Der neue Äon (24.6.2015)

Es gibt eine Technik, ein Sachbuch zu schreiben, die ich vor allem bei amerikanischen Autoren kennengelernt habe, und die leider inzwischen auch bei deutschen Sachbuchautoren immer öfter eingesetzt wird. Um es an einem einfachen Beispiel zu erläutern: Ein solcher Autor stößt in einer ägyptischen Pyramide auf die Merkwürdigkeit, daß da ein rechter Winkel aus drei, vier und fünf gleich großen Steinen gebildet wurde. Nun schwingt er sich zur Mathematik auf und rechnet: 3² + 4² = 9 + 16 = 25 = 5². Merkwürdig, nicht wahr? Bei der nächsten Pyramide stößt er auf dieselben Zahlen. Bei den Mayas findet er das Seitenverhältnis 7,62, 10,16 und 12,70. Staunend quadriert er und stellt fest, daß auch die Mayas dieses heilige Verhältnis gekannt haben müssen! Nur die Chinesen haben es anders gehandhabt, da findet er zweimal sechs und einmal 8,485. Aber sogar die Chinesen haben mit diesem Quadratverhältnis gearbeitet! Unser Autor reist um die Welt, findet 180 derartige Fälle, dokumentiert diese mit Photographien und stellt bienenfleißig ein Buch mit 400 Seiten zusammen. Darin stellt er die Theorie vor, daß die Altvorderen eine heilige Geometrie gekannt haben, um rechte Winkel aus Quadratzahlen zusammenzusetzen.

Bei einem Sachbuch nach aussterbendem deutschen Modell geht der Autor ebenfalls in die Pyramide, stößt auf drei, vier, fünf und formuliert a² + b² = c². Das kennen wir als Satz des Pythagoras, er läßt sich mit Zirkel und Lineal beweisen. Je nach Anzahl der Zeichnungen für diesen Beweis kommt er auf maximal fünf Seiten, erledigt den Thaleskreis gleich mit, auf dem alle rechtwinkligen Kreise einer vorgegebenen Strecke liegen müssen. Die geheiligte Geometrie schrumpft zu nachvollziehbarer Mathematik zusammen, wobei die Erkenntnis, daß die Altvorderen weltweit den Satz des Pythagoras wenn nicht gekannt, so doch zumindest angewendet haben, durchaus bemerkenswert ist.

Ich bin gerne ein deutscher Sachbuchautor, der die Dinge erklärt und nicht anhäuft. Ich habe deshalb in der "Spirituellen Welt" auch nicht hunderte Nahtod-Berichte zusammengetragen, sondern deren Quintessenz zusammengefaßt und das Jenseits geschildert. Genau nach diesem Muster wird auch der folgende Artikel nicht massenhaft Beispiele anführen und es anschließend dem Leser überlassen, sich aus diesem Wust das Brauchbare herauszuklamüsern.

Ich habe in der Überschrift den Begriff "Äon" verwendet, der mit "Zeitalter" übersetzt werden kann, aber auch als "Epoche". Die Epoche ist allerdings eher so etwas wie das etruskische Saeculum, also eine relativ überschaubare Zeit, wie Barock, Empire oder Biedermeier. Das Zeitalter ist da schon gewaltiger, sprechen wir doch vom "Zeitalter der Entdeckungen", vom "Dampf-Zeitalter" und vom "Atom-Zeitalter". Zu einem Zeitalter gehören mehrere Epochen, das können durchaus mehrere Jahrhunderte sein. Der Äon ist diesem Begriff übergeordnet, ich verbinde sprachlich mit "Äon" einen sehr langen Zeitraum, eher Jahrtausende als Jahrhunderte.

Das Kennzeichen unseres derzeitigen Äons ist der materielle Ansatz, das "Macht euch die Erde untertan!", das als "göttlicher" Auftrag im blutrünstigen Teil der Bibel stehtund allzu gerne als Ermächtigung aufgefaßt wird, die Erde, die Natur, ihre Geschöpfe und auch die Menschen gnaden- und rücksichtslos auszubeuten. Schon die Römer haben angefangen, sich die Erde untertan zu machen, die Spuren sehen wir noch heute. Das sind nicht nur die malerischen Aquädukte, dazu gehört auch die Küste des Balkans, der sogenannte Karst. Das war einmal bewaldetes Gebiet, bis die Römer dort das Holz für ihre Flotte geschlagen haben. Trotz ihrer vielen Siege liegt die "Classis Romana", die römische Flotte, längst auf dem Meeresgrund, die karge Landschaft hingegen bewundern wir noch heute.

Die Römer haben das erste plutokratische Imperium der Welt aufgebaut. Da ging es so richtig um Macht und Konkurrenz, um Geld und Besitz. Hätten es die Römer nicht getan, wären vielleicht die Karthager an ihre Stelle getreten. Nach dem Ende des Westreiches trat die Kirche bereitwillig an die Stelle der Plutokraten. Nicht das spirituelle Wohlergehen der zu Schäfchen degradierten Gläubigen hat die Kirche interessiert, sondern deren Zahl. Judentum, Christentum und Islam sind irdisch ausgerichtete Kulte, da gibt es keinen Mystizismus und nur wenig Spiritualität. "Mach Geld, mach mehr Geld, mach noch mehr Geld!" Dieser Satz wird der Scientology-Kirche zugeordnet, er könnte jedoch über der Eingangspforte jedes jüdischen Bankhauses stehen, in jedem katholischen Opferstock eingraviert sein, oder, ein wenig abgewandelt, als Motto jeder Moschee dienen.

