Alternativlos (17.6.2015)

Was immer unsere Kanzlerin tut, sagt oder anzieht ist in ihren Augen alternativlos. Das ist ein Eingeständnis der geistigen Beschränktheit, denn wer über Phantasie oder auch nur über Denkvermögen verfügt, der findet zu allem eine oder mehrere Alternativen. Dies sind Geschichten aus einer alternativen Bundesrepublik Deutschland. Ob diese Alternative besser ist, als das, was in unserer BRD passiert, dürfen Sie entscheiden. Und ja, eines noch: Im Gegensatz zu unserer BRD steht dort die deutsche Fahne nicht auf dem Kopf.

Fregatte der Bundeswehr DANZIG, vor der libyschen Küste

"Kontakt bestätigt, zwei Schlauchboote auf 11:30 Uhr, Kurs gesetzt", meldete der Ausguck.

Fregattenkapitän Ingenohl griff zum Doppelfernrohr, wie der Feldstecher im Bundeswehrjargon genannt wurde. Die DANZIG hielt auf zwei große Schlauchboote zu, kaum seetüchtig, aber vollbesetzt mit Menschen. Zehn Seemeilen aus eigener Kraft, rechneten die Schleuser, dann würde eines der internationalen Schiffe sie aufnehmen. Diese Rechnung war wieder einmal aufgegangen. Ingenohl betätigte den Rundruf. "Kapitän an alle! Klar zum Rettungsmanöver! Geschätzte 450 Personen! Aufnahme-Gruppe in Bereitschaft!"

"Sie drehen ab", meldete der Erste Offizier unmilitärisch. "Sie scheinen unsere Flagge erkannt zu haben."

Der Kapitän blickte wieder durch sein DF. Tatsächlich hatten die Schlauchboote abgedreht, wollten der DANZIG entkommen. Ihre schwachen Außenbordmotoren hatten jedoch keine Chance gegen die Maschinen eines modernen Kriegsschiffes. Gold-Rot-Schwarz war keine beliebte Flagge bei den Asylbetrügern, wenn die Schleuser erfuhren, daß ein deutsches Schiff vor der Küste kreuzte, schickten sie nur noch ganz selten ihre Boote los.

Die Insassen der Schlauchboote hatten nur die Wahl, an Bord der DANZIG zu gehen oder auf dem Meer zu ertrinken. Die Fregatte war im weiten Umkreis das einzige Schiff, das sie aufnehmen würde. Die Marinesoldaten hatten Routine. Die Afrikaner wurden an Bord geholt. Kranke und Verletzte meldeten sich keine, folglich wurden sie alle zu den zwölf Vereinzelungsschleusen gebracht. Dort wurde jeder erkennungsdienstlich behandelt, die Personalien aufgenommen und medizinisch untersucht, bevor er im Gruppenraum der DANZIG Verpflegung erhielt. Dieser Gruppenraum war so konstruiert worden, daß er sich leicht reinigen ließ. Den Geretteten standen zwar sanitäre Anlagen zur Verfügung, doch die Nutzung dieser Anlagen schien den meisten unbekannt zu sein. Das Mobiliar aus Edelstahl mit Hartplastik-Überzug war am Boden befestigt, ließ sich folglich nicht als Schlagwaffe mißbrauchen. Als Zugeständnis an die Religion der "Gäste" verfügte der Aufenthaltsraum über eine umlaufende Anzeige, welche die Richtung nach Mekka bekanntgab.

Die beiden Schlauchboote wurden von einem Prisenkommando durchsucht. Die Motoren und der Treibstoff wurden sichergestellt, schließlich wollte niemand das Mittelmeer verseuchen. Anschließend wurden die Boote mit einer Sprengladung versenkt. Die Sprengung garantierte, daß keine Überreste zurückblieben, die in einem anderen Boot genutzt werden konnten. Die Rettungsaktion hatte knappe vier Stunden gedauert.

