Zeit der Übertreibung (28.4.2010)

Karnevalisten kennen die Erscheinung: An Weiberfastnacht (dem Donnerstag vor dem Faschingssonntag) geht es los, es steigert sich von Tag zu Tag und am Faschingsdienstag ist man zwar schon reichlich müde, aber die Ausgelassenheit steigt auf den Höhepunkt, da ja Schlag Mitternacht alles vorbei ist. (Theoretisch, ganz so streng wird es heute nicht mehr gehandhabt.) An diesem Dienstag ziehen die Leute die schrillsten Kostüme an, die an den vorherigen Tagen mutlos im Schrank geblieben waren. Es herrscht Torschlußpanik, was jetzt nicht angezogen wird, bleibt ein Jahr lang Mottenfutter. Deshalb ist der Faschingsdienstag eine Zeit der Übertreibung.

Wir beobachten diesen Effekt auch bei den Baustilen. Das Barock entwickelte sich immer kunstvoller, immer verspielter, bis zu seinem Höhepunkt und seiner Übertreibung im Rokoko. Danach wurde alles streng und nüchtern, es kam der Klassizismus.

Eine Übertreibung trägt in sich den Keim des Zusammenbruchs. Der Leistungssportler, der von drei Trainingseinheiten auf fünf, acht, ja zehn Trainingseinheiten steigert, riskiert, daß sein Körper die Belastung nicht aushält, mit Muskelfaserrissen bis Kreislaufkollaps darauf reagiert. Nach einer solchen Übertreibung folgt die Zwangspause des Auskurierens.

Ich möchte noch einmal auf den Karneval zurückkommen. Weiberfastnacht beginnt mit einem ersten Überschwang, da werden Krawatten zerschnitten und Rathäuser gestürmt. Der formale Höhepunkt am Rhein, die Rosenmontagszüge, erfordern Organisation und Disziplin, sogar bei den Zuschauern, denn im Gegensatz zu den Rathäusern werden die Zugwagen nicht gestürmt - und das ohne ein Massenaufgebot an Polizei in Nahkampfausrüstung. Die Erleichterung über die gelungene Session führt am Dienstag zum Großbesäufnis.

Damit Schluß mit Helau und Alaaf, jetzt geht es zurück ins reale Merkel-Deutschland.

Im "Kampf gegen Rechts" erleben wir genau jetzt die Zeit der Übertreibung. Am Anfang, mit den Nürnberger Prozessen, wurde der Überschwang durch die Siegerjustiz betrieben. Da wurden neue Gesetze erlassen und althergebrachte Rechtsgrundsätze außer Kraft gesetzt. Da wurde fröhlich im Namen der Zivilisation gefoltert und erpreßt, die erwünschten "Geständnisse" produziert. Ja, die deutsche Reichsregierung ist schuld am Untergang der Titanic, die SS hat damals den Vesuv gesprengt und den Untergang von Pompeji herbeigeführt. Und ja, Katyn - die Ermordung der polnischen Elite durch den sowjetischen NKWD haben deutsche Offiziere gestanden und sie sind dafür hingerichtet worden.

Natürlich sind damals auch Irrtümer passiert, so wurde beim ersten, zeitnah geführten Auschwitz-Prozeß in Polen von 300.000 Opfern gesprochen, anstatt von ein bis vier Millionen, wie in späteren Zeiten. Selbst von Gaskammern haben die damals noch nichts gewußt, diese wurden erst Mitte der fünfziger Jahre zum bevorzugten Mordmittel der SS. Und der Begriff Holocaust™ wurde erst durch eine US-Filmproduktion Ende der siebziger Jahre eingeführt. Vorher war es gar nicht möglich, den Holocaust™ zu leugnen, weil die geschützte Handelsmarke noch gar nicht etabliert worden war.

