Zivilcourage (16.4.2008)

Der Begriff Zivilcourage ist allgemein bekannt, und wenn nicht, läßt er sich im Lexikon nachschlagen (Hier: Wikipedia):

"Zivilcourage setzt sich aus den beiden Wörtern zivil (lateinisch civilis, 1. bürgerlich – nicht militärisch, 2. anständig, annehmbar) und courage (französisch „Mut“) zusammen: Was als Mut von Bürgern übersetzt werden kann und vermutlich ursprünglich ausschließlich entsprechendes Auftreten gegenüber nicht-zivilen Autoritäten (Militär, Polizei) meinte.

Heute wird unter Zivilcourage das Auftreten gegen die herrschende Meinung verstanden, mit dem der Einzelne, ohne Rücksicht auf sich selbst, soziale Werte oder die Werte der Allgemeinheit vertritt, von denen er selbst überzeugt ist. Zivilcourage bedeutet sichtbaren Widerstand aus Überzeugung und Maxime."

Ursprünglich war Zivilcourage also der Widerstand gegen ungerechtfertigte Übergriffe staatlicher Autoritäten, ein Aufbegehren gegen die herrschende Meinung. Natürlich deckt Zivilcourage nicht "Widerstand gegen sie Staatsgewalt" ab, erst recht nicht den Aufbau einer terroristischen Organisation oder einer Untergrundarmee.

Nach Ansicht der Presse hat sich die Zivilcourage allerdings verändert. Heute wird dieses Etikett jenen Leuten angehängt, welche die herrschende Meinung unterstützen und "gegen Rechts" sind. Im Zusammenhang mit "gegen Links" habe ich dieses Wort noch nirgendwo gelesen oder gehört.

Heute ist es "Zivilcourage", vom sicheren Kämmerlein aus Anzeigen gegen seine Mitmenschen zu schreiben. Das hat zwar weder etwas mit zivil = anständig und Courage = Mut zu tun, früher bezeichnete man das als Denunziantentum und den Denunzianten als größten Lumpen im ganzen Land, aber das ist heute nicht mehr der Fall. Heute wird feiges Denunziantentum als Zivilcourage bezeichnet.

Zivilcourage ist heutzutage auch, Mitglieder der NPD Hotelzimmer zu verweigern. Zwar darf in diesem Land niemand wegen seiner Religion, seines Geschlechtes, seiner Hautfarbe oder seiner Weltanschauung diskriminiert werden, aber das gilt nicht für eine Partei, die gemäß der herrschenden Meinung diskriminiert werden darf. Natürlich fällt es ebenfalls unter Zivilcourage, dieser Partei Versammlungslokale zu verweigern, also das Grundrecht der Versammlungsfreiheit einzuschränken. Wer das nicht tut, muß die Folgen auf sich nehmen, gerne durch amtliche Organe oder gewählte Volksvertreter.

Schon Konfuzius hatte erkannt, daß das beste Mittel, um einen Staat zu lenken, eine einheitliche Sprachregelung sei. George Orwell hat dafür das Ministerium für Wahrheit eingeführt. Das Ministerium für Volksaufklärung und Propaganda war dem gegenüber ehrlich bis in die Knochen, weil klar und offen ausgesprochen wurde, was gut und böse ist. Im Orwell-Staat werden dagegen die Begriffe mit neuen Bedeutungen unterlegt. Getreu dieser Handlungsanweisung erleben wir einen Bedeutungswandel der Begriffe.

Der kulturfremde Ausländer wird zum "Mitbürger mit Migrationshintergrund". Mit Gentechnik denaturiertes Essen wird zum edlen "Designer-Food" aufgehübscht. Früher war es eine Lüge, wenn ich etwas behaupte, was ich besser weiß. Heute ist es eine Lüge, wenn ich ehrlich sage, daß ich eine geschichtliche Darstellung anzweifle. Früher war es Leugnung, wenn ich eine erwiesene Schuld abstreite. Heute ist es Leugnung, wenn ich um Beweise für eine geschichtliche Schuld bitte.

Unser Ministerium für Liebe foltert zwar nicht, wie es in "1984" geschieht, aber es verfolgt jeden Andersdenkenden, führt Sonderstrafbestände ein ("Völkerstrafrecht") und erwartet von Gerichten bei Gedankenverbrechen erbarmungslose Härte. Die ach so unabhängigen deutschen Richter befolgen diese Vorgaben anstandslos, schließlich wollen sie sich ihre künftige Karriere nicht verbauen.

