Gott ist groß! (21.1.2015)

Dies schreien die Muselmanen, wenn sie ihren Mitmenschen den Kopf einschlagen, sich mit einer umgeschnallten Sprengladung in die Luft jagen oder sonstige merkwürdige Dinge anstellen. Im Original heißt das "Allahu akbar!", was auch nicht gerade Sympathie erweckt. Gegründet wurde diese Religion von einem Mann, der vom Vermögen seiner Frau gelebt hat und später das wurde, was man heute einen erfolgreichen Warlord nennt, einen Räuberhauptmann, der ein gewisses Gebiet kontrolliert, indem er Angst und Schrecken verbreitet. Damit steht Mohammed übrigens auf einer Stufe mit dem 2.500 Jahre älteren König David der Juden, der das gleiche ehrbare Handwerk betrieben hatte.

Selbstredend werden Mohammed und David in ihren jeweiligen Büchern ganz anders, viel mächtiger, ja geradezu übermenschlich dargestellt. Das war zu allen Zeiten üblich, und wenn heute der SPIEGEL über Angela Merkel schreibt, geschieht genau das gleiche. Wobei es zum Glück sehr unwahrscheinlich ist, daß die Trulla aus der Uckermark einen tieferen Abdruck in der Geschichte hinterlassen wird.

Um die Größe Gottes im Islam, im Judentum und im Christentum zu verstehen, müssen wir uns an das verbindliche Weltbild zurückerinnern, das bis ins 16. Jahrhundert bestanden hat und erst durch Galileo Galilei, Johannes Kepler und Nikolaus Kopernikus umgeworfen wurde. Dabei ist es nicht ganz so wichtig, ob die Alten wirklich geglaubt hatten, daß die Erde eine Scheibe ist, denn auch als Kugel war sie der Mittelpunkt der Schöpfung gewesen. Es gab die Erde, um die Sonne, Mond und Sterne kreisten, allesamt als relativ kleine Objekte. Jenseits dieser stellaren Sphäre lebte Gott mit seinen Engeln, dem je nach Religion noch Heilige und Selige zugesellt worden waren.

Jedenfalls bestand die Schöpfung zum größten Teil aus der Erde, weshalb es unheimlich wichtig war, daß auf der Erde der richtige Gott in der richtigen Weise verehrt wird. Klar, daß die Juden als auserwähltes Volk Gottes nach Ankunft des Messias über den Rest der Menschheit, die ganze Erde und damit die Schöpfung herrschen würden. Ebenso klar war, daß die Christen nach der Wiederkunft Jesu ganz allein die erneuerte und friedlich gewordene Erde bewohnen würden. Und noch klarer war der Auftrag Allahs an die Muselmetzler, die Erde und die Schöpfung ins Haus des Islam zu verwandeln, was nur gelänge, wenn das Haus des Krieges, die Ungläubigen, aus eben dieser Schöpfung getilgt werden.

Hey, das ist ganz verständlich, wenn man das damalige Weltbild betrachtet! Gott hat die Erde geschaffen und uns Menschen darauf gesetzt, damit wir ihm dienen. Da könnte man nun höchstens streiten, wieso dieser Gott nicht vernünftig genug gewesen ist, uns alle als Juden, Christen oder Muselmanen zu erschaffen. Jede Werbeagentur weiß schließlich, daß eine Botschaft am besten ankommt, indem man sie möglichst oft und auf möglichst vielen Kanälen wiederholt. Wenn der Erzengel Gabriel sich mit Mohammed abplagen mußte, um dem den Koran zu diktieren, was tun seine Kollegen? Michael, Raffael und Uriel hätten sich ihre eigenen Propheten suchen können, um denen gleichfalls den Koran zu diktieren. Also so groß hätte Allah mindestens sein sollen! Und da Engel wohl weder eine Gewerkschaft haben, noch Schlaf und Erholung brauchen, hätten die vier drei Acht-Stunden-Schichten pro Tag schieben und jeweils drei Propheten gleichzeitig ausbilden können.

Aber das ist oft so. Das mit dem auserwählten Volk hat der liebe Gott auch nur einem Einzelnen gesagt und später war er überhaupt nur für Moses zu sprechen. Jesus Christus war mit seinen zwölf Aposteln schon eher ein Massenprediger, aber auch er hat versichert, er habe den Exklusivauftrag. Und bei Mohammed hat Gott auch wieder nur mit einem Einzelnen gesprochen. Heute führen "Channelmedien" diese schöne Tradition fort, die ebenfalls exklusiv von Gott, Engeln, aufgestiegenen Meistern oder sonstigen menschenscheuen Wesen kontaktiert werden.