Nach der Gründung von Trizonesien war die Entnazifizierung abgeschlossen. Ein in Trümmern liegendes Land mußte aufgebaut werden, da interessierte sich keiner dafür, mit welcher Inbrunst der Arbeitskollege früher das "Heil Hitler!" gebrüllt hatte. Hitler hatte verloren, Hitler war Geschichte, jetzt galt es aufzuräumen. Selbst die KPD war noch deutschnational, in den Schulbüchern waren die Grenzen von 1937 so selbstverständlich wie auf den Wahlplakaten.

Jeder wußte, wie es zur Hitlerzeit gewesen war, deshalb nahm die Gesellschaft "rechte" Positionen gelassen hin. Bei ihrem ersten Höhepunkt, zur Zeit der großen Koalition unter Kiesinger, 1966-69, wurde die NPD zwar mit den Begriffen "Altnazis" und "Ewig-Gestrige" belegt, die Demokratie betrachtete sich jedoch als so gefestigt, daß es keiner "bunt statt braun"-Aktionen bedurfte.

Der Weg in die linke Republik schien vorgezeichnet, die Umerziehung der Deutschen funktionierte. Trinzonesien war fest als Zahlmeister in EWG und NATO eingebunden, die vierte Zone ebenso fest in RGW und Warschauer Pakt. Jetzt durfte Herbert Frahm als Bundeskanzler die Staatsfinanzen erschüttern und die Überfremdung einleiten ("Familiennachzug" statt konsequenter Rückkehr der Gastarbeiter). Helmut Schmidt produzierte fünf Prozent Inflation und fünf Prozent Arbeitslose, seine Rechtsrhetorik kaschierte seine Linkspolitik. Die Anti-Baby-Pille brachte den Frauen zu dieser Zeit die "Selbstbestimmung", die folgenlose, ungehemmte Auslebung der eigenen Sexualität. Folgenlos? Natürlich nicht, denn jedes Kind, das durch diese netten Pillen verhindert wurde, fehlt in der Alterspyramide, wird nicht für die Rente seiner Mutter bezahlen. Aus dem versprochenen "Genuß ohne Reue" wurde ein früher Genuß mit später Reue.

Mit Helmut Kohl hatte Trizonesien seinen Totengräber gefunden. Die wortreich angekündigte "geistig-moralische Wende" verlor sich in den Niederungen der "Bimbes-Republik". Der "Asylmißbrauch", wegen dem das Grundgesetz nachgebessert wurde, war zuvor jahrelang nicht nur hingenommen, sondern gefördert worden. Die Zuwanderung in die Sozialsysteme, von der heute gesprochen wird, war und ist offizielle CDU-Politik. Offiziell wurde die Familie als Keimzelle der Gesellschaft propagiert, doch die Muster-Familie der Kohl-Zeit bestand aus zwei mit Steuern und Abgaben überlasteten Verdienern und einem verhaltensgestörtem Hund.

Das alte, duale Ausbildungssystem führte Pubertierende als Lehrlinge in die Arbeitswelt der Erwachsenen ein, instinktiv wurden die neuesten Erkenntnisse der Jugendpsychologie umgesetzt. Im gymnasialen Zweig wurden angehende Ärzte, Anwälte und Wissenschaftler ausgebildet, eine kleine Funktionselite. Die Benachteiligung der Frauen war längst Geschichte, gehörte ins 19. Jahrhundert. Wer als Frau studieren wollte, konnte es tun. Ja, es gab männliche Konkurrenz, doch diese gibt es heute immer noch, nach dem Abschluß.

Statt dessen wünschte die Politik mehr Abiturienten, mehr Hochschüler. Das Ergebnis dieser Fehlplanung sehen wir heute: Das Mehr an Studenten erlernt Diskussionswissenschaften, dafür fehlen die Ingenieure. Mädchen werden über alle Maßen gefördert und so davon abgehalten, ihre Bestimmung als Mutter zu finden, statt dessen werden sie unglücklich im "Job". Die Schulen produzieren heute massenweise ausbildungsunfähige Abgänger, ohne Abschluß. Leider haben wir dafür nur begrenzt viele Außenministerstellen, so daß bei den meisten die Sozialhilfekarriere vorgegeben ist. Wenn in den Schulklassen Deutsche in der Minderheit sind, ist das kein Erfolg der Migration, sondern Hochverrat am deutschen Volk.

