Menschen nach Deutschland läßt, die Schwierigkeiten in deren Heimatländern verlängert, ist entweder dumm bis zur Unfähigkeit, oder schlicht und einfach kriminell.

Es ist eine Ironie, daß die wahren Gutmenschen, welche wirklich die Probleme der Fluchtländer lösen, jene sind, die "Deutschland den Deutschen!" rufen und "Ausländer raus!" skandieren.

© Michael Winkler