In einer Moschee? Das Ziel des Islams ist die Unterwerfung der ganzen Erde, der ganzen Menschheit unter diese Religion. Noch materieller als "Ich will alles!" geht nun wirklich nicht. Was hat der Islam dafür zu bieten? Fünfmal am Tag Gebetsgymnastik, einmal im Jahr fasten und einmal im Leben nach Mekka pilgern. Das alles sind erstarrte Rituale, ohne wirkliche Spiritualität, denen sich der Gläubige unterwerfen soll. Unterwerfung - das ist die korrekte Übersetzung für "Islam". Dem Gläubigen wird im Koran und in den Hadhiten vorgeschrieben, wie er sich zu verhalten hat. Über allem Tun steht die Frage: Was hat Mohammed getan? - und genau das soll der Gläubige kritiklos wiederholen. Dabei ist der Koran erst lange nach dem Ableben Mohammeds zusammengestellt worden, und das in einer Anordnung, die jeden Zusammenhang auflöst. Nach neueren Forschungen ist sogar ungewiß, ob Mohammed überhaupt jemals gelebt hatte. Der Islam wirbt nicht mit spirituellen Wahrheiten, er wurde mit Feuer und Schwert verbreitet. Sogar die Belohnung für die "Märtyrer", die angeblich versprochenen 72 Jungfrauen im Paradies, ist vollkommen weltlicher materieller Art. Und nach einem Sieg des Islam, seiner Verbreitung über die ganze Welt, stünde nicht etwa das Paradies auf Erden, sondern der Kampf der Moslems untereinander, so, wie wir ihn heute schon erleben.

Das Christentum gleicht heute einem inaktiven Schwarzen Loch. Wir wissen, daß es einst zahlreiche Sterne gefressen hat, doch im Augenblick ruht es. Ich würde mich noch nicht einmal wundern, wenn ich erführe, daß der Papst zum Islam oder zum Judentum übergetreten ist, so beliebig, wie das Christentum heutzutage geworden ist. Doch auch das Christentum, die Religion der Nächstenliebe, kennt Feuer und Schwert, kennt den Heiligen Krieg, kennt die Auslöschung der Ungläubigen. Die Kirche verfügt immer noch über Macht und Geld, doch die Spiritualität hat sie aufgegeben. Der Papst sorgt sich um den Klimawandel, die evangelische Kirche wünscht die Homo-Ehe, beide wollen in der materiellen Welt mitreden, statt sich an das Gebot ihres Gründers zu halten: Mein Reich ist NICHT von dieser Welt! Und doch gibt es sie noch, die aggressive, missionierende, dominierende Kirche. Es sind die evangelikalen Sekten in den USA, die Fernsehprediger, die christliche Konzerne aufbauen und Geld scheffeln. Da gibt es keine Heilsbotschaft, da zählt nur das Geld, das die Schäfchen abliefern.

Wie sieht es mit dem Judentum aus? Jenseits der Klischees, wonach Juden und Geld immer gemeinsam auftreten, steht am Ende des Judentums der Messias. Dank ihm herrschen die Juden über die ganze Welt, und jeder Jude hat 2.400 Sklaven. Dieses Ziel liegt völlig im Diesseits, im Materiellen. Ansonsten kennt das Judentum vor allem Vorschriften. Schon das Alte Testament, die Bibel der Juden, enthält genug davon, doch erst mit dem Talmud wird das jüdische Leben umfassend geregelt. Das sind - je nach Ausgabe und Übersetzung - zwölf dicke Bücher voller Regeln, die allesamt wirken, als hätte sie ein verrückter Anwalt mit dem Zweck aufgestellt, bei jedem Verstoß eine Millionenklage anstrengen zu können. Die Regeln weisen jedoch nicht den Weg ins Jenseits, sie dienen alle dazu, daß es einem wohlergehe auf Erden - gerne auf Kosten der Nichtjuden. Diese Regeln, die dafür sorgen, daß jeder Jude immer und vor allen Anderen einen Mitjuden fördert, haben dazu beigetragen, die jüdischen Gemeinden als Absonderung von der übrigen Menschheit zu erhalten. Und sie sorgen dafür, daß dort, wo ein Jude auftaucht, bald mehrere nachkommen. Der jüdische Nobelpreisträger wird immer andere Juden für den Preis vorschlagen, mit dem Ergebnis, daß es überproportional viele jüdische Nobelpreisträger gibt und sich Nichtjuden weit mehr anstrengen müssen, um in die Riege der Laureaten aufgenommen zu werden.