Diese Zustände gab es schon vor dem Anschluß der DDR, danach wurde es intensiviert. Das Schulsystem der DDR war in der Kohl-Zeit dem der Westzonen bereits überlegen, so sehr hatte die Westregierung das Land bereits abgewirtschaftet. Im Vergleich zu Kohl war Honecker ein deutschkonservativer Patriot, die DDR ein letztes Stück Deutschland, während die Westzonen bereits zur US-Kolonie degeneriert waren. Der Beitritt der DDR hätte eine Wirkung entfaltet, wie frisches Blut in einer Inzucht-Herde, wenn es die Kohl-Regierung nicht verhindert hätte. Honecker wurde nicht wegen der Mauertoten gejagt, sondern wegen seiner urdeutschen Ansichten.

Es wurde nicht nur ganz bewußt die Chance vertan, aus Vierzonesien wieder ein Deutschland zu schaffen, die Auffrischung des Deutschtums wurde gezielt vereitelt. Der "Kampf gegen Rechts", wurde als Abwehrmaßnahme gegen alles Deutsche eingeführt, mit gehätschelten Prügeldemonstranten, die bei jedem öffentlichen Auftritt der "Rechten" für Randale sorgen.

Die Vereinigung von Vierzonesien gab Kohl die Mittel in die Hand, alles abzuschaffen, was in irgendeiner Weise deutsche Identität stiftete. Fünf Sechstel unserer Gesetze stammen heute aus Brüssel, von einem Politbüro aus Sowjet-Kommissaren, mit einem Scheinparlament wie in der alten Sowjetunion. Im Grundgesetz ist heute vorgeschrieben, daß Vierzonesien immer mehr Hoheitsrechte an diese gesichtslose und scheindemokratische EU abgibt. Das Symbol des Wiederaufbaus und des Wirtschaftswunders, die Deutsche Mark, wurde zu Gunsten einer Esperanto-Währung aufgegeben, die gerade zerfällt.

Nach Helmut Kohl kam der Agent des internationalen Großkapitals, Gerhard Schröder. Einstmals deutsche Firmen gehören heute irgendwem, haben vielleicht noch ihre Verwaltung in Deutschland, sind aber internationale Konzerne, die der Globalisierung verpflichtet sind und nicht dem Erhalt deutscher Arbeitsplätze. Dank Schröder haben wir im Land des Wirtschaftswunders die neue Armut, statt einer Unterschicht das Prekariat. Wer dort gelandet ist, steigt nicht wieder auf, er bleibt unmündig und entrechtet der staatlichen Wohlfahrt ausgeliefert.

Mit Angela Merkel sind wir in die Zeit der Übertreibung eingetreten. Der Bimbes-Kanzler Kohl, der den Verdacht auf Korruption im Amt niemals entkräften konnte, wird rehabilitiert, während wir 95jährige vor Gericht zerren, wegen einiger Indizien, die darauf hindeuten, daß sie vor 65 Jahren eventuell an einem Verbrechen mitgewirkt haben, als kleine, unwichtige Rädchen, als bloße untergeordnete Befehlsempfänger. Die verlogene Regierung bedauert Dissidenten in Rußland und in China, während sie im eigenen Land ebenfalls Gesinnungsverbrechen bestraft.

In Rußland werden regierungsfeindliche Zeitungen verboten? Nun, in Merkel-Deutschland gilt es bereits als Zivilcourage, NPD-Abgeordneten das Hotelzimmer zu verweigern. China zensiert das Internet? In Merkel-Deutschland werden Gastwirte mit dem Entzug der Konzession bedroht, wenn sie ihre Räumlichkeiten für ungewollte Veranstaltungen zur Verfügung stellen. Ein Michel Friedman, Vorzeige-Jude und Bildschirm-Promi, wird wegen Rauschgift und Förderung des Menschenhandels zu einer läßlichen Geldstrafe verurteilt, ein Horst Mahler, Vorzeige-Rechter und Schlagzeilen-Lieferant, wird für das gesprochene und geschriebene Wort für 13 Jahre eingesperrt.