"Kap'tän?" Kapitänleutnant Scherenberg fungierte als Zahlmeister und als Flüchtlingsbetreuer des Schiffes. "Wir haben 483 Personen aufgenommen, davon 34 ohne Papiere und sechs Wiederholungstäter. 401 sind erwachsene Männer, 26 Frauen, 52 begleitete Minderjährige, vier unbegleitete Minderjährige. Wobei einer dieser Minderjährigen keine Papiere hat und nach Ansicht Dr. Rasches mindestens 20 ist."

Ingenohl hatte nach den Vorschriften zur Aufnahme von Menschen in Seenot die Entscheidungsbefugnis über das Schicksal der Betroffenen in Zweifelsfällen. "Dieser angeblich Minderjährige hätte besser auf seine Papiere aufpassen sollen. Ich erkläre ihn zum Erwachsenen. Die drei unbegleiteten Minderjährigen werden abgesondert."

Scherenberg hatte nichts anderes erwartet. "Zu Befehl, Herr Kap'tän!"

Die DANZIG nahm Kurs auf Tripolis. Die Bundesregierung hatte mit den dortigen Milizen vereinbart, daß diese die sogenannten Flüchtlinge gemäß des internationalen Seerechts aufnahmen. Deutsche Schiffe setzten die Geretteten an der nächstgelegenen Küste ab, also in dem Land, von dem aus sie in See gestochen waren. Staatenlose und Wiederholungstäter wurden in Tripolis vor ein Schnellgericht gestellt und zur Zwangsarbeit verurteilt. Ob diese Zwangsarbeit tatsächlich angetreten wurde, kontrollierten die Deutschen nicht. Sie respektierten die Souveränität eines anderen Landes.

Die erkennungsdienstliche Behandlung an Bord deutscher Schiffe hatte für die Betroffenen einen schwerwiegenden Nachteil: kein Einziger von ihnen konnte in Zukunft deutschen Boden betreten. Taten sie es illegal, riskierten sie schwere Strafen.

Ausländerbehörde der Stadt Duisburg, Außenstelle Marxloh

"Herr Öztürk, Sie wurden von uns vor sechs Wochen angeschrieben." Amtmann Noack wartete, bis der Dolmetscher diesen Satz übersetzt hatte. "Wir haben Sie gefragt, ob Sie nicht in einigen Punkten Ihres Forderungskatalogs nachgeben und die Nichterfüllung für zumutbar erachten."

Der Forderungskatalog war vom Rat der Muslime in Deutschland eingereicht worden. Er beinhaltete die strikte Einhaltung der Speisevorschriften, wonach nicht einmal das Geschirr, mit dem das Essen für Muslime zubereitet wird, jemals mit Schweinefleisch in Kontakt geraten sein durfte. Er forderte die Berücksichtigung der Gebetszeiten und die Einrichtung von Gebetsräumen, eine Schließung der Werkskantinen zum Ramadan, verbunden mit einer Reduzierung der Arbeitszeiten. Muslimische Feiertage sollten in den Kalender aufgenommen, an allen Schulen Islamunterricht erteilt werden. Sämtliche Behörden sollten Türkisch als Amtssprache zulassen.

Frau Decürlük-Lippenrothe hatte Herrn Öztürk als Anwältin begleitet. Die Dame war vor einigen Jahren zur Religion ihres türkischen Mannes übergetreten und trug seit dieser Zeit in der Öffentlichkeit Kopftuch. "Diese Forderungen sind allesamt Voraussetzung für eine erfolgreiche Integration. Jede Abweichung in diesen Punkten ist eine Zumutung für meinen Mandanten."

"Davon bin ich ausgegangen", erwiderte Noack. "Ich habe deshalb gefragt, ob sich Herr Öztürk mit einigen dieser Zumutungen abfinden kann oder ob er auf die Einhaltung in ihrer Gesamtheit besteht."

"Natürlich besteht mein Mandant auf die Erfüllung dieser Forderungen in ihrer Gesamtheit", erklärte Decürlük-Lippenrothe.

"Das hätte ich gerne von Herrn Öztürk persönlich bestätigt bekommen."

Zwischen der Anwältin und dem Dolmetscher entspann sich eine heftige Diskussion auf Türkisch, zu der Öztürk nur ganz wenig beizutragen hatte. Am Ende, nach einer längeren Einlassung der Anwältin, nickte der Türke. Der Dolmetscher erklärte: "Auf Anraten seiner Anwältin erklärt Herr Öztürk, daß ihm keinerlei Abweichungen von den Vorschlägen des Forderungskatalogs als zumutbar erscheinen."

Amtmann Noack atmete auf. Er tippte einige Daten in den Rechner, druckte einige Seiten aus und überreichte sie Öztürk. "Da Ihnen ein Aufenthalt in der Bundesrepublik Deutschland nicht zumutbar ist, werden Sie hiermit aus humanitären Gründen abgeschoben. Sie müssen das Land binnen sechs Wochen verlassen. Für die Rückreise erhalten Sie, Ihre Frau und Ihre sechs Kinder Fahrscheine der Deutschen Bahn, die Sie gegen Vorlage dieses Gutscheins im Hauptbahnhof ausgehändigt bekommen." Er wandte sich an die Anwältin, die sich gerade aufplusterte. "Rechtsmittel gegen eine Ausweisung aus humanitären Gründen sind nicht zulässig. Ihr Mandant hat mehrfach erklärt, daß die Zustände in der Bundesrepublik Deutschland für ihn unzumutbar sind, da bleibt uns nur die Fürsorgemaßnahme der Ausweisung."

Brief des Jobcenters, vormals Arbeitsamt, Gießen

Sehr geehrter Herr Emirglu,

das Jobcenter Gießen freut sich, Ihnen hiermit einen Arbeitsplatz anbieten zu können. Die Firma Demiraklu in Incirlik ist bereit, Sie ohne Vorstellungsgespräch schon zum 1. Juli einzustellen. Einzelheiten entnehmen Sie bitte dem beiliegenden Arbeitsvertrag. Die Firma Demiraklu stellt Ihnen und Ihrer Familie eine Wohnung in Incirlik zur Verfügung. Das Jobcenter beteiligt sich mit einem Festzuschuß in Höhe von 2.500,- Euro an Ihren Umzugskosten.

Als Inhaber der deutschen Staatsangehörigkeit sind Sie verpflichtet, Arbeitsangeboten des Jobcenters nachzukommen, ansonsten gehen Sie aller Leistungen verlustig. Da Sie zusätzlich noch die türkische Staatsangehörigkeit besitzen, ist ein Arbeitsplatz in der Türkei für Sie zumutbar. Insbesondere, da Ihre sprachlichen Qualifikationen für einen Arbeitsplatz in Deutschland kaum ausreichen.

Der beiliegende Arbeitsvertrag wurde von unserer Rechtsabteilung geprüft. Sowohl die Bezahlung als auch die Arbeitsbedingungen entsprechen den landesüblichen Gepflogenheiten. Es sind somit keinerlei Rechtsgründe gegeben, diesen Arbeitsvertrag abzulehnen. Sollten Sie bereit sein, auf Ihre deutsche Staatsangehörigkeit zu verzichten, erhalten Sie eine Rückkehrprämie in Höhe des Dreifachen Ihrer derzeitigen Hartz-IV-Bezüge auf das von Ihnen gewünschte Konto einer türkischen Bank überwiesen. Diese Erklärung kann jederzeit im Rathaus der Stadt Incirlik abgegeben werden.

Mit freundlichen Grüßen
G. Sonnenschein, Kundenbetreuer, Jobcenter Gießen

Erstaufnahmeeinrichtung Rosenheim, Großer Speisesaal

Der massiv gebaute Uniformierte betrachtete das Publikum, das sich zu seiner Ansprache eingefunden hatte. Junge Männer, schlank, belastbar und gesund, genau das richtige Material, um etwas zu bewirken. Allerdings Rohmaterial, das gründlich geschliffen werden mußte, um daraus brauchbare Schutztruppen zu formen. Er nickte den Dolmetschern zu und begann seine Rede.

"Ich bin Oberst Dirlewanger von der Deutschen Legion. Meine Herren, Sie sind alle hier, weil Sie die Zustände in Ihrem Heimatland als bedrohlich empfunden haben. Boko Haram, Schabab und wie diese Terroristen sonst heißen mögen, haben Sie vertrieben. Ich muß Ihnen jedoch sagen, daß Terroristen kein Grund sind, um hier in der Bundesrepublik Deutschland Asyl zu erhalten. Ihre Asylanträge sind allesamt abgelehnt, Sie werden umgehend in die Länder zurückgeführt, aus denen Sie stammen. Diejenigen unter Ihnen, die sich nicht erinnern können, woher sie stammen, werden wir nach Syrien bringen und dem Islamischen Staat übergeben.

Ihnen droht somit das Schicksal, vollkommen wehrlos jenen Leuten ausgeliefert zu werden, vor denen Sie geflohen sind." Im Saal brach ein Tumult aus, sobald diese Worte übersetzt waren. Der Oberst ließ die Schwarzen ein wenig toben, dann zog er seine Pistole und gab einen Schuß in die Luft ab. Er hatte natürlich Platzpatronen geladen, der Erfolg zeigte sich trotzdem sofort: Alle suchten Deckung und es wurde wieder ruhig im Saal.

"So, meine Herren, habe ich nun Ihre Aufmerksamkeit?" Dirlewanger zeigte seine Pistole vor und steckte sie umständlich weg. "Wie Sie gerade sehen, ist ein Mann mit einer Waffe ein ganz anderer Mann als ein Feigling ohne Waffe. Sie, meine Herren, sind feige geflohen, anstatt sich den Terroristen zu stellen. Vor Feiglingen habe ich keine Achtung, und Feiglinge können wir in Deutschland nicht brauchen. Deshalb schicken wir Sie zurück.

Aber vielleicht sind Sie ja gar keine Feiglinge, sondern bloß Männer ohne Waffen? Das können wir ganz schnell ändern! Wenn Sie wirklich etwas für Ihr Land, für Ihre Familien tun wollen, haben Sie jetzt die Möglichkeit, der Deutschen Legion beizutreten. Die deutsche Infanterie war immer schon die beste der Welt, und es bedurfte in den Weltkriegen einer vielfachen Übermacht, um gegen die deutsche Infanterie zu bestehen. Die Terroristen, Boko Haram, Schabab und wie sie sonst heißen mögen, sind nichts gegen die deutsche Infanterie!

Aber, meine Herren, wieso sollten wir Deutsche in Ihre Länder schicken? Das ist nicht unser Problem, das ist Ihr Problem! Das ist Ihre Heimat, das sind Ihre Verwandten! Wenn Sie allerdings etwas für Ihr Land und Ihre Verwandten tun wollen, dann werden wir Sie ausbilden. Wir werden Sie derart gründlich ausbilden, wie das bei der deutschen Infanterie üblich ist. Und dann werden wir Sie weiter ausbilden, für den Häuserkampf, für den Dschungelkampf und für den Wüstenkampf. Wir werden Ihnen das geben, was die besten Soldaten der Welt bekommen haben!

Und dann, wenn Sie keine Feiglinge mehr sind, sondern Männer, die mit ihren Waffen umgehen können, werden wir Sie zurückschicken in Ihre Heimatländer, nicht als wehrlose Opfer, sondern als Männer mit Waffen, die dort Ordnung schaffen werden. Deutschland kann Ihnen nicht bieten, was Sie suchen, aber wir werden Ihnen helfen, sich Ihre Heimat zurückzuholen. Wir helfen Ihnen, Ihr altes Zuhause zurückzubekommen, dort geachtete Männer zu werden, als Befreier heimzukehren.

Es ist Ihre Entscheidung! Wollen Sie als gescheiterte, wehrlose und ehrlose Feiglinge zurück, oder wollen Sie mit der Waffe in der Hand heimkehren, als Helden? Niemand zwingt Sie in die deutsche Legion, doch wenn Sie als Männer in dieser Welt bestehen wollen, ist das der beste Weg für Sie!"

Arbeitszimmer des Bundeskanzlers, Kanzleramt, Berlin

Der Ausländerbeauftragte der Bundesregierung, Dr. Alfred Tetzlaf, hatte diesem Tag nervös entgegengefiebert. Er sollte sein neues Konzept vor ausgewählten Mitgliedern des Bundeskabinetts vortragen. Bundeskanzler, Innenminister, Justizminister und Finanzminister - die wichtigsten Minister waren zugegen. Wobei Dr. Tetzlaf noch gebeten hatte, den Verteidigungsminister hinzuziehen.

"Herr Dr. Tetzlaf, Sie haben das Wort und unsere ungeteilte Aufmerksamkeit." Bundeskanzler von Windheim beherrschte als Redner die ganze Klaviatur der Rhetorik, donnernd, wütend, flehend, leise, fordernd - seine Wahlreden wurden ins Internet gestellt, sie erzielten selbst lange nach der Wahl noch Hunderte Klicks am Tag. Im Kabinett klang er freundlich, verbindlich und gab dem Ausländerbeauftragten Ruhe und Sicherheit.

"Meine Herren, ich, äh, möchte über die Lösung für das Problem der unbegleiteten Minderjährigen reden." Tetzlaf schaute in die Runde, ein freundliches Nicken des Bundeskanzlers veranlaßte ihn dazu weiterzureden. "Die Minderjährigen sind nicht alt genug, um allein zu entscheiden, sie sind oft genug traumatisiert und brauchen folglich Hilfe." Tetzlaf schluckte. "Da keine Verwandten oder sonstige Erziehungsberechtigten vorhanden sind, stehen sie unter staatlicher Vormundschaft."

Die Unsicherheit fiel von Tetzlaf ab. Jetzt hatte er seinen roten Faden gefunden. "Das heißt, der Staat, also wir, müssen darüber entscheiden, was für diese Jugendlichen das Beste ist. Wir haben das Recht, über ihre Ausbildung zu entscheiden, über ihren Unterricht und über ihre Religion. Deutschland ist ein christlich geprägtes Land, diese Jugendlichen sind zu uns gekommen, um Anteil an unserer Tradition zu haben, folglich sind wir berechtigt, sie im christlichen Sinne zu erziehen. Hätte Saudi Arabien sie aufgenommen, würden sie mit der gleichen Selbstverständlichkeit islamisch erzogen.

Mein Erziehungsmodell ist nicht das der größtmöglichen Kuschelpädagogik, mein Erziehungsmodell ist das der preußischen Kadettenanstalt! Die jungen Männer werden einheitlich gekleidet, werden diszipliniert, treiben Sport bis zur Erschöpfung und bekommen sechs Stunden am Tag Unterricht. Nach vier Jahren können sie Deutsch, Lesen, Schreiben und erreichen den Realschulabschluß. Sie werden kaserniert und haben kaum eine freie Minute, um über ihr Schicksal und ihre Traumata nachzudenken. Sie lungern nicht auf den Straßen herum, sie erlernen keine kulturellen Traditionen wie Ladendiebstahl, Verwandtenehe oder Ehrenmord, dafür erleben sie Zucht und Ordnung.

Diese Jugendlichen werden auf ein Leben in Deutschland gründlich vorbereitet. Dabei schließe ich den Waffendrill der alten Kadettenanstalten aus, wir bereiten sie schließlich nicht darauf vor, Offiziere zu werden. Obwohl auch das eine Option innerhalb der Deutschen Legion ist, denn wer die Kadettenanstalt durchlaufen hat, wäre zum Einsatzoffizier der Legion in seinem ehemaligen Heimatland durchaus befähigt. Er wäre auch ein guter Verwaltungsbeamter oder Entwicklungshelfer, da er beide Mentalitäten kennengelernt hat."

Der Bundeskanzler lächelte dankbar und nickte sanft. "Gesetzlich sehe ich da keine Probleme. Die Jugendlichen sind nach Deutschland gekommen, um sich unserem Erziehungssystem anzuvertrauen, da sind wir als gesetzlicher Vormund auch verpflichtet, dies zum Wohl des Jugendlichen wahrzunehmen. Sollte es Kontakt zu den Eltern geben, ermöglichen wir den Jugendlichen die Heimkehr, so sie dies wünschen. Ein Mitspracherecht der Eltern sollten wir ausschließen, denn diese haben ihre Kinder gewissermaßen verstoßen. Oder sehen Sie da ein Problem, Herr Pastörs?"

Der Justizminister überlegte einige Sekunden. "Im Grundsatz hat Herr Dr. Tetzlaf recht, allerdings dürfen wir das Recht auf die eigene Person nicht vollständig ignorieren. Die Jugendlichen sollten die Wahl haben, die Kadettenanstalt abzulehnen. Allerdings müßten sie sich dann selbst um die Ausreise in ein anderes Land bemühen. Als Aufnahmeland sind wir berechtigt, solche Bedingungen zu stellen."

Der Bundeskanzler lächelte zufrieden. "Die Ausreise ist kein Problem. Wenn die Kadettenanstalt bekannt wird - und da sollten wir durchaus auf den zugkräftigen Namen Preußens bestehen - werden Stimmen des Protestes aus dem Ausland nicht ausbleiben. Wer immer protestiert, darf gerne diese Jugendlichen aufnehmen und sie so vor der preußischen Kadettenanstalt bewahren."

Polizeiwache, Bahnhofsviertel, Frankfurt am Main

"Herr Egolescu, Ihre beiden Söhne wurden heute das fünfte Mal dabei erwischt, wie sie im Hauptbahnhof Taschendiebstahl begangen haben." Polizeihauptmeister Worch warf dem Familienvater einen ernsten Blick zu. "Ihre Kinder haben damit die Schwelle zum Intensivtäter überschritten. Sie wissen, was das heißt?"

Der Mann aus Bulgarien gestikulierte heftig beim Reden. "Es sind gute Kinder! Sie nur nicht haben, was andere Kinder haben, deshalb sie sich nehmen. Ich ihnen hunderte Male gesagt, sie nicht dürfen tun, aber sie nicht hören! Was ich soll machen?"

"Armut oder Bedürftigkeit sind kein Grund, die Kinder auf Diebestour zu schicken." Worch warf einen kurzen Blick in die Akte. "Herr Egolescu, Sie sind noch immer arbeitslos?"

"Ja, ich bemühen, ich bemühen wirklich. Aber immer sagen, keine Arbeit für Zigeuner. Dabei ich wirklich können arbeiten, ich guter Arbeiter!"

"Ich fürchte, das wird Ihnen niemand mehr glauben. Herr Egolescu, ich habe diese Gesetze nicht gemacht, aber ich bin verpflichtet, sie zu vollziehen. Ich spreche Ihnen hiermit die letzte Warnung aus. Da Ihre Kinder noch unter 14 sind, sind sie nicht strafmündig und werden deshalb auch nicht belangt. Sie aber, als Vater, sind für Ihre Kinder verantwortlich. Wenn Sie nicht in der Lage sind, Ihre Kinder zu erziehen, gibt es nur zwei Möglichkeiten: Entweder wir nehmen Ihnen die Kinder weg, oder wir schicken Sie und Ihre ganze Familie zurück nach Bulgarien. Die Vormundschaftsgerichte entscheiden in aller Regel für eine Ausweisung. Herr Egolescu, lassen Sie es nicht darauf ankommen!"

"Aber was ich sollen machen? Kinder nicht hören!", jammerte Egolescu. "Ich Kinder schlagen, aber das dann auch nicht dürfen. Also? Was ich sollen machen?"

"Herr Egolescu, in ein paar Wochen werden wir wieder hier sitzen, dann geht alles ans Vormundschaftsgericht und Sie werden zwangsweise ausgewiesen, aus humanitären Gründen, da Sie und Ihre Kinder nicht in der Lage sind, sich Deutschland anzupassen." Worch hob resignierend die Hände. "Sie wissen das, ich weiß das. Wenn Sie ausgewiesen werden, haben Sie keinerlei Möglichkeit, jemals wieder nach Deutschland zurückzukehren, auch Ihre Kinder dürfen das nicht mehr. Ich kann Ihnen nur raten, freiwillig zum Jobcenter zu gehen. Da erhalten Sie Rückkehrhilfen und Sie sind nur für fünf, höchstens zehn Jahre ausgeschlossen. Ihre Kinder haben dann die Chance, es noch einmal hier zu versuchen. Deren Status als Intensivtäter bleibt jedoch erhalten, das läßt sich nicht mehr ändern. Sie dürfen sich nie mehr etwas in Deutschland zu schulden kommen lassen."

"Aber früher es waren ganz anders", seufzte Egolescu. "Onkel sagen, es hier waren wie in Paradies."

"Das mag sein", erwiderte der Polizist. "Für Ihren Onkel war es wohl noch ein Paradies. Für uns Deutsche hingegen die Hölle, wir waren damals Fremde, entrechtet im eigenen Land. Das ist nun vorbei. Wir konnten uns das Paradies für alle, die zu uns gekommen sind, nicht mehr leisten. Jetzt sind wir dabei, wieder vernünftige Verhältnisse zu schaffen."

There are always alternatives!

Außer "Mutti" wird unsere Kanzlerin auch Tina genannt - für "There Is NO Alternative!" Dabei klänge "Ti-tripple-Äi" doch viel besser, oder? Dieser Blick in ein anderes Deutschland offenbart keine Tyrannis, keinen Unterdrückerstaat, sondern schlicht und einfach ein Land, das sich der Invasoren erwehrt, die an seine Substanz gehen. Wenn "God's own country" alle Mühsamen und Beladenen der Welt bei sich aufnehmen will, soll es das ruhig tun. Die Amerigauner sind schließlich daran schuld, daß es so viele Mühselige und Beladene auf dieser Welt gibt, bei all den sinnlosen Kriegen, die sie geführt haben.

Deutschland kann nicht die Lasten der ganzen Welt auf sich nehmen. Und jene Zuwanderungs-Idiotologen (vormals "Gutmenschen"), die glauben, daß das Geld einfach aus dem Nichts in der Kasse erscheint, müssen sich sagen lassen, daß dies anderer Leute Arbeit ist, die sie da so bereitwillig verteilen. Leute, die nicht gefragt werden, was mit dem Geld geschieht, das ihnen durch Steuern und Abgaben weggenommen wird. Wenn ein Hund Flöhe, Würmer oder andere Parasiten hat, kommt er zum Tierarzt, damit er diese Plage loswird. Ein Land, eine Nation, die von Parasiten befallen wird, hat eben dieses selbe Recht, sich von Parasiten zu befreien. Durch eine Fliegenplage kann sogar ein mächtiger Löwe getötet werden. Eine Fliege ist harmlos, hundert Fliegen stören nicht weiter, aber Millionen Fliegen rauben dem König der Tiere den Schlaf - und er stirbt an Entkräftung.

Das ist so in der Natur - und wer die Gesetze der Natur ignoriert, wird dies nicht überstehen. Es geht hier um das Existenzrecht Deutschlands - und das ist sogar für mich alternativlos!

© Michael Winkler