Deutschland? (16.8.2017)

Natürlich haben wir alle ein Bild von Deutschland, so, wie es sein sollte: Ein Land der Freiheit und Gerechtigkeit, wo Kunst und Wissenschaft erblühen, wo Kultur und Weisheit herrschen. Ein weltoffenes Land, das Reisende und Studierende aus aller Welt aufnimmt, um diese als Saatgut auszusenden, um die Welt jenseits der deutschen Grenzen zu bessern. Ein Land, in dem jeder sein Auskommen hat, mit seiner Hände oder seines Geistes Arbeit Wohlstand und Sicherheit erlangt. Ein Land, in dem die Alten geachtet und die Jungen gefördert und erzogen werden. Ein Land, das mit sich selbst und mit der Welt in Frieden lebt.

Hat es das jemals gegeben? In Ansätzen vielleicht, aber niemals vollständig. Der Höhepunkt des deutschen Wesens lag in der Zeit von 1871 bis 1914, als Deutschland dermaßen zu strahlen begann, daß es den Neid der Nachbarn und der Welt auf sich gezogen hat. Anstatt der Welt als Ansporn und Vorbild zu dienen, hat die Welt dieses Land zerstört und hinabgezogen. Der Erste Weltkrieg war eine Katastrophe, nicht nur für Deutschland, sondern für die ganze Welt. Die Sieger standen da mit blutigen Händen, kübelweise mit jenem Dreck begossen, den sie über Deutschland ausgeschüttet hatten. Der Versailler Vertrag hat sie nicht reingewaschen, sondern ihre Schuld für alle Ewigkeit festgeschrieben.

Das deutsche Wesen hat sich als zu beständig erwiesen, deshalb wurde ein Zweiter Weltkrieg erforderlich. Ein Weltkrieg, um die Kultur Deutschlands zu zerstören, um das Land in Trümmer zu legen, um die Bevölkerung auszumorden. Ein Krieg, um das Wesen der Deutschen zu brechen, um sie in Schmutz und Unrat zu versenken. Ein Krieg, der nie beendet wurde, nicht einmal dann, als die tapferen deutschen Soldaten vor der unermeßlichen Übermacht der Feinde kapituliert hatten. Ein Krieg, der Besetzung und Ausplünderung fortgesetzt wurde, als die Waffen bereits geschwiegen haben. Ein Krieg, der mit allumfassender Propaganda fortgesetzt wurde, als die Deutschen bereits geglaubt haben, im Frieden zu leben. Ein Krieg, der noch heute geführt wird.

Die "Atlantik-Brücke" wird nur selten erwähnt, doch sie ist eine Anstalt, in der junge deutsche Politiker ihre Gehirnwäsche erhalten. Die "Frankfurter Schule" kennen nur wenige, doch deren Lehren haben sie verinnerlicht, sie werden den Deutschen wieder und wieder eingehämmert. Die angeblich neutralen Massenmedien dienen als Propaganda-Instrumente, die das, was die Feinde der Freiheit und Gerechtigkeit, die Feinde der Kultur und der Weisheit den Deutschen einflößen wollen. Doch niemand, der Dreck auf Andere schleudert, wird dadurch selbst sauber. Blut und Unrat bedeckt die Sieger, auch wenn die Besiegten das nicht wahrnehmen dürfen. Jeder sieht den nackten Kaiser, auch wenn er noch so oft behauptet, prächtige Kleider zu erblicken.

Die Deutschen haben sich in diesem Lügengespinst eingerichtet, und sie haben die Kanzlerin, die dieses Deutschland wunderbar verkörpert: Einen Bauerntrampel mit schlechten Manieren, häßlichen Kleidern, einer abstoßenden Frisur, eine Frau, die unverständliche Dinge äußert, die für keine politische Meinung und Richtung steht. Eine Kanzlerin der Beliebigkeit, die heute dafür und morgen dagegen ist, die mit jeder Partei koalieren kann, solange sie den Zugriff auf den Kanzlerairbus behält. Eine Regierungschefin, die immer nur versagt, vor allem dann, wenn sie Führung zeigen soll. Eine hinterhältige Intrigantin, die bessere Leute aus der Führungsspitze vertreibt. Ja, man kann einen Pudding an die Wand nageln, für ein paar Minuten, bis er aufgetaut ist und heruntertropft. Dabei vergeht die Zeitspanne, in der Merkel zu ihren Worten steht.