Natürlich nennt sich dieser Staat freiheitlich und demokratisch, auch wenn Freiheit bedeutet, daß es jedem freigestellt ist, ständig die Staatsdoktrin nachzubeten, und Demokratie, daß das Volk sich frei zwischen den Leuten der Staatsparteien entscheiden kann, die anschließend den Willen des Volkes großzügig ignorieren.

Wenn in diesem Staat ein Ausländer von Deutschen verletzt wird, stürzen sich Presse, Funk und Fernsehen wie Aasgeier auf den Vorfall, tönen lautstark von "Ausländerfeindlichkeit" und "Rassismus" und fordern natürlich hohe Gefängnisstrafen, selbst wenn die Schuld der Verdächtigten nicht einmal im Ansatz nachgewiesen ist. Umgekehrt, wenn Ausländer Deutsche krankenhausreif prügeln, ist das kaum eine Meldung wert. Es stört dabei niemanden, daß Mehrfachtäter, die durch ihr Verhalten eindeutig keinerlei Besserungsabsichten zeigen, nur "auf Bewährung" verurteilt werden. Für welche Bewährung, bitte? Wobei sollen sie sich bewähren? Noch besser zuschlagen lernen?

Sollte tatsächlich einmal ein "Mitbürger mit Migrationshintergrund" zu Tode kommen, organisieren zahlreiche Organisationen mit staatlicher Unterstützung Kundgebungen und Lichterketten. Ist wie jüngst in Stolberg ein Deutscher das Opfer, ist das nicht nur keine Nachricht wert, sogar eine Trauerkundgebung wird mit massivem Polizeieinsatz behindert.

Von diesem BRD-Regime wird seit 60 Jahren jeder großzügig entschädigt, der nur lautstark genug behauptet, jemanden zu kennen, der unter "deutschem Unrecht" gelitten haben könnte. Allein von einer Entschädigung für Deutsche zu sprechen, ist ein Verbrechen irgendwo zwischen Ketzerei und Blasphemie. Über Mahnmale für Opfer deutscher Täter stolpert man auf Schritt und Tritt, aber ein Dokumentationszentrum über die Vertreibung von Deutschen ist ein Politikum und darf nur mit schwersten Auflagen eingerichtet werden - mehr als 60 Jahre nach der begangenen ethnischen Säuberung, nach dem Verbrechen gegen jedes Völkerrecht.

In diesem verqueren Pseudo-Staat gilt es als "Zivilcourage" die richtigen Minderheiten zu diskriminieren. In anderen Staaten ist "Patriot" eine Auszeichnung, ein Ehrentitel, hier in der BRD würde man Patrioten am liebsten ins Gefängnis werfen. Natürlich, denn es gibt keine BRD-Patrioten. Jene, die sich als solche aufführen, wurden dafür bezahlt und mit dem "am Bund verdient-Kreuz" dekoriert, sowie den zahllosen anderen Orden, Medaillen und Ehrenzeichen beglückt, die in diesem Land an jene verliehen werden, die keine Ehre im Leib haben.

Menschenrechte und bürgerliche Freiheiten sind für das BRD-Regime natürlich ein Problem, aber nur in anderen Ländern. In Rußland, ja, da werden politische Gegner unterdrückt, in China, da werden Bürgerrechtler ins Gefängnis geworfen. Aber natürlich nicht in der BRD, da sitzen nur Ewiggestrige ein, Volksverhetzer eben, Unruhestifter.

In der BRD stehen die Menschenrechte schließlich in der Verfassung! Ja, stehen sie, aber die Weimarer Verfassung gilt offiziell nicht mehr. Was gilt, ist keine Verfassung, sondern ein Verfassungsersatz, das hochgelobte Grundgesetz. Sollte jemand dieses hehre Grundgesetz aufmerksam lesen, wird er schnell feststellen, daß dort diese Grundrechte nicht etwa gewährt, sondern allesamt unter Gesetzesvorbehalt gestellt werden. Wobei diese Gesetzesvorbehalte bereits in der Weimarer Verfassung zu finden sind, die zu Unrecht als die große Erlösung hingestellt wird.

Kein Wunder, daß dieser Staat jegliche Mithilfe bei der Einschränkung von Menschen- und Bürgerrechten als Zivilcourage adelt. Oder besser, adeln muß. Denn ohne fortwährende zumindest verbale Bestechung seiner Mitläufer könnte sich dieses BRD-Regime nicht mehr halten.