Der gegenwärtige, nun auslaufende Äon, hat das Materielle über allem anderen betont. Vor etwa 250 Jahren, mit der industriellen Revolution, begann die hohe Zeit der Kaufleute und Schacherer, der Bankiers und Kapitalisten. Das weltweit am weitesten verbreitete Regierungssystem, der Faschismus, basiert auf der Zusammenarbeit des Großkapitals mit der Politik. In Rom haben die Plutokraten noch selbst regiert, im Mittelalter waren die weltlichen und kirchlichen Fürsten die reichsten Menschen im Land. Mit den Fuggern und den Medici trennen sich Macht und Geld, allerdings in der Weise, daß sich die Macht dem Geld unterordnet und so dem Geld die eigentliche Macht gewährt. In den USA zeigt sich das ganz offensichtlich, dort kostet es mehr als eine Milliarde Dollar, um zum Präsidenten gewählt zu werden. Geld, das kein Präsidentschaftskandidat aus seiner eigenen Tasche aufbringen kann. Damit befindet er sich bei Amtsantritt in den Händen seiner Finanziers.

Betrachten Sie Ihr eigenes Leben, so wird dieses höchstwahrscheinlich vom Geld bestimmt sein. Sie opfern einen Großteil Ihrer Lebenszeit, um für dieses Geld zu arbeiten, und wenn Sie nicht aufpassen, opfern Sie sogar Ihre Gesundheit. Sie nehmen Kredite auf für Ihr Haus oder Ihr Auto, und sind danach Sklave ihres Besitzes, denn Sie müssen unablässig arbeiten, um diesen Besitz zu behalten. Als Sklave des Geldes sind Sie ein Diener des Baal Mammon, eines unbarmherzigen Götzen, der Ihnen alle Freiheit nimmt. Nicht umsonst spricht man vom Hamsterrad, in dem Sie laufen, rennen, sich bis zur Erschöpfung abmühen, ohne wirklich vom Fleck zu kommen.

Die Kräfte des Materiellen sind an ihrem Höhepunkt angelangt, und sie sind dabei, die Lebensgrundlagen auf der Erde zu zerstören. Überfischte Ozeane, leergepumpte Ölfelder, rissige, zerfallende Häuser über aufgegebenen Bergwerken, Industriebrachen - die Narben der Ausbeutung, die Narben der untertan gemachten Erde sind überall deutlich zu sehen. Die Schäden an den Menschen fallen weniger auf. Armut, Elend, Hunger, das betrifft andere Länder, andere Erdteile, das muß man in Mitteleuropa lange suchen. Doch das sind nur Äußerlichkeiten, die wahren Verletzungen tragen die Menschen im Innern. Geistlose, entseelte Menschen, die in der heutigen Fülle der Informationen weniger Horizont besitzen, als ihre Vorfahren, die ihr ganzes Leben im Schatten der Dorfkirche verbracht haben.

Ein gesunder Baum hat tiefe Wurzeln, sie erstrecken sich unter der Erde so tief und weit, wie seine Krone über der Erde in den Himmel ragt. Dieses Wurzelwerk versorgt ihn mit den Mineralien und Nährstoffen, die er für sein Wachstum braucht, es bietet Heimstatt den Pilzen, die diese Nährstoffe aufspalten und sie dem Baum zuführen. Dort unten gedeiht ein Ökosystem, bei dem alle Teile zum gegenseitigen Nutzen symbiotisch zusammenarbeiten. Ein Baum, der alle Nährstoffe "mundgerecht" aufbereitet von außen zugeführt bekommt, braucht dieses Wurzelwerk nicht, braucht dieses tiefe Wurzelwerk nicht. Ihm genügt es, sich flach auszubreiten, er wird trotzdem materiell bestens versorgt. Dieser Baum hält keinem Sturm stand, sein Erdreich wird weggeschwemmt, weil ihm die Wurzeln fehlen, es zu erhalten. Und wenn die äußere Versorgung aufhört, ist er bereits zu groß, um seine Wurzeln rechtzeitig in die Tiefe abzusenken. Er ist dem Tode geweiht, wird untergehen, weil er nicht in der Lage ist, die Fülle zu erschließen, die ihn umgibt.

Für alle, die im Hamsterrad dahinrasen, habe ich eine gute Nachricht: dieser Äon wird enden. Der Zwang zur Materie wird aufhören, die Menschheit wird umdenken und einer neuen Bestimmung folgen. Ich habe allerdings auch eine schlechte Nachricht für Sie: Sie werden diese Umstellung nicht überleben.

Sie sind nicht vorbereitet. Ihnen fehlen die Fähigkeiten, Ihnen fehlt das Wissen, es wird Ihnen nicht gelingen, sich anzupassen. Deshalb werden Sie untergehen.

Oh, Sie haben Ihre eigene Alpenfestung? Einen Atombunker auf 1.500 Metern Höhe, im erdbebensicheren Gebiet, mit einer unversiegbaren Wasserversorgung, mit eingelagerten Vorräten für 20 Jahre? Und da sollen Sie nicht überleben? Ich gebe zu, Sie haben alles Menschenmögliche für Ihr Überleben getan, und wenn Sie zudem noch über Waffen verfügen, wird es schwer sein, Sie in Ihrer Zuflucht auszuräuchern. Aber was haben Sie wirklich getan? Nun, Sie haben materiell vorgesorgt, materiell das Beste getan, was man sich vorstellen kann.

Hätten wir nur eine neue Epoche vor uns, oder auch nur ein neues Zeitalter, Sie könnten sich beruhigt zurücklehnen. Wenn die Wirtschaftskrise über uns hereinbricht, wenn auf den Straßen Mord und Totschlag herrschen, selbst wenn die Naturkatastrophen der Schauungen einen Großteil der Menschheit auslöschen, dürfte Ihre Alpenfestung sicher sein. Diese Ereignisse sind die Agonie eines weichenden Äons und die Geburtswehen eines neuen Äons. Und dies, dieser neue Äon, wird Ihre Pläne zunichte machen.