Ja, Gott ist eben groß...

Im 17. bis 19. Jahrhundert wurde die Erde immer kleiner und die Schöpfung immer größer. Zunächst rückte die Sonne recht weit weg und wurde das neue Zentrum des Universums, um das sich die Erde mit ein paar Planeten einträchtig drehte. Dann schrumpfte die Sonne zu einem Stern unter vielen, das Universum durchmaß 100.000 Lichtjahre zu jeweils knapp zehn Billionen Kilometern. Man konnte nur vermuten, daß die Milliarden Sterne unserer Milchstraße ebenfalls Planeten hatten. Giordano Bruno wurde dafür noch auf den Scheiterhaufen geschickt, später gehörte diese Annahme zum guten Ton. Womöglich lebten ja schon auf dem Mars kleine grüne Männchen?

Betrachten wir die Größe Gottes doch mal mit dem Wissensstand der Astronomie des Jahres 1900. Da war die Erde zum Staubkorn im Kosmos degradiert. Und auf diesem Beinahe-Nichts sollte es wichtig sein, wer in einem auserwählten Volk geboren wird? Wer sich zu jemandem bekennt, der vor langer Zeit mal ans Kreuz geschlagen worden ist? Oder wer zum Haus des Islams und wer zum Haus des Krieges gehört?

Also, der liebe Gott hat 200 Milliarden Sterne in diese Galaxis gesetzt, und um einen davon, ein recht unscheinbarer Stern dazu, kreist ein winziges Klümpchen mit noch weitaus winzigeren Geschöpfen darauf, die behaupten Gott habe sie, ausgerechnet sie, nach seinem Bild geschaffen. Und sie seien außerdem noch derart wichtig, daß dieser alles erschaffende Gott ihnen ständig Propheten und sogar seinen eigenen Sohn vorbeischickt, um sie dazu anzuhalten, Freitags Fisch zu essen oder auf Schweinefleisch zu verzichten.

1925 war man noch nicht wirklich weiter, dann hat ein gewisser Edwin Hubble das Mount-Wilson-Teleskop auf einen Lichtfleck im Sternbild Andromeda gerichtet. Er konnte nachweisen, daß dieser Fleck eine weitere Galaxis war, in 800.000 Lichtjahren Entfernung. Heute weiß man, daß der Andromeda-Nebel 2,5 Millionen Lichtjahre entfernt ist und uns besuchen will. In fünf Milliarden Jahren soll er vor der Tür stehen, doch da dürfte es die Erde schon nicht mehr geben.

Der aktuelle Stand der Wissenschaft ist das Urknall-Universum, mit mindestens 100 Milliarden Galaxien, das mindestens 25 Milliarden Lichtjahre durchmißt. Nun haben Sie einen Eindruck, wie groß Gott wirklich ist. Wobei es bereits Theorien gibt, daß dieses Universum nicht einzigartig ist, sondern geradezu in Serie produziert wurde. Damit würde Gott noch ein wenig größer...

Der Anbeginn der Zeiten war natürlich nicht die Hedschra, und auch Christi Geburt fällt da nicht ins Gewicht. Sogar der jüdische Kalender, der uns in 58. Jahrhundert katapultiert, greift ein wenig kurz. Der Urknall soll vor 13,7 Milliarden Jahren stattgefunden haben, vermutlich um neun Uhr früh, ganz nach Bischof Usher. Zwar hat es die Erde da noch nicht gegeben, aber hätte es sie gegeben, wäre dort irgendwo neun Uhr früh gewesen, so viel ist sicher.

Jedenfalls haben wir ein richtig großes und schon beeindruckend altes Universum. Wenn da nur die Erde Leben tragen würde, wäre das ein überaus langweiliger Ort. Wir dürfen deshalb davon ausgehen, daß der Satz des Pythagoras an allen Ecken und Enden des Kosmos gelehrt wird, außer vielleicht in Koran-, Sonntags- und Talmud-Schulen. Nach Ansicht renommierter Ufologen schauen unsere Nachbarn immer mal wieder bei uns vorbei. Allerdings scheint denen Gott nicht gesagt zu haben, wie wichtig doch die Erde ist, denn sonst hätten diese Besucher längst die Kaaba umrundet, mit dem Papst eine Tasse Tee getrunken oder einen Zettel in die Klagemauer gesteckt.