Ein schönes Wort ist "internationale Solidarität". Damit werden jene Fälle bezeichnet, in denen Deutschland ohne den geringsten Anspruch auf Gegenleistung anderen Staaten hilft, sie unterstützt und ihnen deutsches Steuergeld zusteckt. Diese internationale Solidarität ist ein allgemeiner Anspruch gegen die BRD, jeder Hauch einer Verweigerung ist unzulässig. Deshalb dürfen deutsche Soldaten inzwischen weltweit die Interessen des Dunklen Imperiums durchsetzen. Und dort, wo Deutschland Erfolg hat, also die Lage ruhig und kontrollierbar bleibt, wird den Deutschen Feigheit vorgeworfen, weil sie sich so ja nur vor Kampfeinsätzen drücken

Sollte jedoch die BRD einmal Hilfe und Unterstützung benötigen, ist von internationaler Solidarität nur extrem selten etwas zu spüren. Da wird hart verhandelt und von "unseren Freunden" soviel herausgeschlagen wie möglich.

Besonders einfach ist das Verhältnis mit Israel. Da ist immer dann von Freundschaft die Rede, wenn Israel eine milde Gabe empfängt, hingegen wird von Nationalsozialismus und ewiger deutscher Schuld gesprochen, wenn Israel einmal Toleranz oder gar Solidarität üben sollte. Andere Staaten verhalten sich weniger eindeutig und berechenbar.

Zivilcourage bedeutet heute nicht mehr, die deutsche Kultur in Ehren zu halten und zu bewahren, sondern es bedeutet, die deutsche Kultur in den Schmutz zu ziehen und durch ein Sammelsurium der Beliebigkeiten zu ersetzen, das hochtrabend als "multikulturell" bezeichnet wird, sich aber vor allem durch die Abwesenheit jeder Kultur auszeichnet. Wagner und Mozart, Goethe und Hölderlin werden "zeitgemäß interpretiert", also entstellt und verfremdet. "Künstler", die nicht fähig sind, selbst auch nur ansatzweise etwas zu schaffen, was mehr als Verachtung verdient, inszenieren Klassiker, ungefähr in der Art, wie ein Straßenköter einen Baum düngt.

Ja, wir sind weit gekommen, in diesem sonderbaren Staat. Weit, ganz weit nach unten. Vor zwanzig Jahren, vor dem Fall der Mauer, war die alte BRD die wirtschaftliche Lokomotive Europas. In Deutschland wurde Geld verdient, auch von den "kleinen Leuten", denen es in diesem Land besser gegangen ist als sonstwo auf der Welt. Dann war die Mauer weg und es ging bergab.

Oh ja, natürlich sind die blöden Ossis schuld, arbeitsscheu und anspruchsvoll, wie sie nun mal sind. Allerdings nicht die, die ich persönlich kennengelernt habe, aber als Westler weiß man selbstverständlich, daß es uns besser ginge, wenn die Mauer wieder da wäre.

Ausnahmsweise wird es nicht als Zivilcourage gewertet, dieses Vorurteil zu verbreiten, das so falsch wie politisch gewollt ist. Wenn heute die Auftragsbücher der Industrie in Deutschland überquellen, aber gleichzeitig die Reallöhne sinken, dann liegt das nicht an der fehlenden Mauer, sondern an der völlig verfehlten Politik. Kohl, Schröder, Merkel - eines haben sie alle gemeinsam: die Preisgabe deutscher Interessen. Ich wollte gerade Ausverkauf deutscher Interessen schreiben, aber ein Verkauf erfordert eine wertgleiche oder zumindest als wertgleich angesehene Gegenleistung - und diese hat Deutschland in keinem einzigen Fall erhalten.

Das, wovor uns die Mauer wirklich geschützt hat, war die Einreise polnischer Autoliebhaber, die, politisch korrekt formuliert, besitzerlose Autos am Straßenrand geparkt vorfinden und als Wiedergutmachung enteignen. Die Mauer, oder besser, der eiserne Vorhang, hat uns vor rumänischen Bettelbanden bewahrt, mit vermieteten Kindern, die ihre Tageseinnahme beim Kapo abgeben müssen und für zu geringen Erfolg verprügelt werden. Es gab damals keine russische Mafia im Land und keine albanischen Schlägerbanden. Darunter, nicht unter den ehemaligen DDR-Bürgern, leidet diese vereinigte Groß-BRD. Diese Mauer hätte auch ich gerne wieder, aber nicht mitten durch Deutschland, sondern als Schutzwall an den deutschen Grenzen.

Die DDR-Wirtschaft wurde mit Milliardengewinnen für die deutschen Banken ausgeschlachtet und anschließend auf Kosten der Steuerzahler internationalen Heuschrecken angedient. Über Generationen aufgebautes Volksvermögen wie die Deutsche Bundespost wurde "privatisiert", natürlich in einer Weise, bei der die Spargroschen der deutschen Kleinanleger in den großen Taschen internationaler Investoren gelandet sind, die niemand des Antisemitismus' verdächtigt. Voicestream und Chrysler sind nur die bekanntesten Beispiele, wie die deutsche Wirtschaft versteckte Tribute an die amerikanische Hochfinanz geleistet hat.