Ich gebe zu, ich würde sehr gerne in einer Eichelburg-Welt leben. Da gibt es einen Zusammenbruch, Politiker, Amtsträger, Ausländer und sonstige unerwünschte Zeitgenossen werden hinweggefegt. Nach einem halben Jahr Mord und Totschlag regiert ein Kaiser, der deutschen Landen deutsches Recht bringt, der die Ordnung wiederherstellt. Mit ein paar Goldmünzen kann man einen Palast kaufen, für ein paar weitere Goldmünzen ein paar Leibeigene. Wer darauf Lust hat, kauft sich einen Adelstitel, übernimmt ehrenamtlich Aufgaben in der kaiserlichen Reichsverwaltung. Oder er lebt gut situiert bis an sein seliges Ende in Reichtum und materiellem Wohlstand.

Ist es Ihnen aufgefallen? "Materieller Wohlstand" - also genau das, was zu diesem, dem sterbenden Äon gehört. Gold und Silber werden auch im neuen, heraufziehenden Äon nicht wertlos, und ein gewisser Wohlstand läßt einen auch dann noch angenehm leben. Doch der materielle Besitz wird weniger gelten als in den 2.500 Jahren, seit König Krösus die ersten Münzen prägen ließ. Der riesige Palast, der die Natur aussperrt, in dem Elektrizität die Tageszeit und die Jahreszeit vorgibt, in dem alles erleuchtet oder verdunkelt, gekühlt oder beheizt ist, wird dann zum Symbol, daß die Bewohner gegen die Natur leben und nicht mit ihr im Einklang.

Wann haben Sie das letzte Mal einen blauen Himmel gesehen? Richtig blau, tiefblau, fast ins Violette spielend? Bei mir war das 1976 der Fall. Ich habe nicht weiter darauf geachtet, bis mir so etwa 1992 aufgefallen ist, daß der Himmel nicht mehr wirklich blau ist. Er mag wolkenlos sein, doch zugleich ist er von einem leichten Grauschleier bedeckt, einer wasserdampfgesättigten Hochatmosphäre, so als wäre das einst klare, durchsichtige Firmament durch ein neues aus Milchglas ersetzt worden. Die Sterne sind weniger geworden, der Dunstschleier verhindert, daß wir die kleineren, lichtschwächeren zu sehen bekommen. Die Astronomen haben sich auf hohe Berge und in abgelegene Wüsten verzogen, um noch einen klaren Blick in den Himmel zu haben.

Die Erde ist uns untertan. Nicht Ihnen oder mir, sondern uns Menschen. Die Erde hat einen schweren Befall von Homo sapiens, wobei dieses "sapiens" eine Eigenschaft ist, die wir uns selbst angemaßt haben. Der neue Äon wird uns zeigen, wie klug und weise wir tatsächlich gewesen sind.

Heute fährt ein Bauer mit einem rollenden Ungetüm aufs Feld, das nur noch entfernt an einen Bulldog erinnert. Sein Führerhaus ist eine Computer-Leitzentrale geworden, per GPS gesteuert, in der Satellitenbilder ausgewertet werden. Sensoren prüfen den Bewuchs, stellen einen Düngervorschlag zusammen. Oh, das Wetter spielt noch immer eine Rolle, die Naturgewalten sind noch gegenwärtig, doch sie sind so weit wie möglich zurückgedrängt, sind neutralisiert. Hybride Pflanzen, die nur einmal keimen, versprechen höhere Erntemengen. Dünger läßt die Pflanzen wachsen, Insektizide halten die Schädlinge kurz, Herbizide das Unkraut nieder. Der einstige "dumme" Bauer ist heute ein Landwirt mit Universitätsdiplom, Agrartechniker, Pflanzenbiologe und Diplomkaufmann in einem.

Der Bauer des neuen Äons wird ganz anders arbeiten. Er wird für eine Lebensgemeinschaft auf dem Feld sorgen, die sich gegenseitig unterstützt und ohne Agrartechnik, Agrarchemie und nicht wirklich lebenden, wichtiger Eigenschaften beraubter Pflanzen auskommen. Der Bauer wird im besten Sinne nach ora et labora handeln, er wird bei der Arbeit beten und beim Gebet seine Arbeit verrichten. Ein spirituelles Leben heißt nicht, die Mönchskutte tragen, ständig den Rosenkranz beten, Psalmen aufsagen oder Suren zitieren. Spirituell leben heißt, die Verbindung aufnehmen zu Gott, zu seiner Schöpfung, zur Welt um uns und zur Natur.