Der "Migrationshintergrund" wird in den Kriminalstatistiken schamhaft verschwiegen, über Gewalttaten von Ausländern wird gar nicht erst berichtet, so selbstverständlich sind diese geworden. Aber wehe, es entsteht der Anschein einer Gewalttat an Ausländern. Da wird eine Kneipenschlägerei sofort zum rassistischen Anschlag, da schaltet sich der Generalbundesanwalt ein, da bilden Schafmenschen Lichterketten, da streut die versammelte Journaille den Deutschen kübelweise Asche auf die Häupter.

Die Zeit der Übertreibung ist der Anfang vom Ende. Die Maßnahmen der Siegermächte, angefangen bei den Nürnberger Prozessen, fortgesetzt durch die Umerziehung und in höchstem Maße gesteigert durch Strohpuppen im Kanzleramt, haben nicht den gewünschten Erfolg gezeigt. Die Gruppe Luzifer, die Macht hinter Illuminaten, Bilderbergern, Zionisten und allen anderen oft genannten Weltverschwörern, spielt bereits um die endgültige Weltherrschaft, ihr rennt die Zeit davon, sie kann keine Rücksicht mehr auf den Abschluß der Operationen zur Unterdrückung alles Deutschen nehmen. Deshalb wird mehr Druck ausgeübt, um das Ziel doch noch zu erreichen.

Eine Übertreibung schlägt fast immer ins genaue Gegenteil um. Von Rokoko in den Klassizismus, von zuviel Sport in die erzwungene Bettruhe, von den Ausschweifungen des Faschingsdienstags in den Kater des Aschermittwochs. Druck läßt sich lange steigern, wenn schon viele Leute jammern, es ginge nicht mehr, geht es doch noch weiter. Und dann bricht es, von einem Moment zum anderen. Der Augenblick des Bruches mag sich über Jahre hinziehen, und doch fokussiert er sich in einem einzigen Ereignis. Das Rokoko endete am 14. Juli 1789, als in Paris ein eigentlich völlig unwichtiges Gefängnis gestürmt wurde. Das Übermaß an Training endet im Augenblick der Verletzung, der Überschwang des Karnevals Schlag Mitternacht.

So wird es auch bei dieser Übertreibung passieren. Der "Kampf gegen Deutsch", kaschiert unter "Kampf gegen Rechts", ist zum Scheitern verurteilt. Wir arbeiten an einer Kesselexplosion: Während in anderen Ländern Rechtsparteien ein Ventil für den Volkszorn darstellen, werden bei uns Rechtsparteien systematisch unterdrückt. Das ist der berühmte Backstein auf dem Sicherheitsventil, der den Kesseldruck ansteigen läßt, mehr Dampf und mehr Leistung liefert - bis der Kessel schließlich explodiert. Das, was man vermeiden wollte, wird dann eintreten, deutlich intensiver, als es bei vernünftigem Vorgehen geworden wäre.

Unter normalen Umständen gäbe es einen politischen Erdrutsch, bei dem die rechte Seite an die Macht kommt und die Übertreibungen zurückregelt. Doch das ist nur der Mikrozyklus, der vom Makrozyklus überrollt wird. Mein Phasenzähler orientiert sich an den Verhältnissen in Deutschland, doch er ist zugleich eine Weltuntergangsuhr. Wobei der Untergang nicht die Zerstörung der Erde ist, sondern nur der Umsturz der gewohnten Verhältnisse. Dieser Umsturz, der den Druck der Siegermächte von Vierzonesien wegnimmt, wird die Marionetten in der BRD-Politik wegfegen und Raum für Neues schaffen, für das, was durch die übertriebenen Maßnahmen verhindert werden sollte: für ein neues Deutsches Reich.

© Michael Winkler