Kein Wunder, daß eine Volkswirtschaft, der ständig Kapital entzogen wird, an Produktivität verliert. Kein Wunder, daß ein Volk, das immer mehr Lasten schultert, sogar seine Finanzhoheit an eine überstaatliche Organisation abtritt, finanziell ausblutet und verarmt. Unsere Politiker versichern uns Tag für Tag, das müsse so sein, für eine bessere Zukunft. Da wird uns ein Aufschwung vorgelogen (nach alter Definition, also wider besseres Wissen), der nur bei denen ankommt, die zuvor bereits genug gehabt hatten. Da wird mittels Statistik die Arbeitslosigkeit verleugnet (wieder die alte Definition, das Abstreiten klar belegbarer Tatsachen), in der Hoffnung, ein ganzes Volk ruhig und dumm zu halten.

Oh, wir sind natürlich für die Freiheit von Tibet, gegen chinesisches Militär im Land, gegen ständigen Zuzug von Chinesen, gegen das langsame Abwürgen der tibetanischen Kultur. Aber wer ist für die Freiheit von Deutschland? Wer gegen fast 60.000 amerikanische Soldaten hier im Land, gegen britische und französische Soldaten, die uns einstmals vor dem Warschauer Pakt schützen sollten, der seit 17 Jahren nicht mehr existiert? Wer ist gegen den millionenfachen Zuzug von "Migranten" ins ohnehin übervölkerte Deutschland? Wer möchte die deutsche Kultur retten, vor amerikanischen Gewaltorgien, die unser Fernsehbildschirme überschwemmen, vor seichten "Soaps" und irgendwelchen geistlosen Unterhaltungs-"Shows"?

Aber wir sind für Tibet, das ist Zivilcourage. Für Deutschland zu sein, könnte einem ja Ärger einbringen, den Polizeiknüppel und Strafprozesse. Wer für Tibet ist, braucht nichts zu fürchten, der genießt die Solidarität der selbsternannten Demokraten. China ist schließlich weit weg, da ist es völlig ungefährlich, sein Halbwissen über die dortigen Zustände auszubreiten. Hauptsache, man ist dagegen, das ist dann gut so.

Natürlich ist wirkliche Zivilcourage etwas völlig anderes, als es uns heute dargestellt wird. Zivilcourage ist das Auftreten gegen die herrschende Meinung, bei welcher der Einzelne ohne Rücksicht auf sich selbst allgemein gültige Werte vertritt, von denen er selbst überzeugt ist. So steht es in der Wikipedia.

Das heißt, so einen Artikel gegen die Obrigkeit in diesem Land zu schreiben, ist ein Akt der Zivilcourage, auch wenn ich mich dabei nicht unbedingt als Held empfinde, sondern nur das sage, was gesagt werden muß, und ich damit Fehler und Fehlverhalten aufzeige, das jeder erkennen kann.

Zivilcourage ist, solche Artikel zu zitieren und zu verbreiten, im Freundeskreis oder an Bekannte. Niederträchtiges Denunziantentum ist es, solche Artikel der Obrigkeit zu melden, um irgendwelche Belohnungen einzuheimsen.

Zivilcourage steht jedem frei. Wer für das Wahre und Gute eintritt, wer gegen einen infamen Überwachungsstaat kämpft, der zeigt Zivilcourage. Selbst jener, der nur für Selbstverständlichkeiten eintritt, für die Werte und den Erhalt des deutschen Volkes, bedarf heute der Zivilcourage.

Die Lügen und die Propaganda von Regierungen gegen das Volk getreulich nachzubeten, erfordert keinen Mut. Es hält den eigenen Blutdruck niedrig, läßt einem das Feierabendbier genießen und stumpfsinnige Mattscheibenunterhaltung ertragen. Wer im Tiefschlaf verharren möchte, bis es zu spät ist, um noch aufzuwachen, benötigt keine Zivilcourage.

Aber, bitte, bezeichnen Sie das Mitwandern in der Schafherde nicht als menschliches Leben. Wer es nicht wagt, sein eigenes Gehirn zu benutzen, verzichtet auf das Einzige, was das Grundgesetz nicht einschränkt, auf seine unantastbare Menschenwürde. Wer diese den Menschen vorenthält, sie stumpfsinnig und unwissend zur Schafherde degradiert, zeigt keine Zivilcourage, sondern begeht ein Verbrechen.

© Michael Winkler