Der Bauer bietet sich da als Beispiel an, doch was macht ein Computertechniker? Jemand, der an Programmstrukturen feilt, sich mit seelenlosen Bits und Bytes herumschlägt? Nun, jeder Programmierer weiß, daß in einem Computer ein kleines Männchen sitzt und dieses bösartig ist. Es tut nur das, was ich eintippe, nicht das, was ich mir vorstelle. Do what I think, not what I type - so lautet das ewig unerhörte Stoßgebet zahlreicher Bitpfriemler. Was könnte weniger spirituell sein, als auf der Tastatur herumzuhacken und das bösartige kleine Männchen dazu zu zwingen, das zu tun, was ich will? Aber auch diese Arbeit hängt, wie jede andere auch, von der Einstellung ab. Der eine Arbeiter behaut Steine, sein Kollege neben ihm baut eine Kathedrale. Der eine Programmierer dressiert Bits, der andere löst Probleme. Zwar hören tatsächlich alle Computer auf den Namen "Mistvieh, elendiges!", aber sie funktionieren besser, wenn man ihnen Respekt entgegenbringt. Wer das Ziel vor Augen hat, den Menschen die Arbeit zu erleichtern, wird anders ans Werk gehen als jemand, der nur die doofe Vorgabe eines noch dooferen Vorgesetzen in die Maschine hämmert. So gesehen, gibt es selbst am Computer das ora et labora.

Nichts ist einfacher als Bildhauerei. Man nimmt einen Stein und hämmert alles weg, was nicht nach Madonna aussieht. Wer dann noch einen Hammer benutzt, der zuverlässig auf den Meißel eindrischt und Daumen, Hand und sonstige empfindliche Teile respektvoll vermeidet, kann jederzeit ans Werk gehen, oder? Nun ja, es hat schon seinen Grund, warum Steinmetze und Bildhauer ein paar Jahre brauchen, bis sie wirklich alles treffen, was nicht nach Madonna aussieht. Die Madonna steckt für den Kundigen bereits im Stein, sie will nur hervorgeholt werden. Bildhauer und Stein, Arbeiter und Werk treten miteinander in Verbindung, bilden eine spirituelle Gemeinschaft. Dann wird das Werk gelingen und es entsteht Kunst.

Jeder Handwerker, jeder Arbeiter kann mit seinem Werk eine solche Verbindung eingehen. Ein Verkäufer kann Hosen verkaufen oder gutes Aussehen, er kann dem Kunden dienen oder die Firmenkasse füllen. Der Diener des Kunden wird langfristig erfolgreich sein. Und ein Buchhalter? Oh... Erwischt, ich hasse Buchhaltung, vor allem meine eigene. Ich habe nie behauptet, ich sei vollkommen, oder? Der Buchhalter ist gewissermaßen das Herz des Betriebs. Er schickt das Blut in die Lunge, reichert es mit Sauerstoff an, und leitet es danach in die Muskeln, die diesen Sauerstoff zum Arbeiten brauchen. Der Buchhalter holt mit seinen Rechnungen das Geld in die Firma, das die Arbeiter als Lohn ausbezahlt bekommen. Dank der Rechnung des Buchhalters vermag sich der Kunde erkenntlich zeigen, gute Arbeit angemessen entgelten. Auf diese Weise schwingt selbst hier, im schnöden Mammon, die Spiritualität mit.

Diese Spiritualität ist eine Dimension der Freiheit. Wenn Sie heute nicht frei sind, werden Sie es niemals sein! Merkeldeutschland, der schwindende Äon, erlegen uns törichte Regeln auf, was wir zu tun und zu sagen haben, doch keine dieser Regeln vermag einem vorzuschreiben, was er denken darf. Wenn Sie also nicht wagen, bestimmte Dinge zu denken, sind nicht die törichten Regeln schuld, sondern Sie selbst. Sie haben sich diese Ketten auferlegt, und Sie werden ihr ganzes Leben an diesen Ketten tragen, völlig ohne äußeren Zwang.

Angenommen, ich wäre ein Auftragsmörder, und ich arbeite für Sie, ohne jemals eine Rechnung zu stellen. Und ich garantiere Ihnen, daß niemals auch nur der Schatten eines Verdachts auf Sie fallen würde. Also, wen soll ich umlegen? Merkel, Gauck? Gute Wahl! Sind Sie dann frei? Dann eben den ganzen Bundestag. Und die Landtagsabgeordneten, die Bürgermeister und Ihre Stellvertreter. Ganz schön viel Arbeit, die Sie mir da aufbürden. Warum habe ich nur zugesagt, keine Rechnung zu schicken? Aber gut, ich kann die Munition von der Steuer absetzen... Ach so, das Finanzamt stört Sie ebenfalls. Und wer noch? Wer ist Ihrer persönlichen Freiheit noch immer im Weg?

Selbst mit noch so viel Blei werden Sie niemals frei sein. Als unangefochtener Diktator in Mittelmietraching werden Sie nicht frei sein, als Kaiser über ganz Merkeldeutschland und die umliegenden EU-Provinzen werden Sie nicht frei sein, und selbst als gottköniglicher Pharao der Erde tragen Sie Ihre Ketten noch mit sich. Wenn Sie JETZT nicht wagen zu denken, werden Sie es niemals wagen, völlig egal, wie die äußeren Umstände sein mögen.