Nun überlegen Sie doch mal: Allein in unserem Universum hat der liebe Gott 20.000 Milliarden Milliarden Sonnen zum Beobachten (20 Trilliarden, das übersteigt sogar die Staatsschulden der USA), und mehr als genug haben auch noch Planeten. Jetzt stellen Sie sich vor, daß dieser Gott eine Strichliste führt, ob Sie auch genug beten und sich tatsächlich in Richtung Mekka verneigen, ob Sie Sonntags brav die Heilige Messe besuchen und an der Kommunion teilnehmen, oder ob Sie wirklich den Sabbat einhalten und nur koschere Speisen verzehren. Damit degradieren Sie eine für uns unfaßbare Wesenheit, die ein Universum locker aus dem Ärmel schüttelt, zu einem kleinlichen Bürokraten, der sich als Blockwart und Stasi-Schnüffler betätigt.

Stellen Sie sich vor, Sie besäßen ein Haus mit Garten. In Ihrem Garten leben Ameisen, und auf Grund irgendwelcher Merkwürdigkeiten malen sich diese Ameisen einen farbigen Punkt zwischen ihre Fühler. Anstatt das zu tun, was Ameisen nutzbringend im Garten anstellen, streiten sich die Rotpunkt-Ameisen mit den Gelb-, Grün-, Blau-, Weiß- und Schwarz-Ameisen darum, wer denn nun in Ihrem Namen den Garten beherrscht. Ihnen ist gar nicht aufgefallen, daß diese Ameisen neuerdings mit Punkten herumkrabbeln, und Ihnen ist sowieso nur wichtig, daß die Viecher nicht durch das Haus wuseln. Sie pflanzen im Garten einen Apfelbaum, streuen Grassamen, verteilen Dünger und gießen, wenn es nötig ist. Die Ameisen dürfen dort gerne leben, und wenn die Winzlinge glauben, der Garten sei nur für sie da, stört Sie das nicht weiter.

Mit dem Universum ist der Garten Gottes beträchtlich größer, und wir Menschen sind darin nicht einmal Ameisen, sondern allenfalls Zwergmikroben. Da wirkt es schon ein wenig lächerlich, wenn die eine Mikrobe "Allahu akbar!" schreit und der anderen Mikrobe den Kopf abschlägt. Die nächste lächerliche Mikrobe spritzt Weihwasser auf Panzer und fordert die christlichen Soldaten auf, damit gute Werke im Namen der Freiheit und der Demokratie zu begehen. Und irgendwo schießt eine Mikrobe, die gerade zehn Jahre in dem Land wohnt, auf die Kinder derer, die seit Jahrhunderten dort leben, mit der Begründung, daß vor drei- oder viertausend Jahren Gott persönlich einer geschichtlich nicht nachweisbaren Fabelfigur versprochen habe, daß dieses Land ihrem Volk gehören solle.

Jede Mikrobe behauptet, Gott, der 20 Trilliarden Sonnen beaufsichtigt, habe sie höchstpersönlich beauftragt, genau dies zu tun. Und wenn Gott wider Erwarten keine Zeit haben sollte, springt eben ein Imam, ein Pfarrer oder ein Rabbiner ein, der den Willen Gottes verkündet, den Gott höchstpersönlich ihm offenbart hat. Oder vielleicht nicht höchstpersönlich, sondern demjenigen, der diesen Geistlichen ausgebildet hat. Und wenn nicht dem, dann eben dem Religionsgründer. Also einer wird ganz bestimmt mit Gott gesprochen haben, sonst stände doch nicht in diesen Büchern, daß dies alles Gottes Wille sei, oder?

Tatsache ist, daß die drei Wüstenreligionen schon mit dem Weltbild des Kopernikus überfordert wurden, weil die Erde aus dem Mittelpunkt des Universums gerückt wurde. Tatsache ist weiterhin, daß die drei heiligen Bücher - Altes und Neues Testament, sowie Koran - nicht von den Religionsstiftern selbst verfaßt worden sind. Sie sind alle Produkte der jeweiligen Marketing-Abteilung, die beim Alten Testament den ganzen fruchtbaren Halbmond von Ägypten bis nach Mesopotamien abgegrast hatte, beim Neuen Testament drei Jahrhunderte verstreichen ließ, bis eine Gelehrten-Versammlung entschieden hat, was dazu gehört, und beim Koran ebenfalls ein Jahrhundert gewartet und die Suren in willkürlicher Reihenfolge angeordnet hat.

Die Anpassung an die Moderne liegt darin, daß die jeweiligen Geistlichen Waffen mit größerer Zerstörungskraft als früher segnen. Die Kirche hat zwar die Lehre vom Urknall begrüßt, paßt dieser doch sehr gut in das Konzept, daß Gott den Namen einer Automarke gebrüllt und damit das Universum geschaffen hat. Aber auch die Kirche hat übersehen, wie groß dieses Universum nun geworden ist, wie groß folglich Gott sein muß. Da noch vom Paradiesgarten zu reden und die Erbsünde zu verkünden, ist nicht nur ein bißchen daneben.

Ich denke, an dieser Stelle sollte ich erklären, wie ein Funkwecker funktioniert. Die Physikalisch-Technische Bundesanstalt generiert über eine Atomuhr ein Zeitsignal, das über einen Sender bei Mainflingen in der Nähe von Frankfurt am Main ausgestrahlt wird. So können sich Millionen Uhren synchronisieren. Sie sagen Ihren Wecker, bei welchen Zeitsignal er randalieren soll, so wie einst, als es diese lästigen Dinger noch zum Aufziehen gegeben hat. Wenn Sie um 7:43 Uhr geweckt werden wollen, ist das Ihre private Entscheidung. Der Wecker sorgt dafür, daß Sie genau dann geweckt werden, wenn es in der ganzen Mitteleuropäischen Zeitzone genau 7:43:00 Uhr ist.

Gott ist groß, und Sie... Nun, Sie sind einer von sieben Milliarden Menschen in einem von 20 Trilliarden Sonnensystemen. Das ist, sagen wir, ein bißchen kleiner. Relativ zur Physikalisch-Technischen Bundesanstalt sind Sie deutlich größer, aber immer noch einer von Millionen. Zugleich sind beide, Gott und die Bundesanstalt, für Sie da. Letztere ist ein Dienstleister, der auch Ihnen die korrekte Zeit übermittelt. So genau, danach können Sie Ihre Uhr stellen! Und Gott hat ein ganzes Universum erschaffen, damit es Sie gibt. Das ist nicht nur nett von ihm, sondern ebenfalls eine Dienstleistung. Bei beiden Dienstleistungen sind Sie jedoch nicht der einzige Kunde, das müssen Sie leider akzeptieren.

Nun kommt die beste Nachricht: Alle Kunden sind gleich wichtig! Oder glauben Sie, das Zeitsignal wird manipuliert, nur weil Daimler-Benz, Siemens oder die Telekom noch drei Minuten an ihre Nachtschichten dranhängen wollen? Für Gott sind Sie noch viel gleicher, er wird Sie nicht bevorzugen und er wird Sie nicht benachteiligen. Auch das ist ein Ausdruck seiner Größe.

Die Einzigen, die sich größer machen wollen, sind die Menschen. Machen wir eine kleine Pause, ich gehe mal schnell mit Gott eine Tasse Kaffee trinken... Gottes Tasse durchmißt fünf Millionen Lichtjahre und unsere Milchstraße wäre darin etwa so groß wie ein Sesam-Körnchen... Na gut, Sie können weiterlesen, ich habe gelogen. Ich trinke keinen Kaffee.

Gehen wir lieber in den Garten und reden mit einer Ameise. Da gibt es ein paar Schwierigkeiten, da die Ameisen alle gleich aussehen. Und dank ihres Ameisengehirns verstehen sie nicht, was ich ihnen sage. Sie haben außerdem nichts an ihrem Körper, mit dem sie mir vernünftig antworten können. Die Unterredung wird also ziemlich einseitig, genau genommen könnte ich auf die Ameise verzichten, die bekommt sowieso nichts mit. Allerdings ist das umgekehrt ein gutes Marketing-Argument, mit dem nicht nur Bibel und Koran, sondern zahlreiche esoterische Bücher verkauft werden: Gott hat zu MIR gesprochen! Natürlich nur zu MIR, weil ich... die Begründungen wechseln. Statt Gott darf es auch ein Engel, eine geistige Wesenheit, der Kommandeur eines Ufos oder ein aufgestiegener Meister sein.

Wenn wir die Betrugsfälle ausschließen, also den Versuch, dank "der Geister" zu Macht oder Geld zu gelangen, bleiben die Wahnvorstellungen übrig. Es gibt diverse Substanzen und Krankheiten, die einen "die Geister" hören lassen. Gespaltene Persönlichkeiten sind manchmal sogar nützlich, weil die eine Persönlichkeit Dinge wahrnimmt, welche die andere übersieht. Darüber finden Sie genug in der einschlägigen Fachliteratur, darauf will ich nicht weiter eingehen.

Ist es möglich, daß eine solche Übermittlung echt ist? Es ist nicht ausgeschlossen, Gott kann das bestimmt. Aber nehmen wir nur eine der vielen Marienerscheinungen her. Die Muttergottes, die Himmelskönigin, erscheint in einer abgelegenen Gegend ein paar Kindern, um eine wichtige Botschaft an die ganze Welt zu vermitteln. Äh? Kuckuck! Tun wir mal so, als sei es März 1915 und ich müßte die Erscheinung planen. Ich sorge dafür, daß die liebe Maria auf den größten Plätzen in Berlin, London, Moskau, Paris und Wien gleichzeitig auftritt. Mindestens hundert Meter groß und so laut, daß es mindestens zehntausend Menschen hören. Da für Gott tausend Jahre wie ein Tag sind, wird die Erscheinung ganz sicher ein paar irdische Stunden übrig haben, damit wirklich jeder in diesen Hauptstädten sie sehen kann. Zwei Tage später ist der Krieg zu Ende. Wenn Gott will, daß die Menschen eine Botschaft erhalten, wird er dafür sorgen, daß viele, wenn nicht gar alle diese Botschaft erhalten.

Ganz davon abgesehen, hätte eine echte Botschaft Folgen. Der Wille des Schöpfers des Universums manifestiert sich in der Botschaft. Wir würden Wunder erleben, jenseits jeder Erklärbarkeit. Gott ist schließlich groß, das bekämen wir zu fühlen.

Wie sieht es auf der anderen Seite aus? Ist Gott für uns erreichbar? Gibt es den persönlichen Gott, unseren direkten Ansprechpartner? Sieben Milliarden Menschen, in einem einzigen der 20 Trilliarden Sonnensysteme... Gott ist groß und damit unerreichbar, oder? Gott hatte einen Grund, dieses Universum zu schaffen, und wenn er Wesen entstehen läßt, die über ihn und seine Größe nachdenken können, wird er für einen Weg gesorgt haben, wie diese Gedanken ihn erreichen. Gott ist nicht außerhalb der Schöpfung, er sitzt nicht auf einem Thron jenseits des Universums, sondern er durchdringt diese Schöpfung. So funktioniert die Allwissenheit, auf diese Weise ist er allmächtig. Und ja, auf diese Weise wird er zu unserem persönlichen Gott. Ein Gott, der zuhört, der unsere Sorgen kennt.

Gott durchpulst das ganze Universum. Er ist eine Dienstleistung, die wir jederzeit annehmen können. Es gibt jedoch keine ausgezeichneten Kunden, er wird keinen Menschen bevorzugen und einen anderen benachteiligen. Er ist jedoch Halt und Stütze, das Versprechen, daß unsere Leiden endlich sind und unsere Existenz einen Sinn hat, auch wenn der jenseits unseres Verständnisse liegen mag.

Die Wüstenreligionen sind überholt. Sie lehren die Vergangenheit, zwingen uns in ein hierarchisches System, in dem Geistliche die Deutungshoheit über den Glauben besitzen. Das war gerechtfertigt, als Informationen kaum zugänglich gewesen sind, als das Weltbild der Menschen zu begrenzt gewesen ist, um selbst zu verstehen. Heute hat sich die Welt enorm vergrößert. Gott ist nicht derjenige, der Papst und Kaiser eingesetzt hat, um in seinem Namen über uns zu herrschen, Gott ist derjenige, vor dem wir alle gleich sind. Gott in seiner ganzen Größe ist uns nahe, und wir sind erstmals in der Lage, uns Gott selbst zu erschließen, ohne einen Vermittler, der sich zwischen uns und Gott stellt.

Gott ist so groß, daß jeder sich an ihn wenden kann. Direkt, und mit eigenen Worten. Dazu ist kein Gebet nötig, dazu bedarf es keiner Unterwürfigkeitsfloskeln. Ich bin winzig gegen Gott, ob ich nun stehe, knie oder auf dem Bauch liege. Warum sollte ich da nicht frei vor Gott hintreten, jederzeit, und ihm das sagen, was ich ihm sagen will?

Bleibt eine letzte Frage: Werden meine Gebete erhört? Die Antwort finden wir im Faust: "Wer stetig strebend sich bemüht, den können wir erlösen!" Die Gebete werden nicht erhört, indem Wunder geschehen. Die Gebete werden erhört, indem wir die Kraft erhalten, uns diese Wunder zu erarbeiten. Am Ende können wir mit Fug und Recht sagen: Gott ist wahrlich groß!

© Michael Winkler