Es gibt keine Lüge, die groß genug über die Deutschen ersonnen werden kann, ohne daß die Mehrzahl der Deutschen sie glauben würde. Jene Völker, die eine ganze Welt mit Haß und Kriegen überzogen haben, werden von den Deutschen als gut und gerecht angesehen. Jene Völker, die wehrlose Deutsche zu Millionen ermordet haben, werden von den Deutschen als Befreier verherrlicht. Völker, die ihre Kultur und Wissenschaft aus Deutschland bezogen haben, werden den Deutschen als Vorbilder hingestellt, denen es nachzueifern gilt.

Wir wissen heute von allem den Preis, aber kennen wir den Wert? Offiziell boomt in Deutschland die Wirtschaft, da werden sogar Vergleiche mit den 50ern bemüht. Doch die 50er waren nicht nur eine Zeit der Vollbeschäftigung, sondern eine Zeit der wachsenden Einkommen, des steigenden Wohlstands - für alle, nicht nur für ein paar Wenige. Der Topf, aus dem verteilt wurde, wuchs immer stärker an, und alle haben immer mehr daraus bekommen. Heute stagnieren die Reallöhne, sie tun das seit 1990, dem Jahr der Wiedervereinigung. Der Topf wächst nicht wirklich, und jene, die tatsächlich mehr daraus bekommen, nehmen den Anderen ihren gerechten Anteil weg.

Du sollst dem Ochsen, der da drischt, nicht das Maul verbinden.

Kennen Sie diesen Spruch? Was in Deutschland erwirtschaftet wird, wird verteilt, aber nicht an den Ochsen, der dafür arbeitet, sondern an die ganze Welt - und an all jene aus der ganzen Welt, die zu uns kommen, um hier die Hand aufzuhalten. Deutsche werden im eigenen Land benachteiligt, sind Bürger zweiter Klasse. Unser Land ist so voller schützenswerter Minderheiten, daß ihnen die angebliche Mehrheit schutzlos ausgeliefert ist. Jeder Staatsanwalt, jeder Richter meint, sich zum Gutmenschen aufschwingen zu müssen, sich zum Rächer für die deutsche Geschichte zu erheben.

In den 50ern haben wir Geld für unsere Waren bekommen. Geld, mit denen wir jene Schulden bezahlen konnten, die Deutschland von den Siegermächten auferlegt worden sind. Geld für Waren und Rohstoffe, die wir dringend benötigt haben. Geld für ein wenig Exotik auf unseren Eßtischen, Geld für den ersten Urlaub. Und heute? Da bekommen wir statt des Geldes Schuldverschreibungen, "Gutschriften" in Form der Target-2-Salden, Beträge, die niemals wirklich bezahlt werden. Was wir ausführen, ist kein Handel unter gleichwertigen Partnern, sondern eine Tributleistung, die niemals entgolten werden wird.

Aber wen interessiert das? Wir alle wissen, daß die Freiheit vor allem die Freiheit ist, den Mitmenschen zu erlauben, anders zu denken als man selbst. Doch wo gestehen wir in Deutschland dem Anderen dieses andere Denken zu? Ich sehe an meinen Zuschriften, was die Leute interessiert. Ich habe Hitler verunglimpft und die SA in den Schmutz gezogen, sagt mir jemand, der offenbar möchte, daß ich das Sprachrohr seiner Weltsicht werde. Der nächste fragt mich, ob ich ein Jude sei, weil ich nicht schreibe, daß diese das Erzböse an sich sind. Der nächste wirft mir vor, daß ich Gespräche abwürge, wenn er mich halb betrunken anruft und stundenlang über sich erzählt.

Fällt Ihnen auf, daß ich gerade die Ebene gewechselt habe? Vom Großen und Ganzen, der Ebene der Politik, auf die Ebene des Kleinen, die Ebene des Einzelnen. Der einzelne Mensch schaut auf die Uhr, ob nicht bald Feierabend ist. Er möchte abschalten, das Hamsterrad für die eine oder andere Stunde hinter sich lassen und sein Bier trinken. Das ist Deutschland, das ist praktisch das ganze Abendland, ob nun ein Bier auf dem Tisch steht, eine Flasche Wodka, ein Glas Wein oder ein Whisky. Geschichte ist das, was passiert, während die Menschen auf die Uhr schauen und den Feierabend herbeisehnen. Das ist die erste Ebene, der Alltag.

Die zweite Ebene ist die Politik, die allgemeine menschliche Sphäre, die dritte Ebene das Universum, die Kosmologie, das Göttliche, das Jenseitige, das, was über die menschliche Sphäre hinaus geht. Dies nur der Vollständigkeit halber.

Gott, gib mir die Gelassenheit, Dinge hinzunehmen,
die ich nicht ändern kann,
den Mut, Dinge zu ändern, die ich ändern kann,
und die Weisheit, das eine vom anderen zu unterscheiden.

Die deutsche Mentalität hält nur die erste Ebene für veränderbar, schon die zweite wird hingenommen. Und die dritte Ebene? Ja, da kann man diskutieren, ob die Erde nun flach oder eine Kugel sei, jedoch ist es der Erde gleichgültig, welcher Meinung man anhängt. Wobei ich zugebe, der Gedanke, daß ein allmächtiger Gott die Erde vor 6.000 Jahren in ein paar Tagen hingepfriemelt hat, einen gewissen Charme besitzt. Das wäre nämlich der Freibrief, die Schöpfung aufzubrauchen. Soll sich dieser Gott halt eine neue Erde zusammenbasteln, wenn er uns zu dumm erschaffen hat, um diese Erde zu erhalten. Er hat hoffentlich dazugelernt...

Die erste Ebene können Sie beeinflussen. Es ist Ihre Entscheidung, ob Sie mit Ihren Mitmenschen im Streit leben wollen oder nicht. Ich meine damit nicht, in jedem Fall nachzugeben und sich selbst zu unterdrücken, ich meine, erst nachzudenken, ob es wirklich sinnvoll ist, einen Streit zu beginnen oder ihn eskalieren zu lassen. Wenn Sie Weizen säen, werden Sie keine Kartoffeln ernten, so einfach ist das in der Natur. Es kommt nicht darauf an, recht zu behalten. Dies war eine sehr harte Lektion für mich, und ich weiß nicht, ob ich sie wirklich schon verinnerlicht habe. Ich bin bereit, Argumente auszutauschen, aber nicht willens, Meinungen auszutauschen. Wenn danach jemand dumm sterben will, soll er das dürfen - auch dann, wenn ich dieser Jemand bin.

Wenn wir ein Deutschland haben wollen, so, wie es im ersten Absatz beschrieben ist, müssen wir etwas dafür tun. Das Deutschland, das 1871 entstanden ist, hat seinen Anfang fast sechzig Jahre zuvor genommen, in der Mühle von Tauroggen. Das Wartburgfest, das Hambacher Fest, die Revolution von 1848, das sind Stationen, wo für dieses neue Deutschland gekämpft worden ist, während die Mehrheit der Bevölkerung sich des Biedermeiers erfreut hat. Die Kriege von 1864, 1866 und 1870/71 haben diesem Deutschland mit Blut den Weg gebahnt.

Das, was der Wiener Kongreß, was die Fürsten 1815 beschlossen hatten, war die erneuerte Weltordnung des alten Europas, die sich nur durch die Säkularisation von dem unterschieden hat, was vor den Kriegen gegen das revolutionäre und das napoleonische Frankreich existiert hatte. Es war der Versuch, das Rad zurückzudrehen, ein Versuch, der immer scheitern wird. Ein erneuertes Deutschland ist unweigerlich ein neues Deutschland, weder die Zeit Kaiser Wilhelms, noch die Adolf Hitlers oder Erich Honeckers wird jemals wiederkehren.

Das gibt uns aber nicht das Recht, die Hände in den Schoß zu legen und auf bessere Zeiten zu warten. Das Deutschland, das wir haben wollen, beginnt im Kleinen, in der Familie. Das oft gescholtene Wort Toleranz hat hier seine Bedeutung erlangt, den Nachbarn das sein zu lassen, was er ist. Es ist nicht unser Auftrag, ihn zu bessern und zu erziehen. Wir dürfen Ratschläge geben, aber nichts erzwingen wollen. Ratschläge zu geben schließt jedoch ein, Ratschläge entgegenzunehmen. Zuhören, nachdenken und entscheiden. Wir selbst haben ebenfalls das Recht, diese Ratschläge zu mißachten.

Prüft aber alles und das Gute behaltet

Sogar aus der schrecklichen Merkelzeit gibt es Gutes, was des Erhaltens wert ist. Und sei es nur als schlechtes Beispiel, das geschichtlich überliefert wird. Die Verfolgung Andersdenkender, die Unterdrückung der Meinungsäußerung, die Entrechtung der Deutschen, die Überflutung mit Fremden, die Willkür-Justiz - gibt es bessere Beispiele dafür, wie Deutschland nicht sein sollte? Das Hakenkreuz ist ein uraltes Symbol, doch in Deutschland wurde es zum Kennzeichen des Bösen erklärt. Den Hitlergruß haben schon die Legionäre Roms benutzt, doch heute bricht Hysterie aus, wenn jemand den falschen Arm hebt.

Ach, das ist alles schrecklich, aber WIR können nichts dagegen tun? Natürlich nicht, wenn wir immer die gleichen Parteien wählen. Wahlprogramme sind am Wahltag, pünktlich 18:00:01 nicht mehr das Papier wert, auf dem sie bunt gedruckt worden sind. Laut der letzten Umfrage finden 59% der Deutschen eine Regierungschefin sympathisch, die dafür sorgt, daß 40% der Berufstätigen in Altersarmut versinken werden. Was aussieht, als würden sich die Zahlen ergänzen, ist reiner Zufall. Merkel wird von den Verlierern gewählt, deren Arbeitsplätze zu bloßen Jobs geworden sind, Leiharbeiter ohne Tarifvertrag, Mindestlohnbezieher, Hartz-IV-Aufstocker, Armutsrentner.

Aber das findet vor der Haustür statt, vor dem Feierabendbier. Die Aktuelle Kamera (vormals Tagesschau) informiert uns darüber, wie die großartig die neue DDR "auf Weltniveau" produziert. Die große Genossin Staatsratsvorsitzende erklärt den Mächtigen dieses Planeten, wie die Welt funktioniert. Da wird das Klima erfolgreich bekämpft, da werden die Besitztümer der Bankaktionäre gerettet, da wird ein USB-Stick in den Motor gesteckt und schon entweicht aus dem Auspuff nur noch saubere Luft. Die Gruselgestalten sind weit weg, Kim Jung Un, Donald Trump, Wladimir Putin, Recep Erdogan - sicher hinter Glas, gleichsam in ein Aquarium verbannt. Und wenn der nette Musel von nebenan manisch werden sollte, ist man selbst hoffentlich weit weg.

Aber wir können doch nichts tun... Doch, wir können wählen. Wir konnten schon seit Jahrzehnten wählen, doch wir haben es nie wirklich getan. Wir können die Propagandablätter abbestellen, damit tun wir sogar etwas für die Umwelt. Was heutzutage in den meisten Zeitungen steht, ist die Vergeudung wertvollen Baumbestands. Sogar Ölkonzerne haben nachgegeben, als ihre Tankstellen boykottiert worden sind. Was passiert, wenn 20 Prozent der Deutschen an einem bestimmten Tag beschließen, lieber zum Arzt zu gehen als zur Arbeit? Wenn das Land für ein paar Stunden gelähmt ist?

Aber nein, das tut man nicht. Wir leben schließlich im Biedermeier, allerdings in der Orwell-Version des Biedermeiers, wo der Staat alles bestimmen, alle Freiräume füllen will. Der unterdrückende Staat hat dazugelernt, ein "Wir sind das Volk!" darf nicht mehr stattfinden. Die Antwort darauf ist nicht die 39. Parteigründung. Das ist nur noch ein Splitter mehr, ein paar Leute, die hochtrabende Titel wie "Bundesvorsitzender" auf ihren Visitenkarten haben. Was wollen die vielen Kopien eines Franz Schönhubers erreichen, was dem Original nicht gelungen ist?

Noch nie ward Deutschland überwunden, wenn es einig war

Dieser Satz gilt trotz zweier verlorener Weltkriege. Deutschland war sich nie einig, und es ist sich bis heute nicht einig. Das ist auch so eine Lektion, die ich habe lernen müssen. Die Leute wollen 100%, und sie sind dagegen, wenn sie nur 90% bekommen würden - selbst dann, wenn sie sich dann mit den 20% begnügen müssen, die ihnen zugestanden werden. Wenn ich nicht die NSDAP bekomme, wähle ich nicht etwa die Republikaner, die meinen Zielen am nächsten kommen, sondern gar nicht. Dann gewinnt halt die CDU.

Die FDP eines Thomas Dehler war nationalliberal, eine Position, die im heutigen Parteienspektrum nicht mehr vertreten ist. Die CSU eines Franz Josef Strauß war das letzte Aufflackern. Die NPD hat 1969 der nationalen Idee einen Bärendienst sondersgleichen erwiesen. Ihre 4,6 Prozent haben die absolute Mehrheit der Union verhindert und die sozialliberale Koalition ermöglicht - mit allen Folgen. Was heute als "Mitte" firmiert, ist linke Schafspelz-Politik, unter der sich der faschistische Staat verbirgt.

Auf der linken Seite haben sich die Grünen und später die SED/PDS/Linken etabliert. Damit ist die "Mitte" nach links abgedriftet. Auf der rechten Seite wurden derart viele Parteien gegründet, daß ich freihändig bestimmt nicht alle zusammenbringe. Wirksam geworden ist keine einzige. Zudem neigen sie notorisch dazu, sich selbst zu zerfleischen. Als die Republikaner Franz Schönhuber ausgebootet haben, war diese Partei am Ende, um nur ein Beispiel zu nennen.

Der größte Lump im ganzen Land, das ist und bleibt der Denunziant

Ich kenne die Motive eines Denunzianten nicht, vermutlich würde ich sie dumm und verwerflich empfinden. Der Denunziant versucht, Andersdenkende mit der Staatsmacht zu unterdrücken, ist mithin das, was landläufig als Faschist bezeichnet wird. Die Übernahme des Staates zur Verfolgung eigener Interessen entartet entweder zur Kleptokratie oder zum Faschismus. Merkeldeutschland hat den Weg in den Faschismus gewählt, da Kleptokratie zu sehr auffällt. Den Demokraten sind die Argumente ausgegangen, mangels eigener Befähigung, also muß der Polizeiknüppel, muß die Justizwillkür die Argumente ersetzen.

Es ist nicht das erste Mal in der deutschen Geschichte, daß dies passiert. Damals, als die Hexen auf dem Scheiterhaufen gelandet sind, herrschte die gleiche Mentalität. Ein Heiko Ehrenburg Maas unterscheidet sich nicht wirklich vom Dominikanermönch Heinrich Kramer, der den berüchtigten "Hexenhammer" geschrieben hat. Der Pakt mit dem Teufel ist heute "Hatespeech", und statt mit Vernunft zu reagieren, wird zu Feuer und Schwert, respektive zur Willkürjustiz gegriffen.

Es sind eben Ketzer, allesamt. Wir tun Gottes Werk, wenn wir sie verbrennen. Ach, muß das ein schwacher Gott sein, der es nicht vermag, die Ketzer selbst auszumerzen, wenn sie ihm so zuwider sind. Der Denunziant ist zu dumm, um zu begreifen, daß die Freiheit, die er heute dem Anderen wegnimmt, morgen schon seine eigene Freiheit sein wird, derer er verlustig geht. Fanatismus hat sich immer ausgebrannt, entweder von innen oder von außen. Die Fanatiker der Französischen Revolution, die so viele Menschen aufs Schafott geschickt haben, sind letztlich selbst auf dem Schafott gelandet.

Denk ich an Deutschland in der Nacht,
so bin ich um den Schlaf gebracht

Ja, so geht es mir tatsächlich. So manche Nacht habe ich schlaflos verbracht, wenn ich über die Zustände in Deutschland nachzudenken begonnen habe. Ich frage mich, wieso ich diese Dinge so sehe und so beurteile. Da draußen leben doch vernünftige Leute, die genauso erkennen müßten, was ich erkannt habe. Und dann gibt es diesen Fernsehprofessor Harald Lesch, der eine ganze Sendung über Bioinvasoren produziert, über Tiere, die in Umgebungen verbracht worden sind, in die sie nicht gehören, und dort beträchtliche Schäden anrichten. Ist es so schwer, von Rotfeuerfischen und Königskrabben auf "Flüchtlinge" zu schließen? Kulturinvasoren, die sich nicht anpassen, die jegliche einheimische Kultur verdrängen? Wie blöd muß ein Harald Lesch sein, um das nicht zu erkennen? Oder wie sehr läuft er mit einem Knebel herum, nicht sagen zu dürfen, was er tatsächlich weiß?

Der Fachbegriff dafür ist "Invertebraten", Rückgratlose, die sich in alle Richtungen verbiegen lassen. Menschen, die sich allem und jedem anpassen. 1913 waren sie noch kaiserliche Untertanen, ab 1919 überzeugte Demokraten, ab 1933 auf Seiten Hitlers, nach 1945 entweder wieder Demokraten oder Sozialisten. Und heute, so es biologisch möglich wäre, würden sie Merkel wählen. Menschen, die jene ganze Geschichte miterlebt haben, ohne etwas daraus zu lernen.

Oh ja, auch das sind Deutsche, gute Deutsche, biedere Deutsche. Das Land der Dichter und Denker hat sie genauso hervorgebracht, und sie sind nicht das Hirn, sondern die Muskeln, die diesen Staat am Laufen halten. Es sind die Leute, die um sechs Uhr aufstehen und um halb acht zu arbeiten beginnen. Die ohne großes Murren um fünf Uhr am Nachmittag im Betrieb bleiben und Überstunden ableisten. Menschen, die erst aufbegehren, wenn sie bis aufs Blut gereizt worden sind, aber als Soldaten vorstürmen und tüchtig dreinschlagen, wenn das so befohlen wird. Es sind die Menschen, deren Wohlergehen jeder Regierung anvertraut wird, die von jenen, die dichten und denken beschützt werden sollten. Heute werden sie wieder einmal ausgenutzt und ausgebeutet, wie so oft in der Vergangenheit.

Werfen wir einen Blick über den Atlantik, dann sehen wir deutlich, was eine Völkervermischung bewirkt. Früher gab es dort die "white collars", die Büroarbeiter, und die "blue collars", die Industriearbeiter. Als die USA groß wurden, waren das alles Weiße, europäische Einwanderer oder deren Nachkommen. Heute sind die "Jobs" verschwunden, vor allem die gut bezahlten Jobs. Schwarze und Latinos arbeiten für Hungerlöhne, die Weißen werden schlecht bezahlt und bekommen vorgeworfen, sie seien allesamt Rassisten. Im "Silicon Valley" gibt es sie noch, die gut bezahlten Leute, fast alles Weiße oder "Schlitzaugen", also nicht muselmanische Asiaten.

Wer Weizen sät, wird keine Kartoffeln ernten, und wer Disteln sät, wird weder Weizen noch Kartoffeln ernten. Die Türken leben seit drei Generationen bei uns, zwei sind hier im Lande geboren. Haben sie sich integriert? Sind sie Deutsche geworden? Nur die Wenigsten! Die erste, die Einwanderergeneration, hat sich angepaßt, hat gearbeitet, hat die schlechten Arbeiten übernommen. Die zweite und die dritte Generation, die alle Chancen auf Bildung gehabt hatte, ist dem gegenüber abgestiegen. Sie sind aufsässig geworden, wollen den Islam verbreiten, wollen aus Deutschland ein Germanistan machen, in der Hoffnung, daß es ihnen dann besser ginge. Am Beispiel der USA sehen wir jedoch, daß so nur das Land untergeht. Es ist deshalb sinnlos, noch mehr Fremde ins Land zu holen. Das beschleunigt nur den Untergang.

Think!

Was sollen wir tun? Was wollen wir tun? Was können wir tun?

Die Antwort steht in der Zwischenüberschrift, im Original, das auf Thomas J. Watson zurückgeht und mit IBM in Verbindung gebracht wird. Es ist die Kurzfassung eines Satzes von John F. Kennedy: "Ask not, what your country can do for you, ask, what you can do for your country." Etwas freier übersetzt: Frage nicht, was Deutschland für dich tun kann, sondern denke darüber nach, was du für Deutschland tun kannst."

Wir wissen alle, wo wir hinwollen, doch der Weg zum Ziel ist ein Weg, den jeder Einzelne gehen muß. Ich kann keine Fahne, kein Feldzeichen in die Hand nehmen und rufen: Mir nach!, denn das wäre Andere auf einen Weg zu leiten, der für mich bestimmt ist. Das wäre ziemlich sicher nicht Ihr Weg. Sie müssen deshalb selbst suchen, was Sie für Deutschland tun können. Die Arbeit ist riesig, ein Pyramidchen bauen ist nichts dagegen. Ich hege jedoch die Hoffnung, daß wir es letztlich schaffen werden. Nicht, weil es einfach ist, sondern weil es schwer ist, eine Aufgabe, angemessen dem Volk der Dichter und Denker.

Ich möchte deshalb hier nur die Vision wiederholen:

Deutschland, wie es einst sein wird: Ein Land der Freiheit und Gerechtigkeit, wo Kunst und Wissenschaft erblühen, wo Kultur und Weisheit herrschen. Ein weltoffenes Land, das Reisende und Studierende aus aller Welt aufnimmt, um diese als Saatgut auszusenden, um die Welt jenseits der deutschen Grenzen zu bessern. Ein Land, in dem jeder sein Auskommen hat, mit seiner Hände oder seines Geistes Arbeit Wohlstand und Sicherheit erlangt. Ein Land, in dem die Alten geachtet und die Jungen gefördert und erzogen werden. Ein Land, das mit sich selbst und mit der Welt in Frieden lebt.

© Michael Winkler