Wenn Ihnen dieser Staat so mißfällt, brauchen Sie keinen Auftragsmörder, sondern befreien Sie sich von diesem Staat. Hören Sie auf, ihn zu unterstützen, ihn mit Steuern zu füttern. Lösen Sie sich von Medien, die Ihnen vorschreiben, was Sie für wahr und richtig zu halten haben. Sie haben es jederzeit in der Hand, sich zu befreien, den Staat sich selbst zu überlassen. Ich rufe nicht zur Revolution auf, nicht zum Generalstreik, sondern dazu, dem Staat die Macht über Ihr Leben zu entziehen. Das geht nur in Teilbereichen, ich weiß. Aber wenn Sie niemals damit anfangen, werden Sie niemals Erfolg haben. Und wenn Sie immer nur darauf warten, daß Andere etwas tun, behindern Sie alles, denn jene Anderen warten darauf, daß SIE etwas tun. Sie müssen nicht Meilen gehen, es genügt, den ersten Schritt zu tun. So bekommen Sie Lust auf den zweiten, werden zum Vorbild und wagen auch noch den dritten Schritt. Ein paar Leute gehen mit, dann noch ein paar, dann immer mehr... Auf einmal beginnen sich die Dinge zu verändern, gerät das scheinbar für die Ewigkeit Festgefügte doch in Fluß.

Im materiellen Äon sind Sie noch äußeren Zwängen unterworfen, im kommenden Äon droht Ihnen die Freiheit. Nicht die Umstände, Sie selbst sind es, der Ihren Lebensweg bestimmt. Kein Pastor, Bischof oder Kardinal vermittelt Ihre Gebete an Gott, Sie selbst müssen mit Gott sprechen, Ihre eigenen Anliegen vertreten. Wenn Sie schon ein mulmiges Gefühl bekommen, weil ein einfacher Streifenbeamter Sie nach Ihrem Führerschein fragt, was werden Sie tun, wenn der Schöpfer des Universums Sie anhört? Na? Und anders herum: Wenn Sie es gewohnt sind, frei mit dem Schöpfer des Universums zu reden, was schreckt Sie dann noch menschliche Autorität?

Fällt Ihnen auf, wenn die Fühler eine Ameise einen Zehntel Millimeter länger sind als die der anderen? Glauben Sie etwa, Gott fällt auf, daß der erste eine Uniform, der zweite eine Amtsrobe, der dritte einen teuren Maßanzug und der vierte verdreckte Altkleider aus der Lumpensammlung trägt? Dazu müßte er sich auf unser Niveau hinabbegeben! Er müßte die materielle Welt wichtig nehmen, etwas, was er ganz beiläufig miterschaffen hat, ohne darüber nachzudenken. Wir mögen darüber nachdenken, aber warum sollte Gott es tun? Gott sieht den Menschen in seiner Entwicklung, in seiner Ganzheit, er schaut nicht auf die Kleidung, nicht auf die Äußerlichkeiten.

"Oh Herr, ich bin nicht würdig, daß Du eingehest unter mein Dach, aber sprich nur ein Wort, und so wird meine Seele gesund." Diesen Satz beten Katholiken, bevor sie eine simulierte Kannibalen-Orgie veranstalten: Den Leib Christi auffuttern und das Blut Christi schlürfen. Real sind das zwar nur eine Oblate und verwässerter Wein, aber in den Vorstellungen der Gläubigen ist es Menschenfresserei. Der andere Teil ist, daß die Gläubigen gezwungen werden, sich als unwürdig zu bekennen. Würdig wird man, indem man einem Typen mit einem violetten Stoffstreifen um den Hals in schummriger Umgebung seine intimsten Geheimnisse anvertraut. Daraufhin spricht der Typ einen Zauber ("Ego te absolvo...") und anschließend gehört man zu den Seligen, die zum Mahle des Herrn geladen sind. Das Ritual ist Jahrhunderte alt und beeindruckt einen Neunjährigen ungemein. So einen rechten Bezug zum Leib Christi in meinem Magen habe ich selbst damals nicht aufbauen können.

Verletzt dieser Absatz Ihre Gefühle? Oder haben Sie beifällig genickt? Es ist nicht Gott, der Ihnen dieses Ritual vorschreibt, es ist die Kirche. Die Evangelien des Neuen Testaments wurden lange nach Jesus aufgeschrieben, und noch länger nach Jesus überarbeitet, sprich auf Linie gebracht, also derart manipuliert, daß die Kirche eine nette, überschaubare Lehre für ihre Schäfchen herausbekommen hatte. In den folgenden Jahrhunderten wurden alle abgeschlachtet, die es gewagt hatten, über dieses Neue Testament nachzudenken und es abweichend der vorherrschenden Lehre auszulegen. Das erste Gebot lautet im Klartext: Ich, Deine Kirche, spreche für Gott. Du sollst keinen Gott außerhalb dieser Kirche und ihrer Lehre haben. Immerhin ist der Katechismus, die Ausführungsbestimmungen für das Neue Testament, deutlich kürzer und weniger menschenverachtend als der Talmud.

Betrachten wir es einmal anders herum: Ist der Herr würdig, daß er eintrete unter mein Dach? Mein Dach? Wenn ich dem Nachbarskind die Lego-Steine wegnehme und daraus ein Haus baue, ist das dann mein Haus? Die Bausteine für mein Haus, ob nun tatsächlich als Behausung oder metaphorisch für meinen Körper, hat letztlich der Schöpfer des Universums geliefert. Und nur, weil ich derzeit damit herumspiele, gehören diese nicht wirklich mir. Es ist nur geliehen, auf Zeit zur Verfügung gestellt. Eines Tages gebe ich diese alle zurück. Mein Haus, mein Boot, mein Auto - nichts davon werde ich mitnehmen können, wenn ich diese Erde verlasse. Das ist die Lektion dieses endenden Äons, und wer sie begriffen hat, schreitet mit leichtem Gepäck in den neuen Äon fort.

Und doch, es gibt sie, die bleibenden Werte, die unser Dasein überdauern. Ein Buch schreiben, ein Haus bauen, einen Baum pflanzen, einen Sohn zeugen - oh, das mit dem Buch schreiben hat Martin Luther ja gar nicht gesagt... Das Buch steht für Gedanken, die der Nachwelt übermittelt werden, und seien es nur ein paar Briefe an den eigenen Urenkel. Das Haus bauen steht für die Familie, die jemand gründen soll, eine Lebensgemeinschaft, die etwas schaffen kann, was überdauert. Der Baum erklärt sich von selbst: er mag noch in 500 Jahren stehen, in zwanzig Generationen. Den Sohn - oder das Kind zeugen bzw. gebären - steht für die Weitergabe der eigenen Gene, aber auch für die Weitergabe des eigenen Wissens, der Liebe und Fürsorge. Der Stammhalter, der den Stamm erhält...

Gerade wir Deutsche haben mit der materiellen Welt mehrfach Schiffbruch erlitten. Unser Geld wurde im vergangenen Jahrhundert viermal entwertet, 1923 und 1948 in der Inflation, 1990 als die Mark der DDR eingestampft wurde und 1998, beim Übergang zum Euro. Niedrigste Zinsen bei gleichzeitigem unbegrenztem Gelddrucken vernichten schon wieder unsere Ersparnisse. 1529 und 1683 sind die Heere der Muselmanen vor Wien geschlagen worden, heute sind sie dabei, unser Land ohne Widerstand zu besetzen. Die materielle Grundlage löst sich auf, obwohl es uns gerade jetzt, in diesen letzten Tagen, materiell so gut geht wie nie zuvor. Doch alle Sicherheiten sind trügerisch. Am Weihnachtstag 1913 hatten unsere Vorfahren allen Grund, optimistisch in die Zukunft zu sehen, am Weihnachtstag 1923 hatten sie kaum noch ihr nacktes Leben gerettet. Desgleichen läßt sich von Weihnachten 1938 und Weihnachten 1948 sagen. Bei der DDR dauerte es nicht so lange, Weihnachten 1988 und Weihnachten 1990 genügen. Noch ist offen, welche Jahreszahl die Zeit vor dem Umbruch, vor dem Wechsel des Äons anzeigen wird. Vielleicht ist es später als wir alle denken, und es war bereits Weihnachten 2014.

Haben Sie Ihren Frieden mit dem Himmel gemacht? Nicht mit jenem Himmel, dessen Gott der Mensch nach seinem Bilde geschaffen hat. Also nicht mit dem eifersüchtigen Jahwe, mit Himmel, Hölle und Fegefeuer der Heiligen Dreifaltigkeit oder dem kriegerischen, Zerstörung säenden Allah, sondern mit dem Jenseits, das Sie tatsächlich erwartet? Was bleibt unerledigt, wenn Sie morgen aus dem Leben scheiden? Nehmen Sie sich so wichtig, daß Sie das für eine Katastrophe halten? Sie mögen in Ihrem Alpenbunker überleben, doch Sie kehren in eine Welt zurück, in der nichts mehr so ist, wie Sie es gewohnt sind. Ohne die Hilfe der Mitmenschen werden Sie nicht überleben, trotz Ihrer Waffen, trotz Ihrer Goldstücke. Die Zeit der Egoisten ist vorbei, die Zeit des Habens, die Zeit des Scheins und des Blendens ebenfalls. Sie treten nackt vor Ihren Schöpfer und der fragt Sie, was Sie wert sind. Lautet Ihre Antwort dann 1.418.231 Euro? Das ist heute, unter den Menschen, viel Geld. Der Schöpfer wird jedoch verständnisvoll nicken und sagen: "Also nichts."

Ich werde oft gefragt, wie lange es noch dauert, bis diese beschissene Zeit zu Ende geht. Oh, sie wird zu Ende gehen, und praktisch jeder, der diese Frage gestellt hat, wird bedauern, daß es soweit ist. Die Menschheit wird stark reduziert werden, und jene, die zu sehr im abgelaufenen Äon verstrickt sind, werden für lange Zeit keine Möglichkeit finden, wieder auf die Erde zurückzukommen. Das Karma ist das Gesetz der Entsprechung, und wenn nichts auf Erden vorhanden ist, das einer Seele entspricht, wird diese nicht auf Erden inkarnieren können. Jahrhunderte, Jahrtausende im Jenseits festsitzen, ohne die Möglichkeit, das eigene Geschick dank eines Erdenlebens schnell wenden zu können - dieses Schicksal droht Milliarden Menschen.

Die meisten Menschen werden diese Welt nicht als Heilige verlassen! Es mag die aufgestiegenen Meister geben, doch die Wenigsten von uns werden zu ihnen gehören, werden eine Art Aufstieg erleben. Ich persönlich wäre ganz zufrieden, wenn ich es auf jene Ebene im Jenseits schaffe, die ich "Inseln der Seligen" nenne, die unterste, fast noch neutrale Lichtebene. Es gibt dafür keine Garantie, kein Papst, kein Imam, kein Rabbiner kann Ihnen den Passierschein ausstellen oder gar den Ablaßbrief verkaufen.

Sie treten vor dem Schöpfer und müssen gestehen: Ich kenne Dich nicht? Was ist, wenn der Schöpfer darauf antwortet: Auch ich kenne Dich nicht! Nun, letzteres wird nicht passieren, für ersteres sind Sie selbst verantwortlich. Wenn Sie nur im Materiellen leben, ist Ihr Blick nach unten gerichtet, zu Boden, auf die Erde, auf die Materie. Der neue Äon wird Sie zwingen, den Blick zu heben, und das, was Sie da erblicken, mag geeignet sein, Sie niederzustrecken. Es vermag jedoch ebenso, Sie aufzurichten, Sie aus den Niederungen des Materiellen zu erheben.

Der neue Äon wird bei den Esoterikern das Wassermann-Zeitalter genannt. Wassermann steht astrologisch für die Freiheit, vor allem die Freiheit der Gedanken. Die alten Muster werden aufgesprengt, das "das haben wir noch nie so gemacht" ist überholt, ebenso das "das haben wir schon immer so gemacht". Dafür trifft das "da könnte ja jeder kommen" um so mehr zu. Ja, es könnte jeder kommen, neue Ideen haben, alte Verkrustungen aufsprengen.

Aber Sie, sind Sie auf die Freiheit vorbereitet? Sind Sie bereit, sich von alten, überkommenen Vorschriften zu lösen, alte Denkweisen aufzugeben, sich dem Neuen zu öffnen? Ein Gedanke genügt, doch wagen Sie es, diesen einen Gedanken zu denken? Die Ketten sind Ihnen vertraut, die alten, eingeschliffenen Bahnen ebenso. Mach Geld, mach mehr Geld, mach noch mehr Geld - in dieser Welt sind Sie aufgewachsen. Sie haben all die Jahre wunderbar funktioniert. Ihr Fernseher hat Ihnen gesagt, was Sie denken sollen, ein Kirchenmann oder Parteifunktionär, was Sie glauben sollen, ein Vorgesetzter, was Sie arbeiten sollen. Das Hamsterrad hat sich gedreht, immer und immer wieder. Dafür gab es einen Napf mit etwas Futter und einen anderen mit Wasser. Das Leben war überschaubar, und das, was Sie heute versäumen, werden Sie in zehn, zwanzig oder dreißig Jahren nachholen, wenn Sie erst in Rente sind.

Wollen Sie sich wirklich heute leben lassen, um dann morgen selbst zu leben? Das ist die Ansicht eines Schafes, das in einer Herde lebt, solange es jung und leistungsfähig ist, und sich einredet, wenn es alt und erfahren genug ist, ohne die Herde auszukommen. Das alte, gebrechliche Schaf wird nicht lange überleben...

Der gute nationale Sozialist hat sich angepaßt und nach 1945 die Befehle und Vorgaben eines neuen Regimes getreulich erfüllt. Der gute internationale Sozialist hat sich angepaßt und nach 1990 die Befehle und Vorgaben eines neuen Regimes getreulich erfüllt. Es hat neue Richtlinien von oben gegeben, auf der privaten Ebene hat sich nur wenig geändert. Eine neue Epoche hatte begonnen, das war alles. Bei einem neuen Äon ist das ganz anders.

Ich habe Ihnen gesagt, daß Sie die Umstellung nicht überleben. Das ist nicht so zu verstehen, daß die Erde um 14:37 Uhr in den neuen Äon eintritt und ab 14:48 Uhr die Leichen abtransportiert werden. Der Umschwung hat längst begonnen und er wird noch Jahre andauern, bis er vollzogen ist. Und da wir Menschen alle sterblich sind, wird der neue Äon Ihnen schließlich den Tod bringen. Das ist ganz sicher. Allerdings werden viele Leute entwurzelt und verkümmern, wenn alles, das ihnen vertraut gewesen war, sich immer schneller auflöst. Nur wenige Menschen werden aufblühen, die neuen Freiheiten genießen und mit Leben erfüllen.

Was hindert Sie daran, schon jetzt umzudenken? Sie sind so frei, wie Sie sich fühlen. Verabschieden Sie die alte Zeit, wagen Sie den Schritt aus dem Hamsterrad. Reduzieren Sie Ihre Ansprüche, bedauern Sie Ihre Nachbarn, die sich zu Sklaven ihres Besitzes und damit der Kreditbank haben herabwürdigen lassen. Heben Sie den Kopf, schauen Sie nach oben. Tasten Sie nach dem Ewigen, nach dem Bleibenden, klammern Sie sich nicht an den Tand des Zeitlichen, des Vergehenden.

Begrüßen Sie den neuen, unausweichlich heraufziehenden Äon als Freund, als eine Zeit der Befreiung. Was immer er Ihnen an Besitz, an Materiellem nehmen wird, wird er Ihnen mit geistiger Freiheit entgelten, mit spiritueller Erweckung. Leben Sie im Morgen, nicht im Gestern. Das ist der beste Rat, den ich Ihnen als deutscher Sachbuchautor